Biomechaniker belastet Schweizer Schüler schwer
publiziert: Montag, 23. Aug 2010 / 16:16 Uhr
Die Angeklagten schweigen seit Beginn der Verhandlung zu den Vorwürfen.
Die Angeklagten schweigen seit Beginn der Verhandlung zu den Vorwürfen.

München/Zürich - Vor dem Münchner Landgericht ist am Montag der Prozess gegen die drei wegen Mordversuchs angeklagte Jugendlichen aus dem Kanton Zürich wieder aufgenommen worden. Ein Sachverständiger kam zum Schluss, die Jugendlichen hätten mit «messbar massiver Wucht» auf ihre Opfer eingeschlagen.

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Der Sachverständige für Biomechanik bezifferte die Kraft, mit der eines der Opfer am Kopf getroffen wurde, nach Gerichtsangaben mit 4000 Newton oder etwa 400 Kilogramm. Das Gesicht des Versicherungskaufmanns war durch die Schläge und Tritte geradezu zertrümmert worden.

Die ungefähre Zuschlagskraft gegen das Opfer errechnete der Gutachter auf Basis der ärztlich festgestellten Verletzungen. Der Experte ging von einem wahrscheinlichen Auftreffwinkel von 45 Grad und einer Geschwindigkeit von 15 Metern pro Sekunde aus.

Ein anderer Winkel könne das Ergebnis nur geringfügig ändern, erwiderte der Gutachter auf Frage der Verteidigung. Die Anwälte wollen von dem Biomechaniker bei der Fortsetzung der Verhandlung am 13. September weitere Berechnungen hören. Plädiert wird unter diesen Umständen voraussichtlich erst am 14. Oktober.

Die drei Schüler der Berufswahlschule Küsnacht ZH sollen während der Abschlussreise nach München fünf Passanten grundlos schwer misshandelt haben. Zwei Opfer wurden dabei lebensgefährlich verletzt, darunter der 47-jährige Versicherungskaufmann. Die Angeklagten schweigen seit Beginn der Verhandlung am 8. März zu den Vorwürfen auf Anraten ihrer Anwälte.

(fest/sda)

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