Bizarre Wende im «Calcio Gate»
publiziert: Freitag, 7. Jul 2006 / 21:25 Uhr / aktualisiert: Freitag, 7. Jul 2006 / 23:18 Uhr

Die Verteidigung von Luciano Moggi, dem Hauptangeklagten im italienischen «Calcio Gate», fordert für ihren Mandanten eine Amnestie und gar die Einstellung des Verfahrens.

Der Verteidiger von Luciano Moggi fordert eine Amnestie.
Der Verteidiger von Luciano Moggi fordert eine Amnestie.
7 Meldungen im Zusammenhang
Im Prozess um den Manipulations-Skandal hat die Verteidigung die Teilnahme der «Squadra Azzurra» am WM-Final zu einem bizarren Vorstoss genutzt. «Moggi und auch Antonio Giraudo verdienen Ruhm für ihre Verdienste um die italienische Nationalmannschaft und nicht, in diesem Verfahren angeklagt zu sein», erklärte Paolo Trofino als Anwalt von Juventus Turins Ex-Generalmanager Moggi. «Am Sonntag werden wir sehen, dass mehr als ein Drittel der Mannschaft, die gegen Frankreich um den WM-Titel spielt, von Moggi und Giraudo nach Turin geholt worden sind, wo sie zum Rückgrat der Squadra gewachsen sind. Wir werden ausserdem Marcello Lippi als Trainer sehen, der auch schon Juventus trainiert hat.»

Im sachlicheren Teil seiner Ausführungen zu der Affäre, wegen der Rekordmeister Juventus sowie den weiteren Spitzenklubs AC Milan, Lazio Rom und der Fiorentina der Zwangsabstieg in untere Ligen droht, verwies Trofino auf eine «so diffuse Definition illegalen Verhaltens im italienischen Fussball, dass dieses als legal angesehen wird».

Zudem verlangte Moggis Rechtsbeistand die Einstellung des Verfahrens, weil die als Beweismittel vorgelegten Tonbänder von Moggis Telefonaten mit Schiedsrichtern «nur einen Teil seiner Gespräche» umfassen würden.

Amnestie nicht ausgeschlossen

Italiens Justizminister Clemente Mastella schloss unterdessen mit Hinweis auf den WM-Erfolg eine Amnestie für die in den Skandal verwickelten Personen nach einer voraussichtlichen Verurteilung nicht aus. Im Interview mit der Mailänder Tageszeitung Corriere della Sera erklärte Mastella: «Als Fan frage ich: ´Ist es richtig, dass Fabio Cannavaro, Alessandro Del Piero und viele anderen nach ihren Leistungen bei der WM in die dritte Liga landen?´»

Maurizio Paniz, Parlamentarier der Forza Italia, der Partei unter Kontrolle des ehemaligen Regierungschefs und AC-Milan-Präsidenten, Silvio Berlusconi, hatte bereits vor einigen Wochen eine Amnestie für alle Angeklagten im Fussball-Skandal gefordert - vorausgesetzt, die italienische Nationalmannschaft erringt bei der WM den Titel.

Bei den Grünen warnte Sprecher Paolo Cento vor einer Begnadigung. «Der Fussball braucht strenge Strafen, um wieder an Glaubwürdigkeit zu gewinnen», sagte Cento. Gegen eine Amnestie in dem Skandal hat sich auch Sportministerin Giovanna Melandri ausgesprochen.

(smw/Si)

