Blinder kann nach Gentherapie wieder sehen
publiziert: Montag, 28. Apr 2008 / 15:48 Uhr

London - Ein nahezu blinder 18-jähriger Brite kann nach einer Gentherapie wieder relativ normal sehen. Dies sei die erste Gentherapie gegen erbliche Blindheit, berichteten Wissenschaftler des University Colleges London und des Moorfields Eye Hospitals in London.

Der Mann kann Pflaster und Bordstein das erste Mal sehen.
Der Mann kann Pflaster und Bordstein das erste Mal sehen.
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Der Patient Stephen Howarth könne seit der Behandlung wieder alleine bei Nacht durch die Strassen gehen. Vor dem Eingriff habe Howarth extrem schlecht gesehen, vor allem bei Nacht. Im Laufe der Zeit hätte er das Augenlicht wegen einer vererbbaren Netzhauterkrankung komplett verloren.

Die Studie wurde am Montag in der Online-Ausgabe des «New England Journal of Medicine» veröffentlicht. Howarth hatte ein defektes Gen in der Netzhaut. Die Rezeptoren, die das Licht im Auge erkennen, werden bei der vererbbaren Krankheit immer weiter beschädigt.

Die Ärzte injizierten nun an dem schlechteren Auge mit einer Nadel eine Flüssigkeit mit dem gesunden Gen hinter die Netzhaut. Nach mehreren Monaten war eine Besserung festzustellen.

«Grosser Unterschied»

Howarth konnte sich im Dunklen zuvor nur extrem langsam bewegen, es kostete ihn fast eine Minute ein paar Schritte zu gehen. Es war ihm einzig möglich, extrem helles Licht von vorbeifahrenden Autos zu erkennen.

Nach dem Eingriff konnte er zum ersten Mal das Pflaster, den Bordstein und Strassenmarkierungen sehen. «Es ist eine kleine Veränderung, aber es macht einen grossen Unterschied für mich», sagte Howarth.

Howarth ist einer von drei Patienten, die sich der Operation unterzogen haben. Bei den anderen Patienten stellte sich allerdings keine Besserung ein.

(ht/sda)

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