Bistum Chur: Missbrauchs-Affäre ausgeweitet
publiziert: Freitag, 19. Mrz 2010 / 18:03 Uhr / aktualisiert: Samstag, 20. Mrz 2010 / 13:12 Uhr

Bern - Das Bistum Chur untersucht derzeit rund zehn Verdachtsfälle von sexuellem Missbrauch in den Kantonen Graubünden, Zürich und Schwyz. Keiner der Fälle steht im Zusammenhang mit dem wegen Missbrauchsvorwürfen zurückgetretenen Pfarr-Administrator von Schübelbach SZ.

Das Bistum Basel war über den Missbrauchs-Priester informiert.
Das Bistum Basel war über den Missbrauchs-Priester informiert.
11 Meldungen im Zusammenhang
Die Hinweise hat das Bistum Chur von Opfern, ihren Angehörigen und von Drittpersonen erhalten, erklärte Bischofsvikar Christoph Casetti gegenüber der Nachrichtenagentur SDA. Zum Teil lägen die Vorkommnisse schon Jahrzehnte zurück.

In einem der Fälle, die das Bistum Chur nun untersucht, sei der Täter bereits verstorben. In einem anderen Fall zeigte das Bistum zusammen mit dem Opfer den Täter an. «Ich weiss aber nicht von allen Vorfällen», räumte der Bischofsvikar ein.

Pater demissioniert

Zwei der Fälle sind erst bekannt geworden, nachdem die Missbrauchsgeschichte des Paters von Schübelbach ans Tageslicht kam. Dieser hatte anfangs Woche demissioniert, nachdem Vorwürfe über sexuelle Missbräuche dem Bistum gemeldet worden waren.

Der Pater soll im österreichischen Vorarlberg in Mehrerau bei Bregenz und im deutschen Birnau in den 1960er und 1970er Jahren mehrere Ministranten missbraucht haben.

Im Bistum Chur verschaffe man sich nun einen Überblick über die Vorkommnisse der letzten 50 Jahre, erklärte Casetti. Er ist seit 1982 Bischofsvikar. In dieser Funktion habe er von rund einem halben Dutzend Übergriffe Kenntnis erhalten.

Bistum wusste Bescheid

Im Fall des Paters von Schübelbach wurde das Bistum Chur bei dessen Anstellung 1992 laut Casetti nicht informiert. Dies im Gegensatz zum Bistum Basel, wo der Pater von 1971 bis 1987 tätig war und obwohl die Churer abklärende Gespräche mit den Mehrerauern führten. Das Bistum Basel hatte publik gemacht, dass es in seinen Archiven Teile der Vorgeschichte des besagten Paters gefunden habe.

Als der Pater in ihren Dienst übernommen wurde, «wussten die Verantwortlichen des Bistums Basel offenbar, dass er die vorherigen Einsatzorte wegen unerlaubter sexueller Handlungen hatte verlassen müssen», schrieb das Bistum Basel. Tätig war der Pater in der Pfarrei Baden AG.

(ht/sda)

Lesen Sie hier mehr zum Thema
Chur/Biberbrugg - Die Vereinigung ... mehr lesen
Bischof Vitus Huonder (Foto) portierte Generalvikar Martin Grichting für das Amt des zweiten Weihbischofs.
Bern - Im Kloster Einsiedeln ist es ... mehr lesen
Recherchen bestätigt: Martin Werlen.
Weitere Artikel im Zusammenhang
Der Hirtenbrief von Papst Benedikt XVI. soll am morgigen Samstag veröffentlicht werden.
Rom - Papst Benedikt XVI. hat den ... mehr lesen
Nicht nur Mitglieder der katholischen ... mehr lesen
Nicht nur Mitglieder katholischer Bildungseinrichtungen haben sich an Kindern und Jugendlichen vergangen.
Missbrauch in der katholischen Kirche: Papst Benedikt XVI. schweigt.
Das Cassius-Kolleg in Berlin, das Benediktiner-Kloster in Ettal, die Regensburger Domspatzen, das Aloisius-Kolleg bei Bad Godesberg, das Maristeninternat in Mindelheim, die Wiener ... mehr lesen
Chur - In den Schulheimen der Stiftung «Gott hilft» in Appenzell-Ausserrhoden ... mehr lesen
«Gott hilft»-Schulheime unter der Lupe.(Symboldbild)
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 21
Den Besuchern wurden neben den Ausstellungen auch Ateliers, Erzählungen und Kalligraphie-Kurse geboten.
Den Besuchern wurden neben den ...
In La Chaux-de-Fonds  La Chaux-de-Fonds - Das Museum für Kulturen des Islam in La Chaux-de-Fonds NE ist am Wochenende eröffnet worden. Den Besuchern wurden neben den Ausstellungen auch zahlreiche Treffen, Ateliers, Erzählungen, Kalligraphie-Kurse und Tanzvorführungen geboten. mehr lesen 
Streitigkeiten über Einreisebedingungen nach Saudi-Arabien  Teheran - Iranische Gläubige werden in diesem Jahr nicht an der muslimischen Pilgerfahrt Hadsch in Mekka teilnehmen. Irans Kulturminister Ali ... mehr lesen   1
Gemäss dem Koran muss jeder Muslim, ob Mann oder Frau, der gesund ist und es sich leisten kann, einmal im Leben an der Wallfahrt zur heiligsten Stätte des Islam in Mekka teilnehmen. (Archivbild)
Papst Franziskus traf Flüchtlingskinder. (Archivbild)
Treffen mit Kindern  Vatikanstadt - Papst Franziskus hat sich ... mehr lesen  
Mekka-Wallfahrt  Riad - Saudi-Arabien und der Iran sind weiter uneins über die Bedingungen, unter denen Iraner an der diesjährigen Mekka-Pilgerfahrt Hadsch teilnehmen könnten. Eine iranische Verhandlungsdelegation reiste nach amtlichen saudiarabischen Angaben am Freitag ohne Einigung ab. mehr lesen  
Titel Forum Teaser
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute So Mo
Zürich 7°C 9°C trüb und nassleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt freundlich
Basel 8°C 10°C bedeckt, wenig Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen wolkig, aber kaum Regen
St. Gallen 6°C 7°C trüb und nassleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich wolkig, aber kaum Regen
Bern 6°C 9°C bedeckt, wenig Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen freundlich
Luzern 8°C 9°C trüb und nassleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt wolkig, aber kaum Regen
Genf 7°C 11°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig trüb und nass wolkig, aber kaum Regen
Lugano 11°C 18°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig freundlich
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten