Bischof Fürer verurteilt Asylpolitik
publiziert: Mittwoch, 16. Feb 2005 / 10:45 Uhr

Berh - Der St. Galler Bischof Ivo Fürer kritisiert die Situation von Asyl Suchenden, die mit einem Nichteintretensentscheid leben müssen, als würdelos. Er fordert zur Nächstenliebe auf.

Ivo Fürer, Bischof von St. Gallen, sieht die Würde von Asyl Suchenden missachtet.
Ivo Fürer, Bischof von St. Gallen, sieht die Würde von Asyl Suchenden missachtet.
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Seit April 2004 erhalten Asylbewerber mit Nichteintretensentscheid keine Sozialhilfe mehr vom Bund, sondern nur noch Nothilfe. Mit dieser Massnahme nähmen die Behörden eine neue Not der Betroffenen in Kauf, sagt Fürer in einem Interview mit dem Tages-Anzeiger.

Wenn ein Migrant von Pontius zu Pilatus geschickt wird, um überhaupt überleben zu können; wenn er spürt, dass er eigentlich gar nicht existieren dürfte, so wird seine Würde missachtet, moniert Fürer. Die Behörden müssten einen Weg suchen, der den humanitären Ansprüchen der Schweiz besser nachkomme.

Nächstenliebe kann in zivilen Ungehorsam münden

Der Bischof äusserte seine Bewunderung für einen Basler Priester, der Asyl Suchende mit Nichteintretensentscheid beherbergt, obwohl er dafür eine Strafe riskiert. Damit will Fürer aber nicht zum zivilen Ungehorsam aufrufen, sondern zu Nächstenliebe: Und im Extremfall kann unser Engagement im Dienste der Nächstenliebe zivilen Ungehorsam nach sich ziehen.

Die weltweite Migration sei auch eine Folge der Globalisierung und das Problem sei nicht einmal mit den schärfsten Gesetzen vollständig in den Griff zu kriegen, betont Fürer. Die Schweiz müsse lernen, mit diesen Schattenseiten der Globalisierung zu leben.

(fest/sda)

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