Blutspuren-Bilder lernen zu interpretieren
publiziert: Freitag, 4. Jul 2008 / 19:39 Uhr

Zürich - Blutspuren sind unbestechliche Zeugen von Gewalttaten. Wer sie zu interpretieren weiss, erfährt viel über einen Tatablauf. Die Methode ist in der europäischen Forensik noch neu. Dieser Tage trafen sich Fachleute aus aller Welt in Zürich.

Man vergesse immer wieder, auch die Blutspuren-Fachleute aufzubieten.
Man vergesse immer wieder, auch die Blutspuren-Fachleute aufzubieten.
Wie hat sich ein Gewaltverbrechen zugetragen? Die Antwort auf diese Frage ist komplex und setzt sich aus vielen Faktoren zusammen. Eine davon ist die Beurteilung und Interpretation von Blutspurenbildern.

Die Methode ist in Europa noch nicht sehr verbreitet. Anerkannte Kapazität in der Schweiz ist Andreas Schweizer vom Wissenschaftlichen Dienst (WD) der Stadtpolizei Zürich. Wie er vor den Medien erläuterte, geht es darum herauszufinden, wie sich eine Tat abgespielt hat und ob die Blutspuren mit den Aussagen eines Angeschuldigten übereinstimmen.

Für den Zürcher Staatsanwalt Ulrich Weder ist klar: Das Blutspuren-Bild ist «ein aussagekräftiger Mosaikstein» in der Beweisaufnahme. Aber erst im Verbund mit anderen Beweismitteln ergebe sich ein so klares Bild, dass «kein vernünftiger Zweifel» an der Täterschaft eines Angeschuldigten mehr besteht, wie dies für eine Verurteilung verlangt wird.

Nichts zu tun hat die Analyse von Blutspuren-Bildern mit der DNA. Heute werde häufig sofort nach einer DNA verlangt, sagte Sabine Hess vom WD. Dabei vergesse man immer wieder, auch die Blutspuren-Fachleute aufzubieten, damit am Ende ein möglichst umfassendes Bild der Vorgänge entstehen kann.

Der WD hat zur 2. Europäischen Blutspurenbilder-Konferenz eingeladen. Rund 140 Experten aus aller Welt tauschten während dreier Tagen Erfahrungen aus.

(smw/sda)

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