Blutige Schiesserei in Montreux
publiziert: Donnerstag, 20. Sep 2012 / 09:02 Uhr / aktualisiert: Donnerstag, 20. Sep 2012 / 15:08 Uhr
Die Polizei lieferte sich in Montreux eine Schiesserei mit einem Flüchtigen. (Symbolbild)
Die Polizei lieferte sich in Montreux eine Schiesserei mit einem Flüchtigen. (Symbolbild)

Montreux VD - Ein 45-jähriger Schweizer ist am Donnerstagmorgen früh in Montreux VD von der Waadtländer Polizei erschossen worden. Die Ordnungshüter hatten sich von den mit einem Jagdgewehr bewaffneten Mann bedroht gefühlt. Der Polizist, der ebenfalls verletzt wurde, wurde wahrscheinlich von einem Kollegen angeschossen.

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Man werde die beteiligten Polizisten nicht vorverurteilen, sagte der Waadtländer Polizeikommandant Jacques Antenen anlässlich einer Medienkonferenz. Zurzeit sei kein Disziplinarverfahren gegen die Männer vorgesehen. «Sie haben mein vollstes Vertrauen», fügte er an.

Das Drama nahm kurz nach drei Uhr früh einen Lauf. Die Walliser Kantonspolizei informierte ihre Waadtländer Kollegen über ein Auto, das mit gut 200 km/h auf der Autobahn A9 in Richtung Waadtland unterwegs war. Gegen 03.30 Uhr versuchte die Polizei, den Autofahrer auf der Höhe von Villeneuve VD zu stoppen - vergebens. Der Fahrzeuglenker entwischte und fuhr in Richtung Montreux weiter.

Um den Flüchtigen zu stoppen, errichtete eine Patrouille der Polizei Riviera im Zentrum von Montreux eine Sperre. Als der 45-Jährige sah, dass es für ihn kein Weiterkommen gab, stieg er mit einem Jagdgewehr in der Hand aus seinem Fahrzeug aus.

Neun Patronenhülsen gefunden

In diesem Moment trafen weitere Polizisten ein. Sie hätten sich durch den bewaffneten Mann bedroht gefühlt. Drei von ihnen hätten daher das Feuer eröffnet, sagte Polizeisprecher Jean-Christophe Sauterel. Dabei verletzten sie den Mann tödlich.

Bei der Auseinandersetzung wurde ebenfalls ein Polizist an der Schulter verletzt. Der Schuss stamme «mit grosser Wahrscheinlichkeit» aus der Waffe eines Kollegen, sagte Ruben Melikian, Kommandant der Polizei Riviera. Der verletzte Polizist wurde ins Lausanner Universitätsspital CHUV gebracht.

Am Tatort wurden insgesamt neun Patronenhülsen gefunden. Bei der Waffe des getöteten Schweizers handelt es sich um ein Jagdgewehr Kaliber 12, das geladen war. Den Untersuchungen zufolge wurde mit dieser Waffe nicht geschossen.

25'000 Franken gefunden

Der 45-Jährige, der alleine im Auto unterwegs war, fuhr einen hubraumstarken Sportwagen mit einem russischen Nummernschild. Bis diesen September sei das Fahrzeug jedoch noch im Wallis immatrikuliert gewesen, sagte Sauterel. Sein Leichnam wurde zur Obduktion ins gerichtsmedizinische Institut nach Lausanne überführt.

Im Auto des Mannes seien rund 25'000 Franken gefunden worden, sagte Sauterel weiter. Die Staatsanwaltschaft hat eine Untersuchung eingeleitet, welche die Umstände des tödlichen Dramas klären soll.

(bert/sda)

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