Berufungsprozess von KBV-Verantwortlichen
publiziert: Montag, 8. Nov 2010 / 23:30 Uhr
Die Staatsanwaltschaft fordert deutliche Straferhöhungen.
Die Staatsanwaltschaft fordert deutliche Straferhöhungen.

Zürich - Am Montag hat vor dem Zürcher Obergericht der mehrtägige Berufungsprozess gegen ehemalige Chefs der Winterthurer Krankenkasse KBV begonnen. Die Staatsanwaltschaft forderte deutlich höhere Strafen für alle Angeklagten.

3 Meldungen im Zusammenhang
Den vier Hauptangeklagten - zwei davon sind nicht geständig - wird vorgeworfen, zwischen 2000 und 2002 über 27,5 Millionen Franken ertrogen zu haben. Laut Anklage hatten sie die Namen von mehr als 2000 Versicherten erfunden. Darauf kassierten sie aus dem Risikoausgleichsfonds der Krankenversicherer (KVG) regelmässig hohe Geldbeträge ein.

9,5 Millionen Franken zweigten sie für private Zwecke ab. Als der Schwindel im Juni 2004 aufflog, brach die KBV mit ihren über 60'000 Versicherten zusammen.

Am ersten Verhandlungstag am Obergericht wurde rasch klar, dass sich die Fronten seit dem Urteil des Winterthurer Bezirksgerichts vom Oktober 2008 nur wenig verändert haben. So verlangten die beiden nicht geständigen Ex-Manager erneut einen Freispruch und wiesen jegliche strafrechtliche Verantwortung von sich.

Der Verteidiger des ehemaligen Finanzchefs strebt eine Strafsenkung von drei auf zwei Jahre an. Einer der Verteidiger stellte gar einen Antrag auf Rückweisung der Anklage.

Deutliche Strafverschärfung beantragt

Die Staatsanwaltschaft verlangt hingegen weiterhin volle Schuldsprüche und fordert gar deutliche Straferhöhungen auf je sechs Jahre für die zwei nicht geständigen Angeklagten. Die geständigen Ex-Geschäftsleitungsmitglieder sollen für vier beziehungsweise dreieinhalb Jahre hinter Gitter. Das Urteil des Obergerichts wird am Freitag erwartet.

Das Bezirksgericht Winterthur hatte in erster Instanz den langjährigen KBV-Geschäftsleiter zu einer Freiheitsstrafe von viereinhalb, den Marketingchef zu einer Strafe von vier Jahren verurteilt.

Besser kamen die zwei geständigen Topkadermitglieder davon: Der geständige Finanzchef erhielt eine teilbedingte Strafe von drei Jahren, während das vierte Geschäftsleitungsmitglied mit zwei Jahren bedingt bestraft wurde.

(fest/sda)

Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Lausanne - Drei Hauptverantwortliche ... mehr lesen
Der 63-jährige ehemalige Geschäftsleiter muss ins Gefängnis.
Winterthur - Der ehemalige ... mehr lesen
Die vier Geschäftsleiter sollen der KBV mit fiktiven Kunden Vorteile im Wert von 27 Mio. Franken verschafft haben.
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 21
Buchhaltung: Digital oder in Papierform?
Buchhaltung: Digital oder in Papierform?
Das Ausstellen einer Rechnung ist in der Schweiz rechtlich genau geregelt. Besonders Jungunternehmer und Startups sehen sich zu Beginn mit einer grossen Zahl verschiedener Anforderungen in diesem Bereich konfrontiert. Dabei herrscht Unklarheit darüber, welche Fallstricke tatsächlich beachtet werden müssen, um ein gesetzlich gültiges Papier abzugeben. Wir haben den Fokus deshalb auf die wichtigsten Grundlagen gelegt, die es zu beachten gilt. mehr lesen 
Francesco Schettino: Weil er das Schiff verliess, wurde er als  «Käptain Feigling» verspottet.
Schiffsunglück  Florenz - Kapitän Francesco Schettino ist mehr als vier Jahre nach der Havarie der «Costa Concordia» auch in ... mehr lesen  
Reaktionär  Bern - Gegen die geplante Stiefkindadoption für Homosexuelle regt sich Widerstand. Sollte das Parlament das neue Adoptionsrecht in der vorliegenden Form verabschieden, ... mehr lesen 3
Reaktionäre Kräfte schliessen sich für das Referendum zusammen, mit dabei auch EDU-Präsident Hans Moser.
Titel Forum Teaser
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Fr Sa
Zürich 1°C 12°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen sonnig
Basel 3°C 12°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen sonnig
St. Gallen 1°C 9°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen sonnig
Bern 0°C 10°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen sonnig
Luzern 1°C 10°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen sonnig
Genf 2°C 11°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen sonnig
Lugano 4°C 12°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig sonnig
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten