Bilanz 2007: 86 getötete Journalisten, 887 Festnahmen
publiziert: Mittwoch, 2. Jan 2008 / 17:31 Uhr / aktualisiert: Freitag, 12. Nov 2010 / 14:35 Uhr

Berlin - Mindestens 86 Journalisten sind 2007 in 21 Ländern während oder wegen ihrer Arbeit ums Leben gekommen. Das ist der höchste Stand seit 1994.

Das Internet-Netz zeigt die schwarzen Löcher, wo Information und Kommunikation nur begrenzt möglich ist
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In rund 90 Prozent der Fälle sind die Verantwortlichen nicht oder nur eingeschränkt zur Rechenschaft gezogen worden.

67 Journalisten wurden in 15 Ländern entführt. 135 Journalisten waren zum Jahreswechsel hinter Gittern, mindestens 887 wurden im Laufe des vergangenen Jahres festgenommen.

Irak ist das gefährlichste Land

Der Irak war mit 47 getöteten Journalisten und Medienmitarbeitern im fünften Jahr in Folge das gefährlichste Land für Medienleute. Bis auf einen russischen Reporter waren ausschliesslich Iraker, die für lokale Medien arbeiteten, die Opfer.

Das weltweit zweitgefährlichste Land für Journalisten war Somalia, acht Journalisten verloren dort ihr Leben. Während ausländische Medien in Somalia kaum noch präsent sind, berichten einheimische Reporter unter grossen Gefahren von den Kämpfen zwischen militanten Islamisten und den von Äthiopien unterstützten Regierungstruppen.

Journalisten wurden gezielt ermordet

Vier der acht Getöteten wurden gezielt ermordet. Zahlreiche Journalisten sind inzwischen aus dem Land geflohen.

In Pakistan starben sechs Journalisten, in Sri Lanka drei. In Eritrea kamen zwei Journalisten ums Leben; einer starb im Gefängnis, der andere auf der Flucht aus dem Land, das am Schluss der jährlichen Rangliste von Reporter ohne Grenzen steht. In 2007 kamen 20 Medienmitarbeiter (Fahrer, Dolmetscher, Techniker, Sicherheitsleute) ums Leben, zwölf weniger als im Jahr zuvor.

Reporter ohne Grenzen zählt ausschliesslich Todesfälle, die eindeutig mit der Berufsausübung im Verbindung stehen. Nicht erfasst sind Fälle, deren Zusammenhang noch nicht geklärt ist oder weil sie anderen Umständen (etwa Krankheit oder einem Autounfall) geschuldet waren.

China und Kuba sind die grössten Gefängnisse

China und Kuba sind weiterhin die grössten Gefängnisse für Journalisten (33 bzw. 24 Inhaftierte). Es gab 887 Festnahmen in den vergangenen zwölf Monaten, die meisten in Pakistan (195), Kuba (55) und im Iran (54).

65 Internetdissidenten sind weltweit hinter Gittern, 50 in China, acht in Vietnam. In Ägypten wurde der Blogger Karem Ameer zu vier Jahren Gefängnis verurteilt, u.a. weil er Präsident Mubarak kritisiert hatte.

Mindestens 67 Journalisten sind im vergangenen Jahr in 15 Ländern entführt worden; 25 allein im Irak. Zehn von ihnen wurden von ihren Kidnappern ermordet. Derzeit sind noch 14 Journalisten in der Gewalt ihrer Entführer, alle im Irak.

Zensur des Internets nahm zu

Die Zensur des Internets nahm vor allem in China, Birma und Syrien zu. Die Behörden sind bemüht, aus dem Internet ein Intranet zu machen, das ausschliesslich zur Kommunikation innerhalb des Landes und für ausgewählte Benutzer dienen soll. So wurden in China rund um den 17. Kongress der Kommunistischen Partei im Oktober rund 2'500 Seiten, Blogs und Foren gesperrt. Syrien schloss zum Jahresende über 100 Seiten; die Militärs in Birma legten während des Aufstandes im September und Oktober E-Mail Verkehr und Internet-Zugang im Land komplett lahm.

(li/ots)

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