Strassenkunst
Bezirksgericht Zürich büsst Strassenkünstler für Riesenseifenblasen
publiziert: Montag, 22. Feb 2016 / 20:45 Uhr / aktualisiert: Montag, 22. Feb 2016 / 21:02 Uhr
Illegale Seifenblasen in Zürich.
Illegale Seifenblasen in Zürich.

Zürich - Das Bezirksgericht Zürich hat am Montag den 70-jährigen Zürcher Strassenkünstler Gunnar Jauch zu 300 Franken Busse verurteilt, weil er ausserhalb des Seebeckens bunte Riesenseifenblasen steigen liess. Die Busse kann er mit 12 Stunden gemeinnütziger Arbeit abverdienen.

Der Architekt war vom Stadthalteramt mit drei Strafbefehlen zu Bussen von zwei Mal 100 und einmal 300 Franken bestraft worden, weil er 2015 im Niederdorf und auf dem Sechseläutenplatz seine bunten Seifenblasen produzierte. Gemäss der städtischen Benutzungsordnung ist diese Art Kunst ausschliesslich in der Seeuferanlage erlaubt.

Jauch akzeptierte die Strafbefehle nicht und gelangte ans Bezirksgericht. «Niemand kann nachvollziehen, dass ich für Seifenblasen wiederholt gebüsst wurde», sagte der 70-Jährige vor der Einzelrichterin.

«Meine Kunst braucht Raum»

Er sei sich zwar bewusst, dass seine Kunst lediglich an der Seeuferanlage erlaubt sei. Doch sei dieser Ort für seine Tätigkeit denkbar ungeeignet. Seine Aktivität brauche Raum. An der Seeuferanlage habe es viele Bäume sowie zahlreiche Passanten und Radfahrer, an denen die Blasen vorzeitig zerplatzen würden. Zudem wehe dort häufig ein Wind.

Seine Passion begründete Jauch damit, Seifenblasen seien das geeignete Mittel, Liebe zu verbreiten. «Es tut einfach meiner Seele gut», führte er aus. Seine Kunst erfreue sowohl Kinder als auch chinesische Touristen. Auch Zürich Tourismus unterstütze seine Strassenkunst. Zwei Stunden vor der Verhandlung hatte er vor dem Bezirksgericht eine Kostprobe seiner Kunst gegeben.

Gesetz ist Gesetz

Heute lasse er seine Blasen vor allem beim Mühlesteg, in der Nähe der Polizeiwache Urania, in den Himmel steigen, sagte Jauch. Er habe gar bei der Stadtpolizei ein Gesuch zur legalen Ausübung seiner Kunst auf dem Stadtgebiet eingereicht.

Die Einzelrichterin zeigte zwar einiges Verständnis für Jauchs Anliegen, kam aber dennoch zu einem Schuldspruch. Gesetz sei eben Gesetz. Das Argument des Strassenkünstlers, wonach im vergangenen Frühling bei einer Sympathie-Kundgebung rund 800 Personen auf dem Sechseläuten-Platz mit Seifenblasen hantiert hätten und nicht gebüsst worden seien, liess die Richterin nicht gelten.

«Es gibt kein Gleichstellung im Unrecht», stellte sie klar. Dem Wunsch des Beschuldigten, die Busse von 300 Franken in 12 Stunden gemeinnützige Arbeit umzuwandeln, kam sie aber nach. Mit dem Schuldspruch soll Jauch einen bedeutenden Teil der Verfahrens- und Gerichtskosten tragen. Allerdings kann er den Fall immer noch an das Obergericht weiterziehen.

Mit den illegalen Seifenblasen befasste sich 2015 auch das Stadtparlament. Ein SP-Postulat, das an den Stadtrat überwiesen wurde, verlangt, dass der Sechseläutenplatz in die Zone für Strassenkunst einbezogen wird.

(fest/sda)

?
Facebook
SMS
SMS
0
Forum
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. 13
Francesco Schettino: Weil er das Schiff verliess, wurde er als  «Käptain Feigling» verspottet.
Francesco Schettino: Weil er das Schiff ...
Schiffsunglück  Florenz - Kapitän Francesco Schettino ist mehr als vier Jahre nach der Havarie der «Costa Concordia» auch in zweiter Instanz zu 16 Jahren und einem Monat Haft verurteilt worden. Das Berufungsgericht in Florenz bestätigte damit das Urteil aus erster Instanz. 
Verteidigung fordert Freispruch Florenz - Im Berufungsprozess gegen «Costa Concordia»-Kapitän Francesco Schettino hat die ...
Reaktionär  Bern - Gegen die geplante Stiefkindadoption für Homosexuelle regt sich Widerstand. Sollte das Parlament das neue Adoptionsrecht in der vorliegenden Form verabschieden, ... 2
Reaktionäre Kräfte schliessen sich für das Referendum zusammen, mit dabei auch EDU-Präsident Hans Moser.
Die Mehrheit der Kommission ist für die Änderungen.(Symbolbild)
Nationalrat sagt Ja zur Stiefkindadoption für Homosexuelle Bern - Homosexuelle sollen künftig Kinder ihrer Partner oder Partnerinnen adoptieren dürfen. Nach dem Ständerat ...
Titel Forum Teaser
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Sa So
Zürich 19°C 31°C vereinzelte Gewitterleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig gewitterhaft Wolkenfelder, kaum Regen
Basel 21°C 31°C vereinzelte Gewitterleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig gewitterhaft freundlich
St. Gallen 18°C 28°C vereinzelte Gewitterleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig gewitterhaft bewölkt, etwas Regen
Bern 21°C 30°C vereinzelte Gewitterleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig gewitterhaft Wolkenfelder, kaum Regen
Luzern 20°C 30°C vereinzelte Gewitterleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig gewitterhaft bewölkt, etwas Regen
Genf 18°C 30°C vereinzelte Gewitterleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig gewitterhaft freundlich
Lugano 21°C 31°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig vereinzelte Gewitter vereinzelte Gewitter
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten