Bertossa kritisiert Entscheid des Bundesstrafgerichts
publiziert: Mittwoch, 9. Jan 2008 / 11:18 Uhr / aktualisiert: Mittwoch, 9. Jan 2008 / 11:39 Uhr

Bern - Der zurückgetretene Bundesstrafrichter Bernard Bertossa kritisiert seine ehemaligen Kollegen. Dass diese die Bundesanwaltschaft wegen der Offenlegung der ominösen Papiere von Oskar Holenweger gerüffelt hätten, sei unglaublich.

Bernard Bertossa fordert mehr Wachsamkeit bei wichtigeren Fällen, wie beispielsweise Geldwäsche.
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Das Bundesstrafgericht war in einem am Dienstag publizierten Urteil zum Schluss gekommen, die Bundesanwaltschaft (BA) habe in der Affäre Holenweger das Untersuchungsgeheimnis verletzt. Sie hätte die Papiere nicht der Geschäftsprüfungskommission des Nationalrates (GPK) zeigen dürfen.

Es sei vielmehr die GPK, die gegen das Untersuchungsgeheimnis verstossen habe, sagte Bertossa in einem am Mittwoch in der Westschweizer Zeitung «Le Temps» publizierten Interview. Deren Mitglieder seien verpflichtet, ihre Quellen geheim zu halten.

Lärm um fast gar nichts

Im Übrigen habe der GPK-Bericht viel Lärm um fast gar nichts gemacht. Die Folge sei, dass die Bundesanwaltschaft weiter geschwächt worden sei. Bertossa machte sich im Interview zudem für eine internationale Zusammenarbeit in der Strafverfolgung stark, auch wenn manche Dossiers nicht abgearbeitet würden. Wenn die Justiz glaubwürdig bleiben wolle, dürfe sie sich nicht nur um die kleinen Fische kümmern.

In diesem Zusammenhang betonte Bertossa, dass der Kampf gegen die Geldwäscherei von grosser Bedeutung sei. Die Schweiz sei ein Finanzplatz, und eine besondere Wachsamkeit sei deshalb geboten.

(fest/sda)

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