Betrüger schwatzen 100 000 Franken ab
publiziert: Montag, 2. Okt 2006 / 12:23 Uhr

Zürich - 100 000 Franken Verlust statt zwei Millionen Franken Gewinn muss ein 51-jähriger Imbissstand-Betreiber aus Zürich verbuchen. Er fiel auf die Tricks einer Betrügerbande herein.

Im Laufe des Verfahrens wurden 16 Personen zwischen 20 und 40 Jahren festgenommen.
Im Laufe des Verfahrens wurden 16 Personen zwischen 20 und 40 Jahren festgenommen.
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Der Mann war im August von einem Nigerianer «ins Vertrauen gezogen» worden: Zwei Freunde hätten in den Bürgerkriegswirren mehrere Millionen Euro und Franken beiseite schaffen können. Später zeigte das Trio dem 51-Jährigen einen Koffer, vollgepackt mit stark verfärbten Geldscheinen.

Mit einer bestimmten Chemikalie könne das Geld gereinigt und wieder in Umlauf gebracht werden, erzählte das Trio. Es demonstrierte das Vorgehen an ein paar Tausendernoten, die sich bei einer Prüfung auf der Bank als echt herausstellten.

Dem nun vertrauensvollen Mann gaben die Männer den «millionenschweren» Koffer zur Aufbewahrung. Zudem baten sie ihn um 100 000 Franken, um die nötigen Mengen Chemikalien zur Reinigung der Millionen zu kaufen. Er tat ihnen den Gefallen, zumal ihm eine Belohnung von zwei Millionen Franken in Aussicht gestellt wurde.

«Geldbündel» waren nichts als wertloses Papier

Erst als er nichts mehr von den Afrikanern hörte, sah er sich den Koffer genauer an: Die «Geldbündel» waren nichts als wertloses Papier, getarnt jeweils mit einer Note Falschgeld als Deckblatt.

Die Polizei konnte die Täter identifizieren. Im Laufe des Verfahrens wurden 16 Personen zwischen 20 und 40 Jahren festgenommen, darunter mehrere Nigerianer, zwei Kameruner und ein Mann aus Haiti. Sie haben sich wegen Betrugs, in Umlaufsetzen von Falschgeld, Geldwäscherei, Drogenhandels und Verstössen gegen das Ausländergesetz zu verantworten.

Bei Hausdurchsuchungen wurden Chemikalien und Farben zur Herstellung des Betrugs-Geldes sichergestellt. Entdeckt wurden zudem Falschgeld in Euro, Schweizer Franken und US Dollar sowie echte 227 000 Franken, 34 000 US-Dollar und 32 000 Euro.

(li/sda)

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