Überlebendes Mädchen erstmals befragt
Blutbad in Annecy stellt Polizei vor Rätsel
publiziert: Donnerstag, 6. Sep 2012 / 17:07 Uhr / aktualisiert: Donnerstag, 6. Sep 2012 / 17:24 Uhr
Verbrechen von «extremer Brutalität». (Symbolbild)
Verbrechen von «extremer Brutalität». (Symbolbild)

Annecy - Das Blutbad bei Annecy, nahe der Schweizer Grenze, stellt die französische Polizei vor ein Rätsel. Drei der vier Toten gehörten vermutlich einer britischen Familie an, das vierte Opfer ist ein französischer Familienvater. Zwei kleine Mädchen überlebten die brutale Tat.

Sicherheitstechnik Alarmanlagen Dienstleistungen Ausrüstung und Schulungen
9 Meldungen im Zusammenhang
«Wir wissen nicht, warum die Menschen sterben mussten», sagte Staatsanwalt Eric Maillaud am Donnerstagnachmittag an einer Medienkonferenz in Annecy. Das mögliche Motiv des oder der Täter liege noch völlig im Dunkeln. Auch die Identität von drei der vier Opfer sei noch nicht eindeutig geklärt.

Nach ersten Ermittlungen handle es sich jedoch um die Mitglieder einer Familie, die in Grossbritannien lebte. Bei der älteren Frau wurde ein schwedischer Pass gefunden. Die Ermittler fanden zudem einen irakischen Pass, welcher der jüngeren Frau gehören könnte.

Bestätigen konnte Maillaud, dass der Halter des Autos, in dem drei der vier Leichen gefunden wurden, der 50-jährige Saad al-Hilli sei. Der gebürtige Iraker wohne seit mindestens zehn Jahren am Stadtrand von London. Allerdings konnte Maillaud nicht sagen, ob es sich bei dem Fahrer tatsächlich um den Fahrzeughalter und den Vater der Mädchen handelte.

Extrem brutale Tat

Die Opfer hatten die Gegend um den See bei der Stadt Annecy, eines der wichtigsten Touristenziele in Frankreich, als Ferienort gewählt. Auf einem Campingplatz am See übernachteten sie laut Zeugen in einem weissen Wohnwagen.

«Wir haben die Mädchen mit ihren Fahrrädern spielen sehen», berichtet die niederländische Touristin Petra Kroon. «Alle hier sind schockiert.»

Ein Velofahrer, ein früherer Angehöriger der britischen Royal Air Force, hatte kurz vor 16.00 Uhr am Mittwochnachmittag auf einem Waldparkplatz drei Tote in einem Auto entdeckt. Der Motor des BMW lief noch, der erschossene Fahrer am Steuer, zwei tote Frauen auf dem Rücksitz.

Neben dem Auto lagen ein schwerverletztes siebenjähriges Mädchen und ein ermordeter Radfahrer. Der französische Radfahrer sei wahrscheinlich «zur falschen Zeit am falschen Ort» gewesen, sagte Maillaud.

Nach Angaben des Staatsanwalts wurden drei der Opfer durch Kopfschüsse getötet. Es sei mit mindestens einer Automatikpistole «sehr, sehr» oft geschossen worden. Maillaud sprach von einem Verbrechen von «extremer Brutalität».

Mädchen überlebte unter Leiche versteckt

Erst viel später, gegen Mitternacht, entdeckte die Polizei ein weiteres Mädchen. Die Vierjährige lag unter den Beinen der jüngeren der ermordeten Frauen. Zusammengekauert hatte sie sich während Stunden nicht gerührt.

«Niemand hat sie gesehen, weil sie sich seit vier Uhr nachmittags nicht bewegt hat, zweifelsohne verängstigt, völlig versteckt, völlig reglos zwischen den Toten», erklärte Maillaud.

Die beiden Mädchen stehen nach Angaben des Staatsanwalts unter Polizeischutz. Das verletzte Mädchen musste mit einer schweren Kopfverletzung in ein künstliches Koma versetzt werden und sollte erneut operiert werden.

Das jüngere Mädchen begann bereits zu sprechen. «Die Kleine sprach Englisch. Sie hat Lärm gehört, Schreie, aber mehr konnte sie nicht sagen», so Maillaud. Sie soll «in den kommenden Stunden» erneut befragt werden.

(bert/sda)

?
Facebook
SMS
SMS
0
Forum
Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
London - Zwei Monate nach dem Vierfachmord in den französischen Alpen rätseln die Ermittler laut der BBC noch immer über das ... mehr lesen
Anfang September waren in den Alpen bei Annecy ein 50 Jahre alter Brite mit irakischen Wurzeln, seine Frau und seine Schwiegermutter sowie ein Fahrradfahrer aus Frankreich erschossen worden.
Die Polizei in Genf ermittelt.
Genf - Der Genfer Staatsanwalt Dario Zanni stellt aufgrund eines französischen Rechtshilfeersuchens ... mehr lesen
Annecy - Die Bluttat von Annecy gibt weiter Rätsel auf. Klar ist aber inzwischen, dass die Tat mit nur einer Waffe verübt worden war. Die siebenjährige Tochter des getöteten Ehepaars konnte noch nicht vernommen werden. mehr lesen 
Annecy - Die Identität der beim Vierfachmord in Frankreich getöteten älteren Frau ist geklärt. Es handelt sich tatsächlich um die ... mehr lesen
Neben der Grossmutter waren auch Vater und Mutter der Mädchen und ein französischer Familienvater getötet worden.
Die englische Polizei ermittelt. (Symbolbild)
Annecy - Die Polizei hat am Samstag in England mit der Durchsuchung des Hauses ... mehr lesen
Weitere Artikel im Zusammenhang
Annecy - Nach der Bluttat bei Annecy haben die französischen Ermittler die Polizei in den Nachbarländern um Hilfe gebeten. ... mehr lesen
Nach der Bluttat bei Annecy hilft die Schweizer Polizei bei der Fahndung. (Symbolbild)
Annecy - Nach dem mysteriösen Gewaltverbrechen mit vier Todesopfern in den französischen Alpen unweit der Schweizer Grenze hat die Polizei in der Nacht auf Donnerstag ein vierjähriges Mädchen gefunden, das die Bluttat überlebte. mehr lesen 
Annecy - Ein mysteriöses Gewaltverbrechen hat in den französischen Alpen unweit der Schweizer Grenze mindestens vier Todesopfer gefordert. An einem Waldweg in der Nähe des Sees von Annecy wurden vier Leichen und ein schwer verletztes kleines Mädchen entdeckt. mehr lesen 
Drahtlose Alarmanlagen für garantierte Sicherheit und perfekten Einbruchschutz
SEKENTA AG
Hanfländerstrasse 53
8640 Rapperswil
Sicherheitstechnik Alarmanlagen Dienstleistungen Ausrüstung und Schulungen
Die Gerichtsmedizin Wien untersucht nun woran die Menschen ...
Beamten fahnden nach verschwundenen Schleppern  Eisenstadt/Wien - Bei der Flüchtlingstragödie in Österreich sind noch weit mehr Menschen ums Leben gekommen als bislang befürchtet. Mehr als 70 Leichen barg die Polizei in der Nacht zum Freitag aus dem von Schleppern an einer Autobahn zurückgelassenen Lastwagen. 
Gefährlicher Fund im Wald  Muttenz BL - Eine Spaziergängerin hat am Donnerstagnachmittag im Hardwald auf Gemeindegebiet von Muttenz BL einen verdächtigen Gegenstand entdeckt. Spezialisten rückten aus und identifizierten den Gegenstand als selbst hergestellten Sprengsatz. Sie machten ihn unschädlich.  
Mehrere Vergehen  Der ehemalige Skirennfahrer Didier Cuche muss sich am Montag vor dem Polizeigericht in La Chaux-de-Fonds verantworten. Dem 41-Jährigen werden gleich ...  
Didier Cuche hat offenbar mehrmals gegen die Regeln verstossen.
Titel Forum Teaser
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3255
    Eritrea "Haupteinnahmequelle sind die Eritreer im Ausland mit ihren Abgaben: 1 ... gestern 14:43
  • Kassandra aus Frauenfeld 1477
    Und die es auch überlebt haben, ja sogar davon profitiert haben! Und wieder ... Mi, 26.08.15 17:11
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3255
    Es... wird wohl immer schlimmer kommen! An den Grenzen Flüchtlingsströme, ... Mi, 26.08.15 13:18
  • Kassandra aus Frauenfeld 1477
    Die Lehre daraus? Finger weg von fremden Sachen! Sonst küssst dich der Elch, sonst tritt ... Sa, 22.08.15 12:11
  • Kassandra aus Frauenfeld 1477
    Rechte Politik Es gibt da noch eine ganze Menge zu sagen: Ich schrieb bereits, dass ... Fr, 21.08.15 09:45
  • Kassandra aus Frauenfeld 1477
    Der wird ganz sicher mal ableben, Schäfchen, der König von Thailand. Oder was glauben Sie? ... Fr, 21.08.15 01:12
  • keinschaf aus Wladiwostok 2713
    Ich... ....habe den Eindruck, dass es in Thailand zu gröberen ... Do, 20.08.15 13:37
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3255
    Wer... es auch immer war, Thailand schadet es sehr. Viele Länder haben ... Do, 20.08.15 13:31
Der Staplerfahrer stürzte den Abhang hinunter.
Unglücksfälle Staplerfahrer bei Absturz schwer verletzt Davos - Ein 28-jähriger Mann ist am ...
Wettbewerb
Unvergessliche Momente auf der OCHSNER SPORT CLUB Fanbank.
Hautnah dabei  OCHSNER SPORT CLUB bringt dich hautnah an die Stars der Super League.
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
FR SA SO MO DI MI
Zürich 17°C 25°C leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos
Basel 17°C 26°C leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig
St.Gallen 20°C 27°C leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos
Bern 17°C 30°C leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos
Luzern 17°C 30°C leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos
Genf 19°C 31°C leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig
Lugano 18°C 28°C sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos
mehr Wetter von über 6000 Orten