Kravalle nach «Tanz dich frei» - Kundgebung
Bern: Strassenschlachten bis weit in die Nacht hinein
publiziert: Sonntag, 26. Mai 2013 / 08:08 Uhr / aktualisiert: Sonntag, 26. Mai 2013 / 10:46 Uhr

Bern - Die Berner Kantonspolizei schätzt die Schäden nach der Protestkundgebung «Tanz dich frei» und den damit verbundenen Strassenschlachten auf mehrere hunderttausend Franken. Die Gewaltbereitschaft sei sehr hoch gewesen, schrieb die Polizei in einer ersten Bilanz.

11 Meldungen im Zusammenhang
Die Mehrheit der rund 10'000 Teilnehmer von «Tanz dich frei» sei friedlich geblieben, schrieb die Berner Kantonspolizei in einer ersten Bilanz vom Sonntagmorgen. Kleine vermummte Gruppen hätten sich aber gegenüber Polizisten, Feuerwehrleuten und Angehörigen der Sanitätspolizei gewaltbereit gezeigt.

Vermummte rissen Absperrungen beim Bundeshaus zum Fluchtweg entlang der Bundesgasse nieder. Sie griffen Einsatzkräfte mit Pyrotechnika an und bewarfen die Polizisten mit Gegenständen. Die Polizei setzte Tränengas, Gummischrot und einen Wasserwerfer ein. Auch ein Helikopter kam zum Einsatz.

Über 70 Scheiben eingeschlagen

Kleine Gruppen lieferten sich die Nacht hindurch immer wieder Scharmützel mit der Polizei. Dabei gingen in der Innenstadt über 70 Scheiben zu Bruch, und Waren wurden aus Auslagen gestohlen. Die Polizei schätzte den Schaden durch Vandalismus und Plünderungen am Morgen auf mehrere hunderttausend Franken.

Zu tun hatte auch die Sanitätspolizei: Sie hatte bis am frühen Sonntagmorgen rund 50 Einsätze zu leisten. 30 Personen mussten ins Spital gebracht werden. Viele von ihnen hatten zu viel Alkohol getrunken.

20 Polizisten verletzt

Unter den Verletzten waren 20 Kantonspolizisten und ein Mitarbeiter der Transportpolizei, der im Gesicht verletzt worden war. 61 Personen wurden von der Polizei im Zusammenhang mit den Ausschreitungen angehalten.

«Tanz dich frei» und die Ausschreitungen hatten auch Auswirkungen auf Trams und Busse sowie den Privatverkehr: Der öffentliche Verkehr sei vom Samstagabend bis zum Sonntagmorgen fast vollständig zum Erliegen gekommen, schrieb die Polizei.

Aufgerufen zur Kundgebung hatte auf der Internetplattform Facebook ein anonymes Kollektiv. Ihm geht es um Freiräume und um Anlässe, die ohne Kommerz auskommen. Das Kollektiv bedauerte auf einer in der Nacht aufgeschalteten Mitteilung auf derselben Internetseite die Ereignisse am Rand der Kundgebung. Die Polizei habe den Schutz des Bundeshauses über den Schutz der Menschen gestellt.

Erstmals ging in Bern diese Mischung von Demonstration und Street Parade im Jahr 2011 über die Bühne. Damals kamen etwa 400 Menschen. 2012 waren es bei «Tanz dich frei II» bei schönem Frühsommerwetter mindestens 10'000.

(asu/sda)

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Nein Midas
Da sind Sie mit Sicherheit im Irrtum! Ich denke, dass es tausende Menschen hat - meist wohl junge, die mit einer Riesenfreude am "Tanz dich frei"-Tag in für die HEUTIGEN Jugendlichen typischen Art zu sein dabei sein wollen!

Ich bin ja nicht mehr so jung. Früher, da gingen wir in die Matte oder in den Kursaal u.a. oder privat irgend wohin! Jedenfalls jammerten wir nicht, dass es "ja nichts gebe in Bern ...". Allzuviel war ja nicht los. Aber viele Möglichkeiten gab es in den vielen - heute sind es weniger - Kleintheatern, die viel Spass und auch viel zum Nachdenken boten!

Was die Jungen heute wollen, das formulieren diese ja schon selbst. Da braucht es keine linken oder rechten Vorsprecher. Ich denke, die Freiheit der Jungen ist auch weitgehend polit-frei und wirklich der Freizeit, Sport und dem individuellen Vergnügen gewidmet!

Das so meine Abgrenzung zu auch anderen Beiträgen hier bezgl. Sachen, die in Bern passieren, wie auch andernorts ...

Apropos Tschäppät, Wyss u.a.:
Vielleicht ist es ja besser, dass sich diese Politiker nicht auch noch in den Medien äussern. Ausser eben die direkt "Betroffenen" ... Sonst koch die ganze Sosse noch über! Jetzt braucht es wohl etwas Zeit, um die Überraschungen betr. "Tanz dich frei" und die Konsquenzen zu überdenken. Ein sauberer Anfang scheint ja in die Wege geleitet zu sein und wie man in der Presse lesen kann mit Erfolg!

