Ungeduld und Risikoscheue
Biogas statt Brennholz in China
publiziert: Donnerstag, 12. Sep 2013 / 12:13 Uhr / aktualisiert: Freitag, 27. Sep 2013 / 16:04 Uhr

Damit die Landbevölkerung Chinas von Brennholz auf Biogas umsteigt, subventioniert die chinesische Regierung den Bau von Biogasbecken für private Haushalte.

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Obwohl sich der Umstieg wirtschaftlich lohnen würde, nutzen viele Landwirte das Subventionsprogramm nicht. Die Gründe dafür sind vielfältig.

Chinas ländliches Biogasprogramm

Trotz Chinas rapider wirtschaftlicher Entwicklung der letzten 30 Jahre sind viele Menschen im ländlichen Raum immer noch stark auf Brennholz angewiesen, um zu kochen und zu heizen. Dafür werden Wälder grossflächig abgeholzt, was wiederum zur Klimaveränderung beiträgt. Biogas ist eine alternative erneuerbare Energiequelle. Um den Umstieg auf Biogas im ländlichen China voranzutreiben, startete die chinesische Zentralregierung im Jahr 2003 ein ländliches Biogasprogramm, das alle Provinzen auf dem chinesischen Festland einschliesst.

Das Programm wird jährlich von der Regierung mit 2.5 Milliarden chinesische Yuán (ca. 400 Millionen Schweizer Franken) finanziert. Teilnehmer am Biogasprogramm erhalten Subventionen für den Bau von Biogasbecken. Dadurch soll die Bevölkerung dazu motiviert werden, Biogas im Alltag zu nutzen. Das Errichten eines Biogasbeckens und die dazugehörigen Umbauten einer typischen ländlichen Behausung, inklusive der Toiletten, des Schweinestalls und der Küche, kosten ca. 3000 Yuán (etwa 46'000 Franken). Die Höhe der Subventionen beträgt pro Haushalt je nach Region zwischen 800 und 1200 Yuán.

Biogas kann jährlich 4500 Yuán Gewinn abwerfen, was die Teilnahme am Programm wirtschaftlich attraktiv macht. Dennoch ist die Anzahl Teilnehmer niedrig. Mehr als die Hälfte der geeigneten Haushalte haben kein Biogasbecken. Es ist daher wichtig, zu ergründen, welche Faktoren die Landwirte darin beeinflussen, am Biogasprogramm teilzunehmen oder nicht.

Was hemmt die Teilnahme am Programm?

Unsere Studie untersucht diese Frage, mit dem Fokus welche Rolle die persönliche Lebenseinstellung, Risikobereitschaft, Ambiguitäts- und Zeitpräferenzen oder der soziale Kontakt mit anderen Landwirten bei der Entscheidung spielen, am Biogasprogramm teilzunehmen. Ambiguitätspräferenz ist dabei die persönliche Einstellung gegenüber Unsicherheiten, also Situationen, deren Risiken nicht näher eingeschätzt werden können. Zeitpräferenz ist ein Mass dafür, wie stark jemand kurzfristig anfallende Kosten im Vergleich zu langfristig entstehendem Nutzen gewichtet.

Wir haben ökonomische Experimente durchgeführt, um die verschiedenen Präferenzen zu messen, und diese zusammen mit Umfrageergebnissen von etwa 500 chinesischen Landwirten statistisch analysiert, um den Einfluss verschiedener Faktoren auszumachen. Unsere Ergebnisse zeigen auf, dass

1. Risikobereitschaft die Teilnahme ländlicher Haushalte am Biogasprogramm beeinflussen, während Ambiguitäts- und Zeitpräferenzen keine bedeutende Rolle spielen;
2. wer risikoscheuer ist, weniger wahrscheinlich am Biogasprogramm teilnehmen wird;
3. dieser Effekt der Risikobereitschaft nur für ungeduldige Menschen sichtbar ist, was einen Zusammenhang zwischen der Risikobereitschaft und der Zeitpräferenz andeutet.

Somit nehmen ungeduldige, risikoscheue Landwirte am wenigsten wahrscheinlich am Programm teil.

