WHO setzt darauf
Bessere Diagnosen und Vorbeugung gegen Zika Virus
publiziert: Mittwoch, 9. Mrz 2016 / 18:15 Uhr
Der Zika Virus wird durch Stechmücken verbreitet.
Der Zika Virus wird durch Stechmücken verbreitet.

Genf - Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) drückt wegen des Zika-Virus aufs Tempo. Am vordringlichsten sei die Entwicklung von Diagnoseverfahren und Vorbeugemassnahmen, um Schwangere und ihre Babys zu schützen, sagte WHO-Zika-Expertin Marie-Paule Kieny am Mittwoch in Genf.

7 Meldungen im Zusammenhang
Aktuell suchten mehr als 60 Firmen und Forschungsinstitutionen nach geeigneten Diagnoseverfahren, nach einem Impfstoff, nach Medikamenten oder nach Methoden, um die Ausbreitung der krankheitsübertragenden Moskitos (Aedes aegypti) zu verringern, sagte Kieny.

Die Entwicklung eines Impfstoffs sei noch in einer frühen Phase. «Für den aktuellen Ausbruch in Brasilien kommt er wohl zu spät», sagte sie. Jorge Kalil, der in Brasilien an der Entwicklung eines Impfstoffes arbeitet, rechnet mit mindestens drei Jahren bis ein solcher gegen das Zika-Virus bereit steht, wie er in Genf sagte.

Zurückhaltend äusserten sich die WHO-Experten zum möglichen Erfolg der Mückenbekämpfung. «Bei Zika wissen wir nicht, ob das funktionieren wird», meinte Kieny. Am ehesten verspreche eine Kombination von Verfahren der Moskito-Bekämpfung eine Wirkung, heisst es in dem Experten-Bericht. Da die Infektion für die meisten Menschen harmlos verlaufe, sei die Entwicklung von Medikamenten am wenigsten eilig.

Weitere Schäden bei Föten möglich

Die WHO hatte kurz zuvor berichtet, dass der Zika-Erreger wohl nicht nur für Schädelmissbildungen bei Babys (Mikrozephalie) verantwortlich sei, sondern auch als Ursache für weitere schwere Hirn- und Wachstumsschäden bei Föten in Frage komme.

Das Zika-Virus ist nach Erkenntnissen WHO gefährlicher als bisher angenommen. «Die geografische Verbreitung ist weiter, die Risikogruppe grösser, und zu den Übertragungswegen gehört neben Mückenstichen auch Geschlechtsverkehr», sagte WHO-Direktorin Margaret Chan am Dienstagabend in Genf. «Das ist alarmierend.»

Im Zentrum der Sorge stünden weiterhin Schwangere. Die WHO riet ihnen ab, betroffene Gebiete zu bereisen. Schnelle Erfolge seien weder beim Impfstoff noch bei der Bekämpfung der krankheitsübertragenden Mücken zu erwarten.

Die WHO hatte wegen der Ausbreitung des Zika-Virus vor allem in Brasilien vor fünf Wochen den globalen Gesundheitsnotfall ausgerufen. Zika ist bisher weltweit in mehr als 50 Ländern nachgewiesen worden.

Seit 2015 hat sich der Erreger rasant in Lateinamerika ausgebreitet. Er wird vor allem von bestimmten Stechmücken übertragen. Viele Infizierte erkranken nicht oder bekommen nur grippeähnliche Symptome.

Es könne nicht ausgeschlossen werden, dass sich Zika ähnlich ausbreite wie das Dengue-Fieber, sagte Chan. An den grippeähnlichen Symptomen von Dengue erkranken jährlich schätzungsweise 50 bis 100 Millionen Menschen.

Keine generelle Reisewarnung - Staaten verantwortlich

Es liege in der Verantwortung eines jeden Staates, betroffene Gebiete genau zu bezeichnen, sagte der Vorsitzende des Notfall-Komitees, David Heymann. «Und es liegt in der Verantwortung der Frauen zu entscheiden, ob sie reisen wollen oder nicht.»

Die WHO sprach keine generelle Reisewarnung aus, empfahl aber Schwangeren, nicht in Zika-Gebiete zu reisen. Werdende Mütter, deren Sexualpartner in betroffenen Gegenden lebten, sollten während der Schwangerschaft nur geschützten Geschlechtsverkehr haben.

