US-Geheimdienstaffäre
Berichte über weiteren Geheimnisverratsfall in den USA
publiziert: Freitag, 28. Jun 2013 / 09:53 Uhr
Der zweithöchste Offizier des Landes, James Cartwright steht in einem Fall des Geheimnisverrat.
Der zweithöchste Offizier des Landes, James Cartwright steht in einem Fall des Geheimnisverrat.

Washington - Neben dem mutmasslichen Wikileaks-Informanten Bradley Manning und NSA-Enthüller Edward Snowden gibt es in den USA laut Medienberichten einen weiteren Fall von schwerem Geheimnisverrat. Im Fokus steht dabei der ehemals zweithöchste Offizier des Landes, James Cartwright.

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Wie der Sender NBC am Donnerstag berichtete, hat das Justizministerium Ermittlungen gegen den pensionierten General eingeleitet, der von 2007 bis 2011 stellvertretender US-Generalstabschef war. Er werde beschuldigt, geheime Informationen über die sogenannte «Stuxnet»-Attacke im Jahr 2010 gegen das iranische Atomprogramm an die «New York Times» weitergegeben zu haben.

Cartwright sei über die Untersuchungen informiert worden, hiess es weiter. NBC berief sich dabei auf Justizkreise. Eine Bestätigung des Ministeriums lag aber zunächst nicht vor. Auch Cartwright selbst äusserte sich nicht.

Weiterer Rückschlag für Obama

Sollten sich die Vorwürfe bestätigen, wäre es ein weiterer schwerer Schlag für die Regierung von US-Präsident Barack Obama, die bereits durch die Veröffentlichung Tausender vertraulicher und geheimer Botschaftsdepeschen durch die Enthüllungsplattform Wikileaks und jüngst durch die Bekanntmachung der Datensammelwut amerikanischer und britischer Geheimdienste unter Druck geraten ist.

Die «New York Times» hatte im vergangenen Jahr berichtet, dass Cartwright unter dem damaligen Präsidenten George W. Bush die Idee für die Cyber-Operation mit dem Codenamen «Olympic Games» gehabt und sie dann auch geleitet habe. Obama habe eine Beschleunigung des Programmes angeordnet. 2010 seien dann bei einem Angriff mit dem «Stuxnet»-Virus vorübergehend 1000 Zentrifugen zur Urananreicherung im Iran lahmgelegt worden.

Der Zeitungsbericht beschrieb geheime Treffen im Weissen Haus und berief sich auf Interviews mit «derzeitigen und früheren amerikanischen, europäischen und israelischen Offiziellen, die in das Programm verwickelt waren». Demnach habe der US-Geheimdienst NSA zusammen mit Israelis «Stuxnet» entwickelt.

Snowden weiterhin in Moskau

Die National Security Agency (NSA) steht auch im Zentrum der Enthüllungen Snowdens. Snowden, der von der US-Justiz des Geheimnisverrats beschuldigt und gesucht wird, war am vergangenen Sonntag von Hongkong nach Moskau geflohen. Dort hält er sich nach russischen Angaben noch im Transitbereich des Flughafens Scheremetjewo auf.

Washington dringt weiterhin auf seine Ausweisung. Man sei mit Moskau darüber noch im Gespräch, sagte der stellvertretende US-Sicherheitsberater Ben Rhodes am Donnerstag. Er nannte allerdings keine Einzelheiten.

Dagegen meldete die russische Agentur Interfax unter Berufung auf einen nicht näher bezeichneten Informanten, dass Moskau noch auf einen Auslieferungsantrag der USA warte. Bisher hätten Russen und Amerikaner nur auf diplomatischer Ebene gesprochen. Es gebe lediglich eine inoffizielle Bitte, Snowden zu überstellen.

 

(tafi/sda)

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