Berlusconis Popularität seit Amtsantritt stark gesunken
publiziert: Montag, 4. Aug 2003 / 13:10 Uhr

Rom - Der italienische Ministerpräsident Silvio Berlusconi hat seit seinem Amtsantritt vor zwei Jahren stark an Popularität verloren. Dies geht aus einer von der römischen Tageszeitung La Repubblica veröffentlichten Umfrage hervor.

Berlusconi nicht mehr so beliebt.
Berlusconi nicht mehr so beliebt.
Der Popularitätsgrad des Regierungschefs und Medien-Unternehmes ist laut der Umfrage von 54 auf 38 Punkte gesunken. Beliebter als Berlusconi sind der parteilose Gesundheitsminister Girolamo Sichia und Vizepräsident Gianfranco Fini, Vorsitzender der Alleanza Nazionale (AN), der zweitstärksten Regierungspartei.

Fast alle Minister des Kabinetts Berlusconi büssten in den letzten zwei Jahren an Popularität ein. Zu den Ministern, deren Beliebtheitsgrad stark gesunken ist, zählen Wirtschaftsminister Giulio Tremonti sowie Justizminister Roberto Castelli, der wegen seiner heftigen Divergenzen mit den Mailänder Richtern öfters für Schlagzeilen sorgt.

Unbeliebtestes Mitglied des Mitte-Rechts-Kabinetts ist Reformenminister Umberto Bossi. Der 63-jährige Bossi scheint, wegen wiederholter Drohungen zum Austritt seiner Partei - der rechtspopulistischen Lega Nord - aus dem Regierungsbündnis sehr unbeliebt geworden zu sein.

Laut Meinungsumfrage haben nicht nur die Regierungsmitglieder, sondern auch die Mitte-Rechts-Parteien allgemein stark eingebüsst. Sollte es heute zu Wahlen kommen, würde die oppositionelle Mitte-Links-Allianz die Oberhand gewinnen, geht aus der Umfrage hervor.

Die Linke würde 49 Prozent der Stimmen erhalten, der Berlusconi-Block müsste sich dagegen mit knapp 47,6 Prozent begnügen. Bei den Parlamentswahlen 2001 hatte die Berlusconi-Koalition mit 49,9 Prozent der Stimmen die Mehrheit im Parlament erobert. Die Opposition hatte 43,9 Prozent der Stimmen erhalten.

(bert/sda)

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