Die persönliche Lebenseinstellung ist ebenfalls wichtig. Zum Beispiel nehmen Landwirte, die glauben, dass was ihnen widerfährt von Schicksal, Zufall oder Glück abhängt, mit geringerer Wahrscheinlichkeit am Biogasprogramm teil. Das trifft auf Frauen stärker zu als auf Männer. Wir haben ausserdem vorläufige Resultate, die zeigen, dass soziale Netzwerke ebenfalls wichtig sind: Landwirte werden von der Entscheidung anderer in ihrem sozialen Netzwerk beeinflusst, ob sie am Biogasprogramm teilnehmen oder nicht.

Unsere Ergebnisse haben somit auch politische Bedeutung: Der Zusammenhang von Risikobereitschaft und Teilnahme am Biogasprogramm deutet darauf hin, dass politische Massnahmen hilfreich sein könnten, um die Ausbreitung der Biogastechnologie im ländlichen Raum Chinas zu unterstützen. Zum Beispiel könnte Training in Risiko-Management und das Angebot einer speziellen Versicherung den Landwirten helfen, ihr wahrgenommenes Risiko zu reduzieren und damit ihre Bereitschaft erhöhen, auf Biogas umzusteigen.

(Prof. Stefanie Engel/ETH-Zukunftsblog)

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Alles Lobbyisten!
Windkraftwerke alt, Atomkraftwerke alt!

http://www.slimlife.eu/kalte_Fusion.html

Das wird nur von den Lobbyisten verhindert. Auch die Grünen sind Lobbyisten. Nennen Sie mir einen ehrlichen Politiker. (Gestern war Herr Maurer ehrlich)

Wer ist der Mann zwischen Gandhi und Tesla? Ich kenne den nicht.

Dreyfuss - gelogen
Ogi- gelogen
EWS - die lügt nur schon wenn sie den Mund öffnet.

Einen Beitrag habe ich noch.

http://www.youtube.com/watch?v=ceX3H5BC_O8

Deutschland hat genug Erdöl.

http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj346/ar346042
Diese zwei Links, ja, die kenne ich nicht ...
Aber dafür vieles unserer Welt in der Schweiz und was so auf der Welt los ist und passiert - nicht alles natürlich! (;-))

Dass es auch bei
- den Grünen
- den Sozis
- den Bürgerlichen
- den aussen rechts Politisierenden
resp.
- den aussen links Stehenden
- und was auch immer,

dass es dort etliche unsaubere Typen gibt, das ist so ... leider.

Bei uns in der Schweiz, da würde ich etlichen Leuten des rechten Polit- und Wirtschafts-Spektrums nicht trauen oder anders herum etliches Unschönes - zutrauen!
Was ist los?
Haben Sie das nicht gewusst thomy?

http://www.profil.at/articles/1110/560/291268/revolutionaere-spinner-w...

Na thomy jetzt wissen Sie es!

http://www.unzensuriert.at/content/0013917-Libyen-Schwarzer-Peter-f-r-...

Grüne Doppelmoral ist auch, pro Biodiesel! Lebensmittel in den Tank und ein paar Doofbacken verhungern lassen.

Das wegen den Eisbären können Sie ja selbst rausfinden.
Was ist mit Ihnen los, jorian ?
Hat es Ihnen in den Weizen geschneit, oder wie?! Was meinen Sie, wer soll Ihnen antworten. Wen haben Sie da angesprochen?

Gute Nacht, schlafen Sie gut!t
Winter
Der nächste Winter wird auch kalt. Dass die letzten Winter kalt waren, daran ist auch die Klimaerwärmung schuld.

Diese Frau auf dem Foto schaut aus, als wie sie zu kalt hätte.

Frage an die Gutmenschen; Warum gibt es immer mehr Eisbären?

Ach ihr seit doch ein verlogenes Lumpenpack.

An euch Grünen ehemals POCH. Ihr seit doch eine reine Verbotspartei. Glühbirnen, Alkohol nach 22:00 Uhr, Denkverbot. Wer anderer Meinung ist wird gesteinigt, geviertelt und anschliessend verbrannt.

So nebenbei liebe GRÜNE, wurden alle GRÜNEN Parteien in Europa von Gaddaffi gefördert oder nur die österreichischen.

Verdammte Doppelmoralisten.

Ich bin immer noch für Gaddaffi, was nach ihm gekommen ist, ist Schweiss.

Nein jetzt im ernst. Sagt man, es gibt keine Klimaerwärmung wird man wie ein Holocaustleugner behandelt. Habt ihr noch alle Kühe auf der Wiese?

Man sagt auch Verschwörungstheoretiker um einen Mitmenschen mundtod zu machen.
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