Personalrochade im Bistum Chur
Bischof Huonder verzichtet auf zweiten Weihbischof
publiziert: Donnerstag, 17. Feb 2011 / 08:18 Uhr / aktualisiert: Donnerstag, 17. Feb 2011 / 13:01 Uhr
Weihbischof Marian Eleganti.
Weihbischof Marian Eleganti.

Chur - Im Bistum Chur wird kein zweiter Weihbischof eingesetzt. Bischof Vitus Huonder hat entsprechende Pläne aufgegeben und ruft Weihbischof Eleganti ans Priesterseminar in Chur. Der umstrittene Generalvikar Martin Grichting stand als Kandidat nicht mehr zur Verfügung.

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Grichting hat Huonder gebeten, ihn dem Frieden innerhalb des Bistums zuliebe nicht länger als Weihbischof vorzuschlagen. Das schrieb der Bischof am Donnerstag in einem Brief an seine «Mitbrüder und Mitarbeitende». Die Kantonalkirchen und auch die Dekane des Bistums lehnten Grichting als Weihbischof ab und warnten vor einer ernsten Zerreissprobe im Bistum. Sie stören sich an dessen Ablehnung des dualen Schweizer Kirchensystems mit Pfarreien und Bistümern auf der einen Seite und den staatskirchenrechtlichen Institutionen, den Kantonskirchen und Kirchgemeinden, auf der anderen Seite.

«Feines Gespür für die junge Generation»

Trotz des Verzichtes auf einen zweiten Weihbischof bekommt Huonder die gewünschte Verstärkung am Bistumssitz. Der für die Kantone Zürich und Glarus zuständige Weihbischof Marian Eleganti wechselt von Zürich nach Chur und übernimmt die Leitung des Priesterseminars St.Luzi. Mit der Wahl von Marian Eleganti möchte der Bischof ein «feines Gespür für die junge Generation» nach Chur bringen, wie das Bistum am Donnerstag mitteilte. Eleganti wurde erst Anfang letzten Jahres zum Weihbischof geweiht. Der bisherige Regens des Seminars, Ernst Fuchs, gibt das Amt nach zwei Jahren wegen schwerwiegender sachlicher Differenzen mit dem Bischof auf. Die Nachfolge Elegantis ist laut Bischofssprecher Giuseppe Gracia noch ungeklärt.

Zürcher Synodalrat kritisiert Huonder

Der Synodalrat - die Exekutive der Zürcher Katholikinnen und Katholiken - kritisiert die Personalentscheide Huonders. Der Rat spricht von «unhaltbarer Personalpolitik» und bezeichnet Marian Eleganti als «Bauernopfer». «Ich bin sprachlos über die Arroganz von Bischof Huonder», sagte Benno Schnüriger, Präsident des Synodalrats, zur Nachrichtenagentur SDA. So könne man nicht miteinander umgehen. Die Biberbrugger Konferenz, die Vereinigung der Kantonalkirchen des Bistums Chur, hält Bischof Huonders Personalentscheid für einen «Teilerfolg», da Grichting nicht Weihbischof wird. Huonders Kirchenbild bleibe aber ein Problem, sagte deren Sprecher Werner Inderbitzin zur SDA. Erfreut reagierte das Generalvikariat von Zürich und Glarus.

(joge/sda)

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