Boliviens Regierung tritt nach Unruhen geschlossen zurück
publiziert: Mittwoch, 19. Feb 2003 / 07:08 Uhr

La Paz - Nach gewaltsamen Protesten gegen die Wirtschafts- und Sozialpolitik des bolivianischen Präsidenten Gonzalo Sánchez de Lozada hat die Regierung in La Paz geschlossen ihren Rücktritt eingereicht.

Der bolivianische Präsident Gonzalo Sánchez de Lozada.
Der bolivianische Präsident Gonzalo Sánchez de Lozada.
Im Namen des 18-köpfigen Kabinetts überreichte Aussenminister Carlos Saavedra dem Präsidenten ein entsprechendes Schreiben. Der Rücktritt solle de Lozada freie Hand für eine Neubildung der Regierung geben. Der Staatschef werde rund ein Drittel der Ministerposten streichen um Geld zu sparen, sagte Saavedra.

De Lozada hatte bereits am Sonntag eine Regierungsumbildung angekündigt. Die Bürokratie solle reduziert und die staatlichen Ausgaben für Politiker gesenkt werden, um mit gutem Beispiel voranzugehen, sagte der Präsident.

Die wochenlangen gewaltsamen Proteste unterschiedlicher Bevölkerungsschichten gegen soziale Einschnitte im Gefolge der Sparpolitik waren am Freitag eskaliert.

Bei Zusammenstössen zwischen Soldaten und Demonstranten kamen mindestens 23 Menschen ums Leben. Neben Studenten und Kokabauern richteten sich auch Polizisten gegen den neoliberalen Kurs der seit August 2002 amtierenden Regierung. Bolivien ist das ärmste Land Südamerikas.

(bert/sda)

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