Bern und ZSC Lions sind die Topfavoriten
publiziert: Donnerstag, 26. Feb 2009 / 00:00 Uhr

Nach einer packenden NLA-Qualifikation mit einem Zuschauerrekord gilt es ab heute (Donnerstag) mit dem Playoff-Start ernst. Die meistgenannten Favoriten sind der Qualifikationssieger SC Bern und Titelverteidiger ZSC Lions.

Die ZSC Lions und der SC Bern sind die Favoriten.
Die ZSC Lions und der SC Bern sind die Favoriten.
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Weil Zug auf Kosten der SCL Tigers in extremis die Viertelfinals erreichte, setzten sich in der Regular Season jene acht Mannschaften durch, die schon vor der Saison in den Playoffs erwartet worden waren.

Für ZSC-Trainer Sean Simpson haben zwar alle acht Teams realistische Chancen auf den Titel, Favorit ist für ihn allerdings der Sieger der Serie Bern - Zug. Wenn den Zugern die Überraschung gelinge, seien sie nur sehr schwer zu bezwingen, glaubt der Kanadier.

Beeindruckende Leistungen

Die zuletzt gezeigten Leistungen der Innerschweizer sind in der Tat beeindruckend. Sie gewannen in diesem Jahr 12 von 16 Partien, darunter die letzten fünf. Für EVZ-Goalie Lars Weibel sind kleine Details entscheidend, dass es plötzlich läuft.

«Wir spielen nun mehr Playoff-Eishockey: Wir achten mehr auf die Defensive und blocken mehr Schüsse», sagt der Routinier. Jeder habe die Bereitschaft gesteigert.

«Genauso weiterfahren»

Weibel selber trug einen grossen Teil zum Umschwung bei, nachdem er sich aus einer veritablen Krise zurückgekämpft hatte. «Es war ganz einfach: Ich habe mich auf das konzentriert, das ich beeinflussen kann. Für alles andere habe ich keine Energie verschwendet», gab Weibel als Erfolgsrezept an. Um gegen Bern bestehen zu können, «müssen wir genauso weiterfahren».

Sie hätten absolut keinen Druck. Wenn ihnen der Start gelinge, seien sie ein gefährlicher Gegner, so Weibel. Als entscheidend bezeichnet er «den Mut zur Einfachheit. Wir müssen kleine Sachen richtig machen.»

Statistik spricht für Berner

Die Statistik spricht ganz klar für die Berner. In der Qualifikation entschieden sie sämtliche vier Begegnungen mit einem Gesamtskore von 20:11 für sich. Zu Hause ist der SCB gegen Zug seit dem 8. September 2001 ungeschlagen.

Und in den bisherigen sieben Playoff-Duellen lautet die Bilanz 5:2 zu Gunsten des elffachen Schweizer Meisters (zuletzt 2004). Die Berner kämpfen allerdings gegen den zuletzt auf dem Qualifikationssieger lastenden Fluch.

In drei der letzten vier Saisons schied der Erste der Regular Season in den Viertelfinals aus, zweimal war der SCB selber davon betroffen - 2006 verlor er gegen die Kloten Flyers (2:4), im vergangenen Jahr unterlag er Fribourg-Gottéron (2:4).

Lions sind ebenso Favorit

Für Ivo Rüthemann spielt keine Rolle, was in den letzten Jahren war. «Jede Saison ist etwas Neues. Ich habe grosses Vertrauen ins Team, die Chemie stimmt», erklärt der Berner Captain, «die Mannschaft ist dort, wo ich sie gerne habe. Wir spielten eine sehr gute letzte Runde. Ich bin überzeugt, dass es mehr auf uns ankommt als auf die Gegner.» Warum gewinnt ihr gegen Zug? «Weil wir die bessere Mannschaft sind.»

Die zweitplatzierten ZSC Lions beginnen die Mission Titelverteidigung gegen Fribourg-Gottéron. Auf dem Papier sind sie klarer Favorit, doch das war im vergangenen Jahr auch der SCB... ZSC-Trainer Simpson erwartet, dass «es sehr hart wird.» Fribourg sei sicher besser, als es der 7. Rang in der Qualifikation ausdrücke. Sie hätten viele Verletzte gehabt.

