Bischöfe wollen sich weiter einmischen
publiziert: Samstag, 23. Dez 2006 / 12:35 Uhr / aktualisiert: Samstag, 23. Dez 2006 / 21:00 Uhr

Bern - Bischof Kurt Koch und Abt Martin Werlen sorgen sich in der Weihnachtszeit um die Verwässerung der Traditionen. Auch über das Verhältnis von Religion und Politik machen sich die beiden einflussreichen Schweizer Kirchenmänner in Zeitungsinterviews Gedanken.

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Die Kirche habe die Politik immer mitbestimmt. Sie müsse ihre Stimme dann erheben, wenn die Würde des Menschen auf dem Spiel stehe, sagt Martin Werlen, Abt des Klosters Einsiedeln, in einem Interview mit der «Neuen Luzerner Zeitung».

Wenn die Kirche nur die Volksmeinung vertrete und das verleugne, was Christus lehrt, dann habe die Kirche kapituliert, meint Werlen zu den Meinungsverschiedenheiten zwischen Kirche und Volk bei der Ausländerfrage.

Heraushaltung «vorgeschoben»

Auch Kurt Koch, Bischof des Bistums Basel und ab Anfang 2007 Präsident der Schweizer Bischofskonferenz, ist für eine Einmischung der Kirche in die Politik. Die Forderung, sich herauszuhalten, sei nur vorgeschoben, sagte er gegenüber dem «Blick».

Mühe hat Koch allerdings mit den politischen Botschaften, wie sie der Islam propagiert. Die Christen hätten in einer langen Geschichte gelernt, dass nur die Trennung von Kirche und Staat die richtige Form sei. Im Islam sei eine Trennung von Politik und Religion kaum denkbar.

Islam als Herausforderung

Wenn mit einem Minarett eine politische Botschaft verknüpft werde, dann sei dies ein Problem, sagte Koch. Das starke Auftreten des Islam fordere die Kirche heraus. Mehr Sorgen als die Stärke des Islam mache ihm aber die Schwäche des Christentums.

Koch und Werlen kritisieren auch die Vermischung von Advents- und Weihnachtszeit. «Mir fällt auf, dass wir den Bezug zu den Zeiten des Kirchenjahres verloren haben», sagte Werlen mit Blick auf die ersten Weihnachtsdekorationen im Oktober und auf Weihnachtskonzerte und - feiern im Advent.

Advent ist nicht Weihmachen

«Wir sollten Advent nicht mit Weihnachten vermischten», meint auch Koch auf die Frage, warum er zum Zeitpunkt des Interviews noch keinen Weihnachtsbaum im Bischofshaus aufgestellt habe.

(ht/sda)

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