Boliviens Präsident gibt auf
publiziert: Samstag, 18. Okt 2003 / 06:54 Uhr

La Paz - Erfolg für die Opposition in Bolivien: Präsident Gonzalo Sanchez de Lozada hat in der Nacht zum Samstag seinen Rücktritt erklärt. In mehreren Städten kam es darauf zu spontanen Strassenfesten.

Die Bevölkerung Boliviens feierte spontan nach dem nicht ganz freiwilligen Rücktritt von de Lozada.
Die Bevölkerung Boliviens feierte spontan nach dem nicht ganz freiwilligen Rücktritt von de Lozada.
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Der 73-jährige Staatschef war am Freitag nach wochenlangen Volksprotesten untergetaucht. Kurz darauf wurde im Kongress sein Demissionsschreiben verlesen. Das Parlament nahm den Rücktritt mit 84 zu 26 Stimmen an.

Zum neuen Staatschef wurde Vizepräsident Carlos Mesa bestimmt. Der 50-jährige Journalist soll auch in der Opposition über Rückhalt verfügen. Mesa hatte sich erst vor wenigen Tagen von der Regierung losgesagt, nachdem Polizei und Militär die Proteste blutig unterdrückt hatten.

Lozada hat das Land offenbar bereits verlassen. Ein Mitarbeiter des Flughafens von Santa Cruz sagte, der ex-Präsident sei zusammen mit Familienmitgliedern in Richtung Miami im US-Bundesstaat Florida abgeflogen.

Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) schickte unterdessen ein Hilfsflugzeug nach La Paz. Man habe Medikamente und Verbandsmaterial gebracht, teilte das IKRK mit. Laut Menschenrechtsorganisationen starben bislang bei den Unruhen mindestens 86 Menschen.

Die Unruhen waren durch Pläne ausgelöst worden, über eine Pipeline Erdgas via Chile in die USA zu liefern. Die Opposition wirft der Regierung vor, sie lasse das Land ausbeuten.

(rr/sda)

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