Nach Fehlverhalten in Missbrauchsfall
Bischof in Belgien verurteilt
publiziert: Freitag, 24. Apr 2015 / 06:13 Uhr / aktualisiert: Freitag, 24. Apr 2015 / 07:55 Uhr
Der Erzbischof von Brüssel muss einem ehemaligen Mitglied eines Kinderchors 10'000 Euro zahlen.
Der Erzbischof von Brüssel muss einem ehemaligen Mitglied eines Kinderchors 10'000 Euro zahlen.

Brüssel - Der Primas der katholischen Kirche in Belgien, André-Joseph Léonard, ist wegen eines Missbrauchsfalls zu einer Geldstrafe verurteilt worden. Der Erzbischof von Brüssel muss einem ehemaligen Mitglied eines Kinderchors 10'000 Euro zahlen.

Ein Gericht in Lüttich entschied am Donnerstag, Léonard habe es versäumt, nach Bekanntwerden der Vorwürfe Massnahmen gegen einen pädophilen Priester einzuleiten, zitierte die Zeitung «Le Soir» aus der Urteilsbegründung.

Der heute 42 Jahre alte Kläger Joël Devillet war in den Jahren 1987 bis 1991 von einem Priester sexuell missbraucht worden. Die ersten Taten ereigneten sich, als Devillet 14 Jahre alt war.

1996 zeigte Devillet seinen Peiniger vor einem kircheninternen Gericht an, das ihm eine Therapie empfahl. Er wollte den Priester auch strafrechtlich belangen, die Vorwürfe wurden aber als verjährt zurückgewiesen. Daraufhin klagte Devillet vor einem Zivilgericht. Die Richter sprachen ihm schliesslich eine Entschädigung zu. Auch gegen Léonard, der von 1919 bis 2010 als Bischof von Namur Vorgesetzter des pädophilen Priesters war, zog er vor Gericht.

Grosser Missbrauchsskandal

Das Berufungsgericht in Lüttich gab dem Kläger nun Recht. Léonard sei dafür verantwortlich, dass sich der Kläger «ungerecht behandelt und alleine gelassen fühlte», berichtete die Zeitung «La Libre Belgique» unter Berufung auf das Urteil. Der Erzbischof sei auch schuld an den psychischen Problemen des Opfers, das deswegen arbeitsunfähig sei. Devillet bezeichnete das Urteil im Fernsehen als «grosse Genugtuung». Léonard kann die Entscheidung binnen zwei Wochen anfechten.

Belgiens katholische Kirche war im Jahr 2010 von einem Missbrauchsskandal erschüttert worden. Tausende Menschen meldeten sich bei einer Untersuchungskommission und berichteten, sie seien Opfer von Missbrauch durch Kirchen-Angehörige geworden. Besonders grosse Erschütterung erregte der Fall des Bischofs von Brügge, Roger Vangheluwe, der zwei seiner Neffen missbraucht hatte.

(nir/sda)

.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 21
Buchhaltung: Digital oder in Papierform?
Buchhaltung: Digital oder in Papierform?
Das Ausstellen einer Rechnung ist in der Schweiz rechtlich genau geregelt. Besonders Jungunternehmer und Startups sehen sich zu Beginn mit einer grossen Zahl verschiedener Anforderungen in diesem Bereich konfrontiert. Dabei herrscht Unklarheit darüber, welche Fallstricke tatsächlich beachtet werden müssen, um ein gesetzlich gültiges Papier abzugeben. Wir haben den Fokus deshalb auf die wichtigsten Grundlagen gelegt, die es zu beachten gilt. mehr lesen 
Schiedsgericht-Entscheide nach UDRP bei der WIPO  Um unsere Kunden vor unliebsamen Überraschungen zu schützen, haben wir bei domains.ch begonnen ... mehr lesen  
Bildquelle: http://alphastockimages.com
Francesco Schettino: Weil er das Schiff verliess, wurde er als  «Käptain Feigling» verspottet.
Schiffsunglück  Florenz - Kapitän Francesco Schettino ist mehr als vier Jahre nach der Havarie der «Costa Concordia» auch in ... mehr lesen  
Reaktionär  Bern - Gegen die geplante Stiefkindadoption für ... mehr lesen   3
Reaktionäre Kräfte schliessen sich für das Referendum zusammen, mit dabei auch EDU-Präsident Hans Moser.
Titel Forum Teaser
 
Stellenmarkt.ch
Der Remoteserver hat einen Fehler zurückgegeben: (500) Interner Serverfehler.
Source: http://www.news.ch/ajax/top5.aspx?ID=0&col=COL_3_1
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Fr Sa
Zürich 5°C 20°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig sonnig
Basel 5°C 21°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig recht sonnig
St. Gallen 6°C 18°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig sonnig
Bern 5°C 19°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig recht sonnig
Luzern 5°C 19°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig sonnig
Genf 7°C 20°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig recht sonnig
Lugano 10°C 17°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich recht sonnig
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten