Blutiger Anschlag auf Schiiten-Moschee
publiziert: Freitag, 16. Sep 2005 / 20:31 Uhr / aktualisiert: Freitag, 16. Sep 2005 / 21:18 Uhr

Bagdad - Irakische Rebellen haben ihre Serie von Bombenanschlägen fortgesetzt.

Ein Selbstmordattentäter zündete vor einer Schiiten-Moschee eine Autobombe. (Bild: Archiv)
Ein Selbstmordattentäter zündete vor einer Schiiten-Moschee eine Autobombe. (Bild: Archiv)
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Binnen drei Tagen starben damit über 220 Menschen bei Anschlägen. Zahlreiche Opfer waren wiederum Schiiten. Extremistenführer Abu Mussab el Sarkawi hatte angeblich den Schiiten den Krieg erklärt.

Vor einer Schiiten-Moschee in der nordirakischen Stadt Tus Churmatu zündete ein Selbstmordattentäter eine Autobombe und riss elf Menschen mit in den Tod. Die Sprengladung explodierte, als die Gläubigen nach dem Freitagsgebet aus der Moschee strömten.

Die Polizei nahm nach eigenen Angaben einen der Selbstmordattentäter saudiarabischer Herkunft mit einem Sprengstoffgürtel fest.

Weitere Anschläge gegen Schiiten

In Bagdad erschossen Unbekannte aus einem Auto heraus den schiitischen Geistlichen der Imam-Ali-Moschee im Stadtteil Sadr City, Scheich Fadl Alami. In derselben Strasse wurde ein Fahrzeug des Verkehrsministeriums angegriffen. Dabei starb ein Insasse.

Im Bagdader Stadtteil Dschadida feuerten Bewaffnete aus mehreren Autos heraus auf eine Gruppe von Männern, die auf einem Platz auf Arbeitsaufträge warteten. Dabei wurden zwei Zivilisten getötet und 13 weitere verletzt.

Spitalangaben zufolge handelte es sich bei allen Opfern um Schiiten. Bei einem ähnlichen Anschlag hatte am Mittwoch ein Selbstmordattentäter in Bagdad mindestens 112 Menschen mit in den Tod gerissen.

Krieg gegen «abtrünnige Moslems»

Am Donnerstag war im Internet eine Kriegserklärung an die schiitischen Iraker aufgetaucht, sie wird El Sarkawi zugeschrieben. Die Serie wird als Rache für die Militäraktion in Tall Afar bezeichnet. Für die extremistischen Sunniten vom Schlage El Sarkawis gelten die Schiiten als abtrünnige Moslems, die mit dem Tod bestraft werden müssen.

Gemässigte sunnitische Gelehrte verurteilten nun aber El Sarkawis Kriegserklärung. Diese sei «sehr gefährlich», erklärte der Rat der Ulemas, die führende Vereinigung religiöser Sunniten.

Die sunnitischen Gelehrten forderten die Rebellen im Irak erneut zum Dialog auf und riefen El Sarkawi auf, seine Drohungen zurückzunehmen, da sie dem Bild des Heiligen Krieges schadeten.

Iraks Präsident Dschalal Talabani rief die internationale Gemeinschaft um Unterstützung im Kampf gegen die Gewalt in seinem Land auf.

(bert/sda)

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