Mehr Entscheide in Eigenregie
Berufsverband pocht auf mehr Kompetenzen bei Pflege
publiziert: Dienstag, 12. Apr 2016 / 14:47 Uhr
Heute können Pflegeheime ohne Anordnung eines Arztes nicht direkt mit der Krankenkasse abrechnen.
Heute können Pflegeheime ohne Anordnung eines Arztes nicht direkt mit der Krankenkasse abrechnen.

Bern - Pflegefachpersonen sollen mehr Entscheide in Eigenregie fällen können. Dies war der Wille der Gesundheitskommissionen des National- und Ständerats. Nun wollen bürgerliche Politiker den Gesetzesentwurf verwässern. Der Berufsverband droht mit einer Volksinitiative.

6 Meldungen im Zusammenhang
«Wir haben das Vertrauen in die Politik in dieser Sache verloren», sagte Helena Zaugg, Präsidentin des Berufsverbandes der Pflegefachleute (SBK), am Dienstag laut Redetext vor den Medien in Bern. Pflegefachpersonen würden die fachliche Verantwortung tragen, dann könnte ihnen auch die finanzielle Verantwortung zugetraut werden.

Heute können Spitex, Pflegeheime und selbständige Pflegefachpersonen ohne Anordnung eines Arztes keine Leistungen erbringen und direkt mit der Krankenkasse abrechnen.

Eine parlamentarische Initiative will dies ändern und stiess auch bei den Parlamentariern auf offene Ohren. Letztes Jahr präsentierte die Gesundheitskommission des Nationalrats eine entsprechende Gesetzesänderung. Damit sollte das längst nicht mehr zutreffende Image eines Hilfsberufs überwunden werden.

Initiative als letztes Mittel

Aus Sicht des SBK droht nun aber die Gefahr, dass die Kernanliegen der parlamentarischen Initiative verwässert werden. Konkret stört sich der Verband an zwei Einschränkungen, welche die Gesundheitskommission des Nationalrates im Januar beschlossen hat.

So sieht der abgeänderte Gesetzesentwurf vor, die neue Regelung auf sechs Jahre zu befristen. Zudem sollen nur jene direkt mit der Krankenkasse abrechnen, die zuvor einen Zulassungsvertrag abgeschlossen haben.

Diese beiden Massnahmen schlägt die Kommission vor, nachdem in der Vernehmlassung die Befürchtung geäussert worden war, die neue Regelung könnte zu höheren Kosten führen. Diese Bedenken teilt auch der Bundesrat und lehnt die Gesetzesänderung ab.

Der SBK versucht nun zwar noch, Mitglieder des Nationalrates zu überzeugen, diese flankierenden Massnahmen wieder rückgängig zu machen. Viel Zeit bleibt ihm jedoch nicht. Bereits am 27. April berät die grosse Kammer über die parlamentarische Initiative. Sollte die Überzeugungsarbeit nicht gelingen, wird der Verband das Heft in die eigene Hand nehmen und eine Volksinitiative lancieren.

(cam/sda)

?
Facebook
SMS
SMS
0
Forum
Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Bern - Fast jeder dritter Arzt wechselt ... mehr lesen
Damit werden erstmals Zahlen zu Berufsaustritten in verschiedenen Gesundheitsberufen präsentiert.
Der Pflegebedarf wird in den nächsten Jahren zunehmen. (Symbolbild)
Bern - Pflegefachpersonen dürfen ... mehr lesen
«Wenn man pflegen will, muss man sich impfen», sagt Burkhalter.
Bern - Gesundheitsminister Didier ... mehr lesen
Bern - Die Gesundheitsversorgung ... mehr lesen
Jeder Mensch brauche eine massgeschneiderte Pflege. (Archivbild)
Weitere Artikel im Zusammenhang
Der SBK stellt den diesjährigen Tag der Pflegenden unter das Motto «Pflege rettet Leben».
Bern - Fehlt es an Pflegepersonal, ... mehr lesen
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 21
Das Berner Inselspital stellt die Proben für mehrere Forschungsprojekte und einem grösseren Forscherkreis zur Verfügung.
Das Berner Inselspital stellt die Proben für mehrere ...
Medizinische Forschung  Bern - Das Inselspital nimmt mit der «Liquid Biobank Bern» das derzeit modernste Tiefkühllager für Blut und andere flüssige Bioproben in der Schweiz in Betrieb. Die Biobank soll zur wichtigen Forschungsressource für massgeschneiderte Medizin werden. mehr lesen 
Wegen Zika - Acht Wochen nur geschützt  Genf - Touristen sollen nach ihrer Heimreise aus Zika-Gebieten mindestens acht Wochen ... mehr lesen  
Zika wird hauptsächlich durch Mückenstiche verbreitet.
Sorge bereite die Zunahme der Todesfälle wegen Überdosierungen in einigen Ländern.
98 neue, unbekannte und künstliche Rauschmittel  Lissabon - Immer mehr neue Rauschmittel halten Einzug in Europa. Der europäische Drogenmarkt sei «nach wie vor robust», teilte die ... mehr lesen  
Erhöhtes Osteoporose-Risiko  Trondheim - In den letzten Wochen der Schwangerschaft gehört die Weitergabe von Kalzium an den Fötus ... mehr lesen  
Die Knochendichte eines Frühchens ist geringer.
Titel Forum Teaser
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Mo Di
Zürich 14°C 26°C Wolkenfelder, kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig vereinzelte Gewitter gewitterhaft
Basel 17°C 27°C Wolkenfelder, kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig gewitterhaft gewitterhaft
St. Gallen 17°C 24°C vereinzelte Gewitterleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig Wolkenfelder, kaum Regen gewitterhaft
Bern 12°C 26°C vereinzelte Gewitterleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig gewitterhaft gewitterhaft
Luzern 12°C 26°C Wolkenfelder, kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich gewitterhaft
Genf 17°C 25°C Wolkenfelder, kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig gewitterhaft gewitterhaft
Lugano 19°C 27°C Wolkenfelder, kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig gewitterhaft gewitterhaft
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten