Bestäubung von Blütenpflanzen
Blüten duften im Flachland stärker als in den Bergen
publiziert: Mittwoch, 17. Feb 2016 / 20:02 Uhr
Blütenpflanzen können regional unterschiedlich aussehen, da sie sich auf die Präferenzen ihrer Bestäuber abstimmen.
Blütenpflanzen können regional unterschiedlich aussehen, da sie sich auf die Präferenzen ihrer Bestäuber abstimmen.

Zürich - Blütenpflanzen im Schweizer Flachland besitzen einen stärkeren Duft als solche in den Bergen. Das haben Zürcher Forschende herausgefunden. Damit dokumentieren sie erstmals regionale Unterschiede im Selektionsdruck auf Blütenduft.

3 Meldungen im Zusammenhang
Blütenpflanzen können regional unterschiedlich aussehen, da sie sich auf die Präferenzen ihrer Bestäuber abstimmen. Ob die Vorlieben von Bestäubern wie beispielsweise Faltern und Käfern auch regionale Duftunterschiede bestimmen, wurde bisher wenig untersucht.

Forschende um Florian Schiestl von der Universität Zürich haben nun entdeckt, dass ein stärkerer Duft Blütenpflanzen im Flachland einen Vorteil verschafft, in den Bergen jedoch nicht.

Die Forschenden massen für die Studie über zwei Jahre hinweg Blütengrösse und -farbe, sowie Duftmoleküle bei über 1000 Individuen der Wohlriechenden Händelwurz (Gymnadenia odoratissima), die zu den Orchideengewächsen zählt. Ausserdem untersuchten sie, welche Bestäuber im Flachland und welche in höheren Lagen die Blüten besuchten.

Stärkerer Duft im Flachland beliebter

Dabei konnten sie ihre Beobachtung aus einer früheren Studie bestätigen, dass die Individuen der gleichen Art im Tiefland stärker dufteten als in den Bergen. Zudem fanden sie den möglichen Grund dafür: Die Bestäuber in tieferen Lagen zogen Blüten mit stärkerem Duft vor, die in den Bergen hatten jedoch keine solche Präferenz.

Bei Blütengrösse und -farbe fanden die Forschenden hingegen keine unterschiedlichen Vorlieben der Bestäuber in höheren und tieferen Lagen, wie sie am Mittwoch im Fachjournal «PLOS One» schrieben.

Verschiedene Bestäubergemeinschaften

Bei ihren Untersuchungen stiessen die Wissenschaftler auf fast 200 Arten, welche die Händelwurz-Blüten bestäubten, darunter Schmetterlinge, Motten, Fliegen und Käfer. Jedoch bestand die Bestäubergemeinschaft im Flachland aus anderen Arten als in den Bergen.

Unterschiedliche Arten mit verschiedenen Duft-Vorlieben könnten der Grund für den geografisch-bedingten Selektionsdruck auf Blütenduftstoffe sein, wie das Fachjournal in einer Mitteilung schrieb. Allerdings müsse diese Theorie in weiteren Studien überprüft werden.

«Wir konnten erstmals zeigen, dass Bestäubung ein Faktor beim Selektionsdruck für geografische Duftunterschiede ist», erklärte die Studienautorin Karin Gross auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda. Es liesse sich allerdings nicht ausschliessen, dass es auch andere Gründe für Duftunterschiede innerhalb der gleichen Art gebe. Bestäubervorlieben spielen aber wahrscheinlich eine zentrale Rolle.

(cam/sda)

?
Facebook
SMS
SMS
0
Forum
Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Wien/Klagenfurt - In der Regel betrachten Kinder Pflanzen erst im Alter zwischen acht und elf Jahren als Lebewesen. Davor ist ... mehr lesen
Pflanzen werden von Kindern noch nicht wirklich gut verstanden.
In Zukunft könnten Forscher mit dem Gen Saatgut modifizieren und so verhindern, dass deren Pollen andere Pflanzen erreichen. (Symbolbild)
Guelph/Ontario/Wien - Forscher der ... mehr lesen
Das Inhalieren bestimmter Düfte kann Genaktivität und Innenstoffe des Blutes eines Menschen derart verändern, dass er ... mehr lesen
Die positive Wirkung von guten Düften wurde wissenschaftlich nachgewiesen, also ab zur nächsten Blumenwiese.
Elektrosmog Messung und Lösungen
Wir unterstützen Sie bei der Entwicklung Ihrer Klimastrategie und zeichn ...
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 16
Ein männliches und ein weibliches Tier wurden bereits im vergangenen Jahr in dieser Gegend registriert.
Ein männliches und ein weibliches Tier wurden ...
Abschuss noch kein Thema  Sitten - Seit Anfang Jahr wurden im Oberwallis mehrere Schafe von Wölfen gerissen. Zur letzten Attacke kam es in der Nacht auf Montag. Das Rissmuster deutet auf einen Wolf hin. mehr lesen 
Walliser Initiative will den Wolf verbieten Brig - CVP-Kreise haben am Dienstag eine Initiative «Für einen Kanton Wallis ...
Ständerat schwenkt auf Linie des Nationalrats  Bern - Grosswasserkraftwerke sollen Subventionen erhalten, wenn sie den Strom zu tiefen Preisen ... mehr lesen  
Finanzhilfen für bestehende Grosswasserkraftwerke waren im ersten Massnahmenpaket zur Energiestrategie ursprünglich nicht vorgesehen.
Alpiq verkauft seine Beteiligung an AEK an den Berner Energiekonzern BKW.
Alpiq verkauft AEK-Beteiligung Olten/Bern - Der wankende Stromriese Alpiq will weiter Schulden abbauen. Er verkauft seine 38,7-Prozent-Beteiligung an der Solothurner ...
Titel Forum Teaser
  • Kassandra aus Frauenfeld 1778
    würde, wäre, falls usw. Die Amis wählen sich doch keinen Irren als Präsident! Oder doch? Mi, 18.05.16 08:54
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    Die... Erde steckt das CO2 schon weg. Da gibts keine Bedenken. Hoffentlich ... Sa, 12.12.15 15:15
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    Auf... die immer gestellte Frage, wo denn die "Erderwärmung" geblieben sei, ... Mi, 09.12.15 19:13
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    Es... wurde vier Jahre verhandelt, nun liegt ein Vertrags-Entwurf auf dem ... Mo, 07.12.15 14:50
  • HeinrichFrei aus Zürich 431
    Investitionen in Solarzellen statt in die Rüstung Das Parlament empfiehlt dem Stimmvolk, die Initiative «Grüne ... Di, 01.12.15 15:04
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    Man... braucht sich nur an die Heizkraftwerke in Peking vor 20 Jahren ... Mo, 30.11.15 09:59
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    Das... Klima verändert sich. Das tut es seit über 2 Milliarden Jahren. Und ... So, 29.11.15 19:18
  • keinschaf aus Wladiwostok 2820
    Ja der Staatssender halt Der Staatssender mit seinen vom Staat via überrissener Zwangsgebühr ... Sa, 17.10.15 03:22
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Di Mi
Zürich 18°C 25°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig Wolkenfelder, kaum Regen freundlich
Basel 17°C 26°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig Wolkenfelder, kaum Regen freundlich
St. Gallen 16°C 23°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig Wolkenfelder, kaum Regen Wolkenfelder, kaum Regen
Bern 17°C 25°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig Wolkenfelder, kaum Regen freundlich
Luzern 19°C 24°C Wolkenfelder, kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig Wolkenfelder, kaum Regen Wolkenfelder, kaum Regen
Genf 16°C 25°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig Wolkenfelder, kaum Regen Wolkenfelder, kaum Regen
Lugano 17°C 27°C Wolkenfelder, kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig vereinzelte Gewitter freundlich
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten