Blogging: Eine Zeiterscheinung?
publiziert: Sonntag, 11. Mai 2003 / 11:19 Uhr

Seit dem 11. September ist die Nachfrage nach Online Informationen drastisch gestiegen. Dabei tauchen neue Formen der Informationsverbreitung auf wie zum Beispiel die so genannten Web-Logs: Während dem Irak-Krieg erlebten sie einen wahren Boom.

Oft sind Web-Logs gänzlich frei von Grafik und Bildern.
Oft sind Web-Logs gänzlich frei von Grafik und Bildern.
Ein Web-Log ist nichts anderes als ein Journal, vergleichbar mit dem Logbuch eines Schiffskapitäns, das im Tagesrhythmus ergänzt wird.

Dabei entwickeln Web-Logs schon ihr eigenes Vokabular: Der Leser ist ein "Blogger" und wer Web-Logs schreibt, der "blogt" und ist ein "Weblogger";

Doch was macht die Faszination dieser Seiten aus? Weshalb wurden einzelne Web-Blogs während dem Irak-Krieg von Millionen Lesern besucht und konsumiert?

Auf den ersten Blick unterscheidet sich der Web-Blog nicht gross von der privaten Homepage. Und die sind ja nun wahrlich nicht sehr spannend und werden meist nur vom privaten Webmaster selber besucht. Auch der Web-Blog wird häufig nur von einer einzigen Person gepflegt und der Inhalt hat eine entsprechend persönliche Note.

Was den Web-Log aber ausmacht, ist die Zielsetzung. Es geht nicht darum, über eine Einzelperson zu informieren, sondern darum, eine ergänzende und alternative Sicht zu einem Medienereignis zu liefern. Offenbar trauen viele Menschen den "Mainstream-Medien“ nicht immer und suchen deshalb ergänzende Nachrichten.

Genau das bietet der Web-Blog. Da kommen Informationen zu einem ganz spezifischen Ereignis mit einer klar deklarierten persönlichen Note daher. Viele Geschichten, die beispielsweise wegen Platzmangel nicht in den Medien erzählt werden, finden hier Platz. Zwar sind die Beiträge keine ausgefeilten journalistischen Meisterstücke, doch dem "Blogger" wird (scheinbar) authentische Berichterstattung geliefert.

Medien über Web-Logs

Für viele Journalisten ist die oft unverlässliche Quellenlage das Hauptproblem der Web-Logs. Seiten, die inzwischen von professionellen Journalisten "geblogt" werden, enthalten immer auch eine Signatur, meist auch Informationen über den Schreiber selber. Doch viele Web-Logger bleiben lieber anonym. Dies sind meistens die wirklich interessanten Seiten: Beispielsweise die Geschichten und Erzählungen eines einfachen Bagdader Stadtbewohners.

Mike Smart, Redakteur bei BBC Online, ist deshalb überzeugt, dass der Erfolg von Web-Logs während dem Irak-Krieg nur eine Zeiterscheinung war. "Es ist wie alles im Internet. Die Informationsverbreitung ist gewaltig, doch am Ende hängt sich alles darauf auf, wie verlässlich die Information wirklich ist."

(bsk/news.ch)

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