Abtreibungsfinanzierung
Bischof von Chur empfiehlt Annahme der Abtreibungsinitiative
publiziert: Sonntag, 19. Jan 2014 / 11:54 Uhr
Für Bischof Huonder ist die Abtreibungsinitiative ein Schritt, der zu wenig weit geht, jedoch trotzdem ein Schritt in die richtige Richtung, wie er in dem Brief festhält.
Für Bischof Huonder ist die Abtreibungsinitiative ein Schritt, der zu wenig weit geht, jedoch trotzdem ein Schritt in die richtige Richtung, wie er in dem Brief festhält.

Chur - Der Churer Bischof Vitus Huonder empfiehlt eine Annahme der Initiative «Abtreibungsfinanzierung ist Privatsache». Abtreibungen seien Tötungen, schreibt er in einem Brief an seine rund 900 Mitarbeiter. Gegen die Finanzierung von Tötung müsse man aus Gewissensgründen Widerstand leisten können.

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Ungeborene Kinder seien weder Unfälle noch Krankheiten, heisst es in dem Rundschreiben weiter, das in Form von Fragen und Antworten verfasst ist und auf das die «NZZ am Sonntag» aufmerksam machte. Es dürfe niemand gezwungen werden, etwas mitzufinanzieren, was seinem Gewissen widerspreche, ist der Bischof überzeugt.

Auf die christliche Solidarität angesprochen, führt Huonder die Solidarität mit den wehrlosen Ungeborenen an. «Es ist nicht richtig, die Solidarität mit den Frauen gegen die Solidarität mit den Kindern auszuspielen». Es brauche beides - und Töten sei niemals eine Lösung.

Die Initianten fordern, dass Abtreibungen ausser weniger Ausnahmen nicht mehr durch die obligatorische Krankenkasse bezahlt werden müssen. Die Vorlage kommt am 9. Februar zur Abstimmung.

Schritt in die «richtige Richtung»

«Wir möchten darauf hinweisen, dass die Haltung des Bischofs nicht in Widerspruch zur Schweizer Bischofskonferenz steht. Alle Bischöfe sind sich in der Abtreibungsfrage einig», teilte der Bischof-Sprecher Giuseppe Gracia am Samstag der Nachrichtenagentur sda mit.

Die Schweizer Bischofskonferenz (SBK) hatte Anfang Dezember auf eine Parole verzichtet. Die Abtreibungsfinanzierung sei ein Gewissensentscheid jeder Person, hielten die Bischöfe fest. Die katholische Kirche spricht sich zwar deutlich gegen Schwangerschaftsabbrüche aus. Gleichzeitig betrachtet die SBK die Initiative jedoch nicht als geeignetes Mittel, um das Ziel, Leben zu schützen, zu erreichen.

Statt eine Abstimmungsempfehlung zur formulieren forderte die SBK eine erneute Grundsatzdebatte über das Thema Abtreibung - ohne den Umweg der Abtreibungsfinanzierung.

Für Bischof Huonder ist die Initiative ein Schritt, der zu wenig weit geht, jedoch trotzdem ein Schritt in die richtige Richtung, wie er in dem Brief festhält.

Der Churer Bischof hatte jüngst mit dem Vorschlag für Irritation gesorgt, dass Homosexuelle und Geschiedene mit verschränkten Armen zur Kommunion gehen und statt der Hostie einen Segen erhalten sollten.

(asu/sda)

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Es ist angerichtet, Herr Bischof!
"Über die Schwangerschaftsabbrüche in Österreich gibt es keine offizielle Statistik. Es gibt nur Schätzungen von rund 30 000 pro Jahr. Das wäre dreimal so viel wie in der Schweiz. Dietmar Fischer* vermutet bis zu 70 000 Abtreibungen pro Jahr. «Jedes 3., wenn nicht sogar jedes 2. Kind stirbt seit 1975 eines nicht natürlichen Todes durch Abtreibung.» Diese Lücken müssten durch Zuwanderung gefüllt werden, so Fischer: «Wenn das so weitergeht, haben wir in ein paar Jahren unter den 25-Jährigen eine muslimische Mehrheit in Wien.» Tagesanzeiger 13.01.2014 (*Fischer ist der Wiener Leiter des Vereins Human Life International)
So kanns kommen Herr Bischof in Chur, wenn wir hier die gleichen dummen Regeln einführen, wie im katholischen Österreich!
Wir hatten in der Schweiz lediglich etwas mehr als 10 000 Abtreibungen im Jahr und die Zahl ist rückläufig. Hier gehen die Frauen nämlich alle zuerst zur Beratung und da wird vieles nochmals durchdacht und überlegt, bovor man zu Abtreibung schreitet. Ist die Frau aber erst einmal nach langem Für und Wider im eignen Dunstkreis und ohne Beistand und Beratung durch Fachpersonal beim Kurpfuscher gelandet, dann wird abgetrieben, dann kann sie nämlich nicht mehr gut zurück oder findet den Mut dazu nicht mehr.
10 000 Abtreibungen im Jahr sind 10 000 zu viel in meinen Augen, aber erheblich besser, als vielleicht 30 000 bis 70 000, wie in Österreich. (bei vergleichbarer Bevölkerungszahl) Also wenn Sie wirklich Leben schützen wollen, Herr Bischof und nicht stur auf Ihren katholischen Prinzipien herummreiten, dann stimmen Sie gegen diese rückschrittliche Initiative! Ihre Konkurrenz aus der muslimische Ecke hätte Freude an der österreichischen "Lösung". Das müsste Ihnen wenigsten zu Denken geben, tuts aber leider auch nicht, gelle? Es gilt die reine Lehre oder? In dieser Sache seid Ihr Ihr euch ja einig, ihr Katholiken und Moslems. Wollt euch gegenseitig übertreffen mit Geburten, was? Nur Herr Bischof, schon mal daran gedacht, dass sie da im Nachteil sein werden? Sie leben im aufgeklärten Teil der Welt!
Diese Initative kommt aber leider aus der Moralingemeinde, wozu auch Sie gehören, wir machen uns daher keine Hoffnung auf Vernunft. Der Heilige Geist kam bisher noch nie bis Rom!
Ja, das ist richtig so:
Der, die Stimmbürger sind mündig und denken selbständig! Vor allem ohne die "Huonders" - eigentlich Fremdkörper (weil von vorgestern ...) in der sich heute erneuernden röm.-kath. Kirche!

Hoffentlich kommen bald auch vom Papst Franzikus selbst wesentlich Impulse dazu ... - Bis jetzt ist eigentlich nicht so viel passiert, ausser der neuen Sicht des Verhaltens gegenüber anderen Menschen und die diversen gelebten Beispiele von echter Menschlichkeit. Das ist zwar schon viel, besinnt man sich darauf "wie es bisher gehandhabt wurde". (;-))
Huonder
Herr Bischof sparen Sie Sich ihre Empfehlungen !!!! Der Stimmbürger ist Mündig und braucht von Ihnen ¨keine Empfehlungen !!!
.
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