Birma: Caritas widerspricht Kritik an Räumung
publiziert: Samstag, 31. Mai 2008 / 14:26 Uhr

Bern - Das birmesische Militärregime hat mit der Räumung von einzelnen Flüchtlingslagern begonnen. Das mache durchaus Sinn, sagt Caritas Schweiz und widerspricht damit der Kritik ausländischer Beobachter.

Die Leute sollen laut Caritas möglichst wieder anpflanzen können.
Die Leute sollen laut Caritas möglichst wieder anpflanzen können.
«Grundsätzlich ist die Rückführung richtig und wichtig, dass die Leute wieder dorthin zurückkehren, wo sie anpflanzen können», sagte Bettina Bühler, Koordinatorin der Caritas Schweiz in Rangun, gegenüber Schweizer Radio DRS.

Das Delta sei eine grosse Landwirtschaftszone und damit ein Hauptanbaugebiet für Reis. Die Leute würden nur in jenen Fällen zurückgeschickt, wo die Dörfer noch intakt seien, zitierte DRS Bühler. Die Auflösung der Flüchtlingslager geschehe schrittweise und nicht auf einen Schlag.

Zahlreiche Menschen, die in Schulen oder buddhistischen Klöstern untergekommen waren, berichteten der Nachrichtenagentur AFP, die Behörden wollten sie zur Rückkehr in ihre völlig zerstörten Dörfer im Irrawaddy-Delta zwingen.

HRW: «Skrupellos»

«Es ist skrupellos von Birmas Generälen, Sturmopfer in ihre zerstörte Heimat zurückzuzwingen», sagte Brad Adams, Direktor von Human Rights Watch Asien (HRW), in Bangkok. «Ohne Obdach, Nahrung und sauberes Wasser ist der Vorschlag der Regierung das Gleiche, als wolle sie die Menschen in den Tod schicken und eine noch grössere Katastrophe herbeiführen.»

Durch den Wirbelsturm vom 2. und 3. Mai sind amtlichen Schätzungen zufolge 133'000 Menschen tot oder vermisst. Am Freitag sagte die Militärregierung, die geflüchteten Menschen sollten in ihre Heimat zurückkehren und sich notfalls von Fröschen ernähren.

(ht/sda)

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