'Bestmögliche Verfassung für diesen Parcours'
publiziert: Dienstag, 24. Aug 2004 / 20:12 Uhr

Die glorreichen Tage der Schweizer Triathleten in Sydney 2000 sind passé, ab heute Mittwoch zählen nur noch die Spiele in Athen. "Endlich geht es los", freut sich Brigitte McMahon, die Schweizer Goldmedaillen-Gewinnerin von Sydney.

McMahon will ihren Triumph von Sydney wiederholen.
McMahon will ihren Triumph von Sydney wiederholen.
Die 37-jährige Zentralschweizerin ist vier Jahre nach ihrem grössten Triumph als Sportlerin die Schweizer Hoffnungsträgerin bei den Frauen. Realistischer scheinen Schweizer Medaillenchancen aber eher im Männer-Rennen von morgen Donnerstag, in dem unter den rund 30 potenziellen Sieganwärtern auch das Schweizer Trio Olivier Marceau (31), Reto Hug (29) und Sven Riederer (23) figuriert.

Bei den Frauen scheinen die drei Hauptanwärterinnen für die Podestplätze fast schon in Stein gemeisselt: Die beiden Amerikanerinnen Barbara Lindquist und Sheila Taormina sowie die Australierin Loretta Harrop. Das Trio hat im Weltcup schon wiederholt auf dem Rad an der Spitze zusammengearbeitet. Und wenn die drei schnellen Schwimmerinnen auch zusammen das Tempo machen, dürfte ihnen der Vorsprung auf der abschliessenden Laufstrecke nicht mehr zu nehmen sein.

Noch höher als McMahon sind aus Europa beispielsweise Anja Dittmer (De), die 2003 und 2004 die meisten Weltcup-Siege für Europa verbuchen konnte, oder die erst 18-jährige Europameisterin Vanessa Fernandes (18, Por) einzustufen. Ohne grösseren Druck kann die zweite Schweizer Teilnehmerin, Nicola Spirig (22), ihr Olympia-Debüt angehen. Für sie muss es beispielsweise darum gehen, die Italienerin Beatrice Lanza hinter sich zu lassen. Lanza war vor drei Jahren noch Juniorinnen-WM-Zweite hinter Spirig gewesen, ist inzwischen aber von den Weltcup-Resultaten her an der Schweizerin vorbeigezogen.

Topfavoritin Taormina ist aktuelle Weltmeisterin; sie war 1996 Schwimm-Staffel-Olympiasiegerin mit den USA. Taormina kam bereits in Sydney 2000 bei der olympischen Triathlon-Premerie als Erste aus dem Wasser, wurde aber bald von der ersten Gruppe mit McMahon und Magali Di Marco Messmer gestellt.

Keine Team-Taktik bei den Schweizern

Bei den drei Schweizer Männern gibt es keine offielle Team-Taktik. Sven Riederer und Olivier Marceau sind aber ähnlich starke Radfahrer, die bereits bei der Olympia-Generalprobe auf der gleichen Strecke im letzten Oktober mit den Rängen 3 und 4 brilliert hatten. Marceau sagt: "Ich träume von Gold und werde meine Chance erneut bereits auf dem Rad-Parcours suchen."

Je anspruchsvoller der Radstrecke, desto schneller könne er die abschliessenden zehn Kilometer laufen, ist Marceau überzeugt. Der Doppelbürger war 2000 noch für Frankreich Weltmeister und in Sydney Siebter geworden. Seine Mutter ist Schweizerin und lebt in Biel.

Auch Riederer und Hug sind zuversichtlich. "Ein zweites Olympia-Diplom ist nicht mein Ziel", so der ehemalige Europameister Reto Hug. Er gilt als der stärkste Läufer im Schweizer Trio. Nationaltrainer Martin Rhyner sagt über den ehemaligen Europameister und Olympia-Achten von Sydney, dass dieser ein Rennen "unwahrscheinlich gut lesen und entsprechend darauf reagieren kann".

Keine Rad-Verpflegungsposten

Der Radkurs ist im Vergleich zu Weltcuprennen deutlich anspruchsvoller. Nach 1,5 km Schwimmen im Meer bei Vougliagmeni folgen fünf Radrunden à 8 km mit zwei Steigungen; eine davon weist bis zu 20 Steigungsprozente auf! Das Schweizer Team bereitete sich im Trainingslager in Zypern mit entsprechendem Intervall-Einheiten in der Mittagshitze darauf vor. "Ich will nicht sagen, dass die Athleten in der besten Form ihres Lebens sind. Aber sie sind in der bestmöglichen Verfassung für diesen Kurs", sagt Nationaltrainer Rhyner.

Die Triathleten müssen auf der Radstrecke auch gegen Windböen kämpfen und zudem ohne Verpflegungsmöglichkeit zurechtkommen. "Zwei volle Bidons in dieser Hitze reichen über 40 km fast nicht mehr aus", denkt Rhyner. Möglichst eisgekühlt werden die Bidons zum letztmöglichen Zeitpunkt vor dem Start montiert. Dadurch soll die Dehydrierung des Körpers hinausgezögert werden. Einen Bidon zu verlieren könnte sich demzufolge fatal auswirken.

Auf der abschliessenden Laufstrecke gibt es alle 800 Meter einen Verpflegungsposten. Die Schweizer werden laut Rhyner dann keine isotonischen Getränke mehr, sondern nur noch Wasser zu sich nehmen.

(rr/Si)

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