Midas, das mit der angeblichen Klientel, das ist doch blöd - Meinen Sie denn, dass die "linken Politiker" nur ihre Anhänger andauernd umwerben können? Ich denke, dass sie zuerst einmal die Arbeit, die sie alle haben - auch die der anderen Parteien, dass diese Arbeit zuerst kommt und erst dann die Politik.

Aber diese Arbeit, die wird in der Regel taxiert, resp. man hört etwas, wenn es nicht gut läuft. UND, da hört man denn halt doch immer wieder mehr Unerfreuliches von Mitte nach rechts - politisch! So erlebe ich das wenigstens!
Gute Zeit Midas!

Übrigens: Wirklich politisch Linke, die sind in aller Regel NICHT gewalttätig - keine Randalierer!
Tja, wo sind Sie nur?
Warum sollten sich die Linken unter den Politikern auch bewegen?
Stellen Sie sich mal vor, irgendwelche rechten Fleischkappen hätten eine Demo gewagt. Ohne dass dabei etwas kaputt gegangen oder gar jemand zu Schaden gekommen wäre, würde die mainstream-Presse von Mörgeli und co. IM MINIMUM eine Distanzierungsrede verlangen, ansonsten sie sich mitschuldig machten.

Und Tschäppel und co? Nix. Geht denen doch am A**** vorbei. Für Verharmlosungen und Beschwichtigungen haben die ja die Presse und Regula Stampflis, die sich noch irgendwo einen Doktortitel erschlichen haben.
Und natürlich geistig verwirrte Thomys und marieswisschen, von denen der eine allen nichtlinken Nichtspinnern irgend einen Extremismus unterstellt und die andere mütterlich alles schönbetet.
Wo sind Sie geblieben?
"Herr Tschäppät, Frau Wyss und die anderen Gemeinderatsmitglieder, WO sind SIE abgeblieben? Von Ihnen hörte man - ich zumindest nicht - kaum etwas!"

Tja Thomy, wo sind sie? Klare und einfache Antwort: Die linken Politiker halten sich ruhig, weil sie ja ihre Klientel nicht verärgern wollen. Da draussen tanzen und randalieren ihre Wähler.
Wasser reicht nicht!
Tränengas, Gummischrot und Wasserwerfer sind defintiv die falschen Mittel, um solchen Ausschreitungen zu begegnen. - Die Randalierer müssen begreifen, dass sie mit ihrem Leben spielen. Siehe Römerbrief Kapitel 13. - Vielleicht müssen die zuständigen Behörden persönlich für die Schäden haften, damit sie zur Einsicht kommen?
Da staune ich nur, dass die Berner Polizei ...
... genau das nicht getan hat oder nichts hat tun können ...? Warum dem so ist, das möchte auch ich wissen.

Die einzige Erklärung, die mir dazu einfällt ist die, dass es in dieser Menge Menschen, dichtgedrängt "feiernd" ... es wohl kaum möglich ist, schon gar nicht als Polizei, zu denen zu kommen, die randalieren ...

Die einzige Möglichkeit wohl, an die "Köpfe" dieser Randalierer-Meute heran zu kommen, wäre wohl das Einkesseln ... zum Beispiel in einer Gasse ... Dies hätte dann aber wohl zur Folge, dass alle Durchgänge oder Fluchtwege, z. B. Schaufenster, Hauseingänge, Hausfluren, usf. AUCH massiv zerstört würden - was ja ohnehin teilweise geschah - aber dann noch verstärkter ... Abgesehen vom Risiko, dass Leib und Leben kaum mehr geschützt werden könnte - Auch das von Unbeteiligten und der Polizei nicht mehr!

Die anonymen Organisatoren solcher Veranstaltungen sollen nicht bekannt sein, wird gesagt !? DANN, dies für das nächste Mal hier gesagt, MUSS halt in Zukunft eine solches "Event", Fest, Saufgelage halt einfach VERBOTEN werden, wenn nicht Verantwortliche erkennbar sind!

Herr Nause, eine Frage: Haben SIE überhaupt die eigentlich nötige Rückendeckung UND tatkräftige Unterstützung durch die anderen Mitglieder der Stadtregierung gehabt?

Ich hatte und habe immer noch das Gefühl, dass niemand AUCH hat hinstehen wollen, so dass VORHER berechtigte, klare und auch harte Schritte hätten beschlossen werden können! Ich bekam das Gefühl, vorher, dass Herr Nause ALLEINE nach Entscheiden suchte ...

Herr Tschäppät, Frau Wyss und die anderen Gemeinderatsmitglieder, WO sind SIE abgeblieben? Von Ihnen hörte man - ich zumindest nicht - kaum etwas!
Krawall in Bern
Nach obigem Artikel "Schätzungsweise 70 gewaltbereite Randalierer... "
WARUM hat (A) die Polizei die nur 70 Randalierer nicht umzingelt und dann (B) festgenommen? Neben Krawall, Vermummen ++ hätte man sicher genügend Gründe dafür gehabt.
Und dann (C) heute dem Richter / Schnellrichter vorgeführt, und zur Bezahlung der Schäden verurteilt.
Bei gutem Willen sollte das doch nicht so schwierig sein, oder sehe ich hier etwas falsch ???
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