Haben die Lions noch genügend Biss?

Bei den ZSC Lions stellt sich die Frage, ob sie nach dem sensationellen Gewinn der Champions Hockey League nochmals genügend Biss entwickeln können. Dass sie das Potenzial zum erneuten Titelgewinn besitzen, ist unbestritten. «Es ist eine ganz schwierige Aufgabe», sagte Simpson. «Die Partie gegen Magnitogorsk (Champions-League-Final) war wie ein siebtes Spiel im Playoff-Final. Normalerweise ist die Saison nach einem grossen Titel vorbei.»

Zudem müssen die Stadtzürcher mit Adrian Wichser auf einen Schlüsselspieler verzichten; für den besten Skorer der europäischen Königsklasse ist die Saison nach einer am vergangenen Freitag in Biel erlittenen Halswirbelverletzung zu Ende.

Wichser fehlt

Simpson: «Das ist ein grosser Verlust». Das sei, wie wenn Fribourg Sandy Jeannin verlieren würde oder Davos Reto von Arx oder Bern Martin Plüss.

Für Fribourg ist der ZSC aufgrund der Resultate in der Qualifikation der schwerstmögliche Gegner, sind die Lions doch das einzige Team, gegen das die Westschweizer nie gewinnen konnten. Ob Gottéron eine Chance hat, dürfte von der Leistung ihres Torhüters Sébastien Caron abhängen, der an einem guten Tag jedes Team zur Verzweiflung bringen kann. Zudem haben die Fribourger in der heimischen St-Léonard-Halle ein enthusiastisches Publikum im Rücken.

Schnelligkeit versus Talent

Eine hartumkämpfte Serie zeichnet sich zwischen den Tabellennachbarn Davos und Lugano ab; in der Qualifikation stand in drei von vier Duellen nach 60 Minuten kein Sieger fest. Die Bündner sind im Playoff immer schwer zu schlagen, sie können dank ihrer Schnelligkeit jeden Gegner in die Knie zwingen.

Trainer Arno Del Curto verfügt über ein sehr ausgeglichenes Kader, weshalb die Davoser schwer ausrechenbar sind. Überdies stimmt die Balance zwischen Defensive und Offensive, was das Torverhältnis verdeutlicht - in beiden Bereichen waren sie in der Qualifikation die Nummer 2.

Die Luganesi besitzen allerdings mehr Talent im Team, weshalb sie für Del Curto schon vor dem Meisterschaftsstart der klare Geheimfavorit auf den Titel waren. Die Tessiner präsentierten sich bislang jedoch als launische Diva. Für Luganos Topskorer Patrick Thoresen liegt das daran, dass sie so viele gute Spieler hätten, dass einige Mühe bekunden würden, ihre Rollen zu akzeptieren.

Offenes Duell bei der Premiere

Während Davos und Lugano im Playoff schon sechsmal gegeneinander spielten (5:1 für Lugano), stellt die Serie zwischen den Kloten Flyers und Genève-Servette eine Premiere dar. Das Duell scheint völlig offen zu sein.

Die Klotener waren zwar in der Regular Season als Dritter mit 96 Punkten so gut wie nie seit dem Gewinn des letzten Meistertitels im Jahr 1996 und stellten die beste Abwehr der Liga, doch die Formkurve zeigte zuletzt stark nach unten. Von den letzten fünf Partien gewannen die Zürcher Unterländer gerademal eine und schossen dabei nur gerade sieben Tore aus dem Spiel heraus.

McSorley bevorzugt die Flyers

Deshalb machte Servettes Trainerfuchs Chris McSorley kein Geheimnis daraus, dass er die Flyers als Gegner bevorzugt. Die Genfer, im letzten Jahr erst im Final an den ZSC Lions gescheitert, sind ein unangenehm zu spielendes Team mit sehr starken Ausländern. Den entscheidenden Nachteil könnte Servette auf der Torhüter-Position haben. Die bisherige Bilanz in dieser Saison lautet 3:1 zu Gunsten Klotens.

(Sascha Fey /sda)

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