Bern prüft Möglichkeiten für Engagement im Irak
publiziert: Sonntag, 13. Jun 2004 / 08:59 Uhr

Bern - Die Schweiz prüft zurzeit, in welchem Rahmen sie sich nach dem für Ende Juni geplanten Machtwechsel in Irak engagieren will. Die Analyse möglicher Bereiche für die Wiederaufbauhilfe ist im Gange. Die humanitäre Hilfe wird fortgesetzt.

Die Schweiz will sich auch weiterhin die humanitäre Hilfe fortsetzen.
Die Schweiz will sich auch weiterhin die humanitäre Hilfe fortsetzen.
Dieser Tage liefen zwei zusätzliche Hilfsprogramme an, sagte Barbara Affolter, Sprecherin der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) auf Anfrage. Die Schweiz finanziere dabei die Aufbereitung von Trinkwasser und die Renovation von Schulhäusern.

Bei all ihren Programmen arbeite die DEZA vorläufig mit den Behörden zusammen, die von den US-geführten Besatzungsmächten in Irak eingesetzt worden waren.

Nach dem Machtwechsel werden wir die Lage mit den neuen Partnern in den Ministerien neu analysieren, sagte Affolter: Wir gehen aber davon aus, dass sich im Bereich der humanitären Hilfe nichts ändern wird.

Gemäss DEZA-Angaben wird die Schweiz dieses Jahr für rund 8,3 Millionen Franken Hilfe in Irak leisten. In Zusammenarbeit mit internationalen Organisationen und NGO würden Programme im Bereich der Nothilfe, der medizinischen Grundversorgung und des Umweltschutzes durchgeführt.

Das künftige Engagement der Schweiz sei abhängig davon, wie die UNO-Resolution zur Machtübergabe von den Besatzungstruppen an die irakischen Behörden umgesetzt werde, sagte Carine Carey, Sprecherin des Eidg. Departementes für auswärtige Angelegenheiten (EDA).

Die Entwicklung des Landes werde laufend analysiert: Für Angaben über das weitere Engagement der Schweiz beim Wiederaufbau ist es noch zu früh.

Auch über den Status des Schweizer Verbindungsbüros in Bagdad werde diskutiert, sagte Carey. Gegenwärtig vertreten drei EDA-Angestellte die Schweiz, zwei von ihnen sind Diplomaten, einer ist für die DEZA vor Ort.

Die Macht in Bagdad soll am 30. Juni von den US-geführten Besatzungsmächten an eine provisorische irakische Regierung übergeben werden. Der UNO-Sicherheitsrat befürwortete eine entsprechende Resolution zur Neuordnung des kriegsversehrten Landes am Dienstag einstimmig.

(rr/sda)

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