Bodensee und Hochrhein mit Rekordtiefständen: Noch keine Wasserversorgungs-Probleme
publiziert: Montag, 4. Aug 2003 / 15:05 Uhr / aktualisiert: Montag, 4. Aug 2003 / 15:35 Uhr

Frauenfeld - Der niedrige Wasserstand von Bodensee und Hochrhein macht der Schifffahrt vor allem auf dem Hochrhein das Leben schwer. Die Wasserversorgung der Seeanwohner ist laut Experten allerdings nicht gefährdet.

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Seit Montag kann die Schifffahrtsgesellschaft Untersee und Rhein (URh) zwischen Stein am Rhein und Diessenhofen nicht mehr fahren. Der Wasserstand erlaubt den URh-Schiffen die Fahrt auf diesem Hochrheinstück nicht mehr.

Passagiere müssen in Busse umsteigen. Normalerweise trifft dieses Schicksal URh-Passagiere im Frühjahr, bis das Schmelzwasser aus den Bergen den Rheinpegel steigen lässt.

Dann aber kann es vorkommen, dass umgestiegen werden muss, weil der Rhein zuviel Wasser führt: Die URh-Schiffe kommen dann in Diessenhofen nicht mehr unter der Brücke durch.

Zwei Zentimeter in 24 Stunden

Der Bodensee-Pegel sinkt derzeit flott: Zeigte er in der Nacht zum Sonntag noch 3,14 Meter, so waren es 24 Stunden später bereits zwei Zentimeter weniger. Beim Bodensee bedeutet das erhebliche kurzfristige "Landgewinne".

Laut Internationaler Gewässerschutzkonferenz (IGSK) wird durch das Sinken des Seepegels um einen Zentimeter die Seefläche um einen Quadratkilometer.

Sinkt der Pegel also um zwei Zentimeter, entsprich die frei werdende Uferfläche über 280 Fussballplätzen.

Kein Einzelfall

Trotzdem ist die "Wasserlage" am Bodensee nicht Besorgnis erregend. Zwar sind 3,12 Meter weitaus weniger als im langjährigen Durchschnitt - der lag 1980 bis 2001 bei 3,74 Meter -, aber ungewöhnlich ist der Tiefstand nicht.

Die Statistik weist für die Jahre 1991, 1992 und 1998 ähnlich tiefe Werte aus wie für dieses Jahr. Überhaupt ist der Pegel-Tiefstand nicht prinzipiell rekordverdächtig, sondern nur im Hinblick darauf, dass er im Hochsommer auftritt.

Im Spätwinter, wenn Niederschlag vor allem als Schnee in höheren Lagen auftritt, ist solch ein Wasserstand im Bodensee normal.

Wasserentnahme: 2 Prozent des Zuflusses

Das macht auch klar, dass die Wasserversorgung der Städte und Gemeinden auf Schweizer wie auf deutschem Gebiet nicht gefährdet ist. Noch nicht einmal ein Verbot, den Rasen zu wässern, wurde erlassen.

Denn wenn dem See laut IGSK jährlich 200 Millionen Kubikmeter Trinkwasser entnommen wird, entspricht das mal eben 2 Prozent dessen, was dem See jährlich zufliesst. Das sind aus Flüssen, Bächen und durch Niederschläge 12 Milliarden Kubikmeter Wasser.

Die Bodensee-Wasserversorgung, die in Baden- Württemberg rund 3,8 Millionen Menschen mit Trinkwasser versorgt, hat am 15. Juli mit 507 000 Kubikmetern die bisher grösste Tagesmenge dieses Jahres abgegeben. Durchschnittlich hat sie im Juli 2003 täglich 418 000 Kubikmeter aus dem See gepumpt. Im Juli 2002 waren es 395 000 Kubikmeter gewesen.

(bsk/sda)

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