Bestehen die Schweizer im Kampf gegen die Iren?
publiziert: Montag, 10. Okt 2005 / 21:53 Uhr / aktualisiert: Dienstag, 11. Okt 2005 / 06:18 Uhr

Von der Schweizer Nationalmannschaft ist in der Endphase der WM-Qualifikation ein hohes Mass an Flexibilität gefordert.

Der Hoffnungsträger der Iren: Clinton Morrison.
Der Hoffnungsträger der Iren: Clinton Morrison.
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Gegen Frankreich wies die SFV-Auswahl nach, dass sie spielerisch auch mit Spitzenteams mithalten kann. Gegen Irland ist nun der Faktor Kraft gefragt.

Akt gegen Franzosen kostete viel Kraft

Im Lager der Schweizer war nicht ohne Grund auffällig oft von Regeneration die Rede. Der Akt gegen die Franzosen (1:1) hatte die Mannschaft von Köbi Kuhn sehr viel Kraft gekostet. Tranquillo Barnetta, eine der auffälligsten Figuren beim grandiosen Auftritt in Bern, wirkte auch zwei Tage später noch müde. «Das Spiel am Samstag ging tatsächlich an die Substanz», gestand Barnetta am Montag in der Flughafenhalle der irischen Hauptstadt Dublin.

Andere Spieler spüren die Strapazen gleichermassen. Zeit, die Energiespeicher nachzufüllen, bleibt indes nur wenig. Und wer die Strategie der Iren kennt, wird sich von Beginn weg auf einen veritablen Abnützungskampf einstellen müssen. Anders als die Franzosen versucht sich das irische Team den Weg zum Erfolg vorwiegend mit physischen Mitteln zu ebnen. Im Ensemble von Brian Kerr zählt Leidenschaft mehr als raffiniertes Kurzpassspiel.

Iren sind zuversichtlich

«Achtung, fertig, los». Das ist nicht der Filmtitel einer irischen Parodie aufs Militär, sondern die Worte von Johann Vogel zum erwarteten Auftritt der Iren. Der am Samstag magistrale Captain erwartet einen frühen Sturmlauf der Gastgeber. «Sie spielten gegen Zypern schlecht. Das können sie sich kaum ein zweites Mal erlauben.» Aber die Schweizer lassen sich deswegen nicht zur Hektik verleiten: «Wir haben in dieser Ausscheidung schon mehrfach bewiesen, dass wir bei Bedarf durchaus reagieren können», sagte Vogel.

Die Konstellation in Dublin ist grundsätzlich nicht mit jener vor dem Duell mit Frankreich zu vergleichen. Die Franzosen richteten In Bern ihr Offensiv-System noch immer auf den verblassenden Ballverteiler Zinédine Zidane aus, wogegen die Iren optisch einfachere, unter Umständen jedoch direktere Angriffsvarianten vor ziehen - zumal beim verletzungsbedingten Fehlen des Strategen Roy Keane und den Dribblern Damien Duff. Mit dem notgedrungen offensiven Stil und den über 30 000 stimmgewaltigen Supportern im Rücken ist den Iren zuzutrauen, die ungeschlagenen Schweizer nachhaltig zu bedrängen.

Hoffnungsträger Clinton Morrison

Einer der Hoffnungsträger heisst Clinton Morrison. Der kräftige und zuweilen auch für die eigenen Mitspieler unkontrollierbare Stürmer von Crystal Palace passt perfekt ins Schema von Coach Brian Kerr. Im Hinspiel gelang ihm das Tor zum 1:1-Remis. Die Schweizer verfügen allerdings über die Mittel, die irischen Argumente zu entkräften. Philippe Senderos hat sich bei Arsenal im britischen Fussball-Alltag längst an unzimperliche Stilmittel gewöhnt.

Patrick Müller, Senderos´ Partner in der Innenverteidigung, schätzt die Charakteristiken der irischen Angreifer sogar: «Ich habe zuweilen Probleme gegen schnelle Stürmer. Das körperbetonte und zugleich statische Spiel von Morrison kommt mir gelegen.» Zumindest sinngemäss äusserte sich Barnetta ähnlich. Ihm könnte primär zupass kommen, dass die Iren auf Grund der Ausgangslage zum Sieg verpflichtet sind. Der «Sprinter» im Team der Schweizer kalkuliert unter diesen Umständen mit mehr Raum in den Couloirs.

Gelingt den Schweizern der schwierige Balanceakt?

Die optimistische Tonlage im Kreis der SFV-Auswahl ist mit Rückblick auf den Parcours der letzten Monate legitim. Sich einen Matchball zu erarbeiten, ist gewiss nicht einfach, aber oftmals erfordert dessen Verwertung noch mehr Qualitäten. Und in diesem Fall liegt der Schlüssel zum Erfolg womöglich darin, im irischen Kampf zu bestehen und gleichzeitig die eigenen technischen Vorteile auszuspielen. Gelingt den Schweizern der schwierige Balanceakt, dürfte das letzte Wegstück zur WM in Deutchland nicht allzu steil sein.

(gg/Si)

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