Blochers Türkei-Besuch schlägt hohe Wellen
publiziert: Donnerstag, 5. Okt 2006 / 12:24 Uhr / aktualisiert: Donnerstag, 5. Okt 2006 / 14:32 Uhr

Ankara - Während der Türkeibesuch von Christoph Blocher in der Schweiz fast durchwegs die Titelseiten beherrscht, schaffte es der Bundesrat in türkischen Medien nicht überall auf Seite eins.

Christoph Blocher wollte sich zum Türkeibesuch noch nicht äussern.
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Einige haben aber seine Äusserungen zur Anti-Rassismusstrafnorm aufgegriffen.

Das Massenblatt «Milliyet» und die liberale Zeitung «Radikal» beginnen ihre Artikel mit einer Anektote, die Blocher am Mittwoch vor den Medien in Ankara erzählt hat.

Nachdem der Justizminister seinen türkischen Amtskollegen Cemil Cicek in die Schweiz eingeladen habe, habe Cicek gemäss Blocher gesagt: «Ich muss sicher sein, dass sie mich nicht einsperren, wenn ich mich zur Armenien-Frage äussere.»

Mit Cicek ins Gefängnis gehen

Blocher habe Cicek geantwortet, dies könne er nicht garantieren, er würde aber mit ihm ins Gefängnis gehen. Danach beschreibt «Milliet» die Pläne Blochers, die Anti-Rassismusstrafnorm in der Schweiz zu ändern unter dem Hinweis auf die Meinungsfreiheit.

Die englischsprachige «Türkisch Daily News» widmete dem Blocher- Besuch nur wenige Zeilen.

Die Zeitung hatte aber bereits am Mittwoch ein Interview mit Blocher abgedruckt, wo der Justizminister sich bereits zur Anti-Rassismusstrafnorm äusserte.

Beziehungen verschlechtern sich

Andere Zeitungen wie «The New Anatolian» dagegen beleuchten nicht die Norm sondern die Tatsache, dass sich die Beziehungen zwischen der Schweiz und der Türkei verschlechterten, nachdem in der Schweiz 2005 zwei Strafuntersuchungen gegen prominente Türken eröffnet wurden, die öffentlich den Genozid an den Armeniern von 1915 geleugnet hatten.

Ermittelt wird gegen den türkischen Historiker und Chef-Ideologen der Regierung in Ankara, Yusuf Halacoglu, und den Linksnationalisten Dogu Perinçek.

Medienkonferenz am Freitag

In der Schweiz sorgt dagegen der Auftritt des Justizministers in Ankara für «rote Köpfe», wie beispielsweise die «Neue Luzerner Zeitung» titelt.

Der Zürcher «Tages-Anzeiger» konstatiert: «Blocher ergreift Partei für die Türkei - und erntet Proteste».

Der SVP-Bundersrat selbst liess via seinen Sprecher Livio Zanolari bekannt geben, dass er sich nicht zum Türkeibesuch äussern wolle. Stattdessen wolle er am Freitag im Flughafen Zürich eine Medienkonferenz zur Reise abhalten.

Die «Arena» des Schweizer Fernsehens befasst sich am 6. Oktober um 22.25 Uhr auch mit dem Thema.

(rr/sda)

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