Fünf Parteien wollen das Traditionshaus
Bizarrer Eigentumsstreit ruiniert den Zirkus von Riga
publiziert: Montag, 22. Jan 2001 / 09:30 Uhr

Riga - Dem Zirkus von Riga, einem der ältesten und traditionsreichsten in Europa, droht durch einen bizarren Eigentumsstreit der Ruin. Insgesamt fünf Parteien erheben Anspruch auf den Zirkus inmitten der lettischen Hauptstadt und blockieren damit den Weg in die Zukunft.

«Ich muss beinahe jede Woche vor Gericht», sagt Zirkusdirektor Gunars Katkevic. «Wenn nur geklärt wäre, wer eigentlich der Besitzer ist».

Dabei kommen die Zuschauer in Scharen in den 1888 gegründeten Zirkus, dem grössten des Landes. 70 Prozent der tausend Sitzplätze in dem festen Haus sind bei den sechs Vorstellungen pro Woche meist ausgelastet.

Als Lettland 1991 die Unabhängigkeit wiedererlangte, feierten dies auch die Zirkusartisten und -künstler. Endlich keine Hammer- Und-Sichel-Flagge mehr beim Einmarsch, endlich kein Zensor mehr, der die Clownerien besonders aufmerksam beäugte. Aber die Zirkusfamilie ahnte nicht, was der Übergang von der sozialistischen Plan- in die westliche Markwirtschaft bedeuten würde.

Lettlands neue politischen Führer entschieden, Besitz nach Möglichkeit an Alteigentümer rückzuübertragen. Beim Zirkus waren das gleich eine Hand voll Interessenten. Die besten Chancen hat derzeit Dzintra Zilde. Die ehemalige Artistin hatte 1991 unter mysteriösen Umständen ein Testament von entfernten Verwandten des Zirkusgründers Albert Salamonsky in die Hand bekommen.

Wenige Stunden später starb dessen halbehelicher Urenkel bei einem Autounfall. Zilde äussert sich zu dem mysteriösen Vorfall nicht. Aber vor dem Rigaer Kreisgericht erreichte sie mit dem Papier eine einstweilige Verfügung, die den derzeitigen Betreibern bauliche Veränderungen am Gebäude verbietet. Zirkusdirektor Katkevic spricht von einem «kriminellen Umfeld», wenn er an Zilde denkt.

Wenn die Besitzfrage endlich geklärt wäre, stünden Investoren bereit, um sein Haus zu modernisieren, sagt Katkevic. Aber: «Unter diesen Umständen können wir keine Zukunftsplanungen machen, wir leben nur heute, nur jetzt.» Der Zirkus müsse wie andere Theater den Status eines «nationalen Kulturbetriebes» zugesprochen bekommen und so vom normalen Rückübertragungsprozess ausgeschlossen werden. Praktisch wird der Zirkus vom lettischen Kulturministerium getragen. Der Staat fungiert als Betreiber. Doch möchte sich im Ministerium selbst niemand zu dem schwebenden Verfahren äussern. Zilde sagt, ihr stünden 75 Prozent des Zirkusses zu. Von einem Streit will sie nichts wissen, obwohl Gebäude und Gelände des Zirkusses im Zentrum Rigas einen Verkehrswert von mehreren Millionen Franken haben.

(dpa)

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