Bisher geheim: Israelische Neonazis festgenommen
publiziert: Sonntag, 9. Sep 2007 / 14:41 Uhr / aktualisiert: Sonntag, 9. Sep 2007 / 17:02 Uhr

Tel Aviv - Die israelische Polizei hat östlich von Tel Aviv eine Bande von acht Neonazis verhaftet. Die Bande war durch Angriffe auf Ausländer, Homosexuelle, Drogenabhängige und orthodoxe Juden aufgefallen.

Die Neonazis haben Aussenseiter und Juden zusammen geschlagen, getreten und beleidigt. (Symbolbild)
Die Neonazis haben Aussenseiter und Juden zusammen geschlagen, getreten und beleidigt. (Symbolbild)
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Die Festnahmen erfolgten bereits vor einem Monat, wurden aber bisher als Geheimsache deklariert, wie das israelische Radio berichtete. Bei den acht jungen Männern handelt es sich um jüdische Einwanderer aus der ehemaligen Sowjetunion, welche die israelische Staatsbürgerschaft erhielten, sich aber nicht als Juden betrachten.

Die Neonazis terrorisierten laut den Vorwürfen in der Stadt Petah Tikwa im Osten von Tel Aviv ein Jahr lang gesellschaftliche Aussenseiter und orthodoxe Juden. Sie schlugen sie zusammen, traten und beleidigten sie mit antisemitischen Schmähungen. Synagogen beschmierten sie mit Hakenkreuzen und Hassparolen.

Bei Durchsuchungen der Wohnungen und Computer der Bandenmitglieder stiess die Polizei auf Nazi-Propaganda, Material von einschlägigen Webseiten und Neonazi-Filme. In einem der Mobiltelefone war ein Bild gespeichert, dass die Gruppe beim Hitlergruss und mit einer zerrissenen israelischen Fahne zeigte.

Ohne wirkliche Bindung an das Judentum

Der Fall löste in Israel grosse Empörung aus. Abgeordnete forderten am Sonntag neue Gesetze, welche die Ausbürgerung und Abschiebung von eingewanderten Neonazis ermöglichen würden. Auch in früheren Fällen von Neonazi-Aktivitäten waren die Beteiligten meist Immigranten aus der früheren Sowjetunion oder deren Kinder.

Israel, das sich als Heimat für die Juden in aller Welt betrachtet, zieht die Kriterien für eine legale Einwanderung recht weit. Auch wer nur einen jüdischen Grosselternteil nachweisen kann, ist dazu berechtigt.

Einwanderer aus der ehemaligen Sowjetunion beziehungsweise deren Nachfolgestaaten entscheiden sich aber oft aus wirtschaftlichen Gründen für ein Leben in Israel, ohne eine wirkliche Bindung an das Judentum aufzuweisen.

(smw/sda)

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