Lesen Sie hier mehr zum Thema
Die Staatsanwaltschaft Neapel hat ... mehr lesen
Luciano Moggi sieht sich selbst als Opfer.
Ein definitiver Beschluss über das Datum des Meisterschaftsbeginns wird für Dienstag erwartet.
Der Start zur italienischen ... mehr lesen
Gerichtspräsident Cesare Ruperto fällt die Urteile gegen die betroffennen Klubs.
Italien wartet noch immer gespannt auf ... mehr lesen
Die Urteilsverkündung im ... mehr lesen
Ursprünglich sollte die Entscheidung diese Woche heute oder morgen fallen.
Weitere Artikel im Zusammenhang
Luciano Moggi.
Der Chef-Ankläger des Römer Sportgerichts, Stefano Palazzi, fordert im italienischen Manipulationsskandal schwere Strafen für die vier involvierten Vereine und die 26 hauptverdächtigen ... mehr lesen
Die Anklage hat beim Prozess im italienischen Korruptionsskandal in Rom schwere Strafen für die vier verwickelten Vereine und die ... mehr lesen
Die Anklage fordert den Zwangsabstieg der «Alten Dame» in die Serie C.
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 21
Die Zahl der Einbrüche ist in der Schweiz seit Jahren rückläufig. So viel zu den guten Nachrichten. Damit das auch so bleibt, ist es wichtig, grundsätzlich auf gutes Material an den Schwachstellen (Türen, Fenster, Tore) zu setzen und zusätzliche Sicherungen zu installieren.
Die Zahl der Einbrüche ist in der Schweiz ...
Publinews Smarter Einbruchschutz  Nahezu alle Diebstahlkategorien weisen eine rückläufige Tendenz auf. 2017 wurden in der Schweiz 4,9 Einbrüche pro 1000 Einwohnerinnen und Einwohner gezählt. Das entspricht 113 Einbruch- und Einschleichdiebstählen pro Tag. 2012 lag diese Zahl bei 202. mehr lesen  
Opfer weiterhin vermisst  Rafz ZH - Die Kantonspolizei Zürich hat am Dienstagvormittag in Rafz ZH zwei Personen verhaftet: Sie stehen unter dem dringenden Verdacht, einen seit dem 22. April vermissten ... mehr lesen
Der 67-Jährige Gino Bornhauser wird seit dem 22. April vermisst.
Deutlich höhere Zahl  Sydney/London - Mindestens 45,8 Millionen Menschen leben zurzeit weltweit in modernen Formen der Sklaverei. Die Zahl liegt deutlich höher als die 2014 gezählten 35,8 Millionen. mehr lesen  
Der 22-jährige befindet sich seit Samstag auf der Flucht. (Symbolbild)
Flüchtiger Mörder  Aarau - Der flüchtige Mörder, der aus der Psychiatrischen Klinik Königsfelden in Windisch AG ausgebrochen ist, hätte in einer Einrichtung mit höherer Sicherheitsstufe ... mehr lesen  
Titel Forum Teaser
  • paparazzaphotography aus Muttenz 1
    Foto Sanatorio Liebes news.ch Team, es ist für mich eine Ehre dass sie mein Foto des ... Di, 03.01.17 22:12
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Motor hinten oder vorne war dem Tram in Basel völlig egal! Ob ein Auto über- oder untersteuert, ist nicht von der Lage des Motors ... Mi, 01.06.16 10:54
  • Mashiach aus Basel 57
    Wo bleibt das gute Beispiel? Anstatt sichere, ÜBERSTEUERNDE Heckmotorwagen zu fahren, fahren sie ... Mo, 30.05.16 11:56
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    Zugang "Das sunnitische Saudi-Arabien, das auch im Jemen-Konflikt verstrickt ... So, 29.05.16 22:06
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    Pink Phanter-Bande? Am 25. 7. 2013 hat eine Befreiung von Pink Panther-Mitglied Milan ... So, 29.05.16 15:38
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    ja, weshalb sollte man solches tun? Ist doch krank, Gott zu beschimpfen! Das hat etwas, ... So, 29.05.16 12:12
  • Gargamel aus Galmiz 10
    Warum sollte man überhaupt den Glauben an Gott beschimpfen oder verspotteten? Wie krank ... So, 29.05.16 10:11
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Wir sind ja alle so anders als diese "Flüchtlinge". Warum sind auch nicht alle so edel, wie ... Sa, 28.05.16 20:25
Unglücksfälle Zorn über Tötung von Gorilla in US-Zoo Cincinnati - Die Tötung eines Gorillas im Zoo der ...
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Sa So
Zürich 15°C 29°C vereinzelte Gewitterleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt, Regen sonnig
Basel 18°C 30°C vereinzelte Gewitterleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig vereinzelte Gewitter recht sonnig
St. Gallen 22°C 27°C vereinzelte Gewitterleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig anhaltender Regen wolkig, aber kaum Regen
Bern 15°C 29°C vereinzelte Gewitterleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt, Regen sonnig
Luzern 16°C 28°C vereinzelte Gewitterleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig bedeckt mit Gewittern recht sonnig
Genf 17°C 29°C vereinzelte Gewitterleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig gewitterhaft sonnig
Lugano 16°C 30°C vereinzelte Gewitterleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig gewitterhaft recht sonnig
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten