Besatzungstruppen in Irak verlieren Kontrolle über Nadschaf
publiziert: Donnerstag, 8. Apr 2004 / 14:53 Uhr / aktualisiert: Donnerstag, 8. Apr 2004 / 15:13 Uhr

Bagdad - Die US-geführten Besatzungstruppen in Irak haben die Kontrolle über die Stadt Nadschaf verloren. Das sagte US-Oberbefehlshaber Ricardo Sanchez vor der Presse in Bagdad.

US-Oberbefehlshaber Ricardo Sanchez muss das Chaos eingestehen. (Archiv)
US-Oberbefehlshaber Ricardo Sanchez muss das Chaos eingestehen. (Archiv)
Die Koalitionstruppen hätten sich in ihren Stützpunkt am Rand der Agglomeration zurückgezogen. In der Pilgerstadt Nadschaf, einer der schiitischen Hochburgen, waren am Mittwoch mindestens zehn Menschen bei Gefechten von Aufständischen mit spanischen und salvadorianischen Truppen gestorben.

Der irakische Übergangs-Innenminister Nuri Badran hat inzwischen seinen Rücktritt eingereicht. Wie Badran in Bagdad erklärte, reagierte er damit auf die Kritik von US-Zivilverwalter Paul Bremer an der Arbeit des Innenressorts.

Tausende auf dem Weg nach Falludscha

Derweil haben sich Tausende Schiiten und Sunniten zu Fuss von Bagdad aus zur 50 Kilometer entfernten Stadt Falludscha aufgemacht. Sie wollen Nahrungsmittel und Medikamente in die Stadt bringen, die von den USA abgeriegelt wurde.

Die Demonstrierenden riefen immer wieder zur Einheit aller Moslems im Kampf gegen die US-Besatzungsmacht auf. Bei neuen Gefechten in Falludscha wurden unterdessen fünf Iraker getötet und zehn weitere Menschen verletzt, wie Spitalärzte berichteten.

Augenzeugen sagten, in der Nähe einer Schule sei ein US-Armeehelikopter abgestürzt. Östlich von Falludscha seien bei Gefechten auch US-Soldaten getötet worden. Dafür gab es zunächst keine Bestätigung der US-Armee.

Verhandlungen mit Sadr

Der irakische Regierungsrat verhandelt nach Angaben seines Mitglieds Adnan Patschatschi mit dem radikalen Schiitenführer Moktada Sadr über eine Aufgabe und ein Ende des Aufstandes gegen die Besatzungsmächte.

Diese liefern sich seit Tagen heftige Gefechte mit sunnitischen und schiitischen Aufständischen. Dabei sind 35 Soldaten und mindestens 200 Iraker getötet worden.

Als Reaktion auf die schweren Unruhen in Irak wollen die USA ihre Truppen vorübergehend aufstocken. US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld räumte ein ernstes Problem in Irak ein und kündigte an, dass Soldaten, die eigentlich in diesem Frühjahr in die USA hätten heimkehren sollen, im Kriegsgebiet stationiert bleiben sollen.

(fest/sda)

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