(pep/sda)

?
Facebook
SMS
SMS
0
Forum
Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Paris - Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat vor einem Übergreifen des Zika-Virus auf bislang nicht betroffene Regionen ... mehr lesen
Mit den ansteigenden Frühlingstemperaturen würden zwei Mückenarten aktiv, die das Virus übertragen könnten. (Symbolbild)
Miami - US-Wissenschaftler haben den Zusammenhang zwischen dem Zika-Virus und der Geburt von Kindern mit ungewöhnlich kleinen Köpfen nachgewiesen. Das teilte die US-Gesundheitsbehörde CDC am Mittwoch mit. Der Zusammenhang war bislang nur stark angenommen worden. mehr lesen 
Zika-Viren stehen im Verdacht, über Infektionen von Schwangeren den Ungeborenen zu schaden.
Genf - Angesichts der raschen Ausbreitung des Zika-Virus erhält die Weltgesundheitsorganisation ... mehr lesen
Seoul - Erstmals ist das Zika-Virus bei einem Patienten in Südkorea nachgewiesen worden. Der 43-jährige Mann sei nach der ... mehr lesen
Das Zika-Virus hat sich rasant ausgebreitet.
Windprojekte in Brasilien, die einen Auftrag durch öffentliche Ausschreibungen bekommen, werden beträchtlich reduziert. (Symbolbild)
Brasilia - Brasiliens Industrie für erneuerbare Energien wird durch die Wirtschaftskrise im eigenen Land stark beeinträchtigt. mehr lesen
Weitere Artikel im Zusammenhang
Rio De Janeiro/Havanna/Bratislava - Die bestätigten Fälle von Schädelfehlbildungen bei Babys, deren Mütter sich während ... mehr lesen
Einen Impfstoff gibt es bisher nicht. (Archivbild)
Havanna - Im Kampf gegen die Ausbreitung des Zika-Virus setzt jetzt auch Kuba die Armee ein. Wie Staatschef Raúl Castro am ... mehr lesen
Akupunktur, Tuina, Massage, Laserakupunktur, Taping
Hypnose und Hypnosetherapie in Baden / Aargau
Jüngere Männer arbeiten später oft wieder.
Jüngere Männer arbeiten später oft wieder.
Jüngere Menschen sowie Gebildetere kehren eher zurück  Kopenhagen - Jeder Dritte, der erstmals mit einem Herzversagen ins Krankenhaus eingeliefert worden ist, kehrte ein Jahr später nicht an seinen Arbeitsplatz zurück, wie das Copenhagen University Hospital ermittelt hat. 
Die Zigarette ist scheinbar doch nicht Vorbote des Todes.
Raucher leben nach Herzinfarkt deutlich länger Mannheim - Die Sterblichkeitsrate von Rauchern nach einem Herzinfarkt ist niedriger als die von Nichtrauchern.
Vaccae wirkt ähnlich wie Antidepressivum  Toronto - Das Mikrobakterium Vaccae, das vor allem in Gärten zu finden ist, könnte Menschen bei der ...  
Gartenarbeit tut offenbar gut.
eGadgets «Dritte Hand»  Forscher des MIT Media Lab haben eine Roboter-Hand entwickelt, die bei Tätigkeiten des Alltags als dritte Hand dient.  
Titel Forum Teaser
Massagepraxis in Zürich-Oerlikon
Medizin Jobs und Jobs Gesundheitswesen
 
Wettbewerb
   
Die Alp Grosser Mittelberg im Justistal.
Viel Glück  Die Alpsaison steht vor der Tür. Damit Wanderfreunde den Weg zu den schönsten Alpbeizli finden, haben wir ein Gewinnspiel parat.
Mitmachen und gewinnen.  Rechtzeitig zur Premiere von «The First Avenger: Civil War» verlosen wir zwei Fan-Pakete mit jeweils zwei Kinoeintritten.
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Mi Do
Zürich 9°C 14°C bewölkt, etwas Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig recht sonnig
Basel 10°C 15°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich recht sonnig
St. Gallen 7°C 11°C stark bewölkt, Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig recht sonnig
Bern 7°C 14°C Wolkenfelder, kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig recht sonnig
Luzern 8°C 14°C stark bewölkt, Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig recht sonnig
Genf 8°C 16°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig Wolkenfelder, kaum Regen recht sonnig
Lugano 10°C 23°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig freundlich
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten