Bombardierung von Kana verurteilt
publiziert: Sonntag, 30. Jul 2006 / 19:31 Uhr / aktualisiert: Sonntag, 30. Jul 2006 / 19:57 Uhr

Jerusalem - Nach dem verheerenden israelischen Angriff auf ein von Flüchtlingen bewohntes Haus in Kana im Südlibanon wächst die weltweite Empörung. Bei der Bombardierung waren über 50 Menschen getötet worden, darunter 37 Kinder.

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UNO-Generalsekretär Kofi Annan verurteilte den israelischen Angriff auf die südlibanesische Stadt Kana scharf. Er forderte den UNO- Sicherheitsrat auf, sich seiner Forderung nach einer sofortigen Waffenruhe anzuschliessen.

Er sei «zutiefst konsterniert», dass seine bisherigen Appelle ungehört verhallt seien, «mit dem Resultat, dass unschuldige Zivilisten weiter leiden» müssten, sagte Annan während der Dringlichkeitssitzung des UNO-Sicherheitsrates. Bei dem Angriff auf Kana waren am Sonntag mindestens 54 Menschen getötet worden, darunter 37 Kinder.

UNO scheitert an US-Widerstand

Eine Reaktion des UNO-Sicherheitsrats auf die israelische Offensive im Libanon war bisher am Widerstand der USA gescheitert.

Zuvor verurteilte bereits EU-Chefdiplomat Javier Solana den bislang folgenschwersten Angriff Israels auf Libanon scharf. Nichts könne die Bombardierung des Dorfes Kana rechtfertigen, erklärte Solana. Die britische Aussenministerin Margaret Beckett zeigte sich entsetzt. Papst Benedikt XVI. rief in einem eindringlichen Appell zum Frieden auf.

Angriff «unentschuldbar»

Auch der französische Präsident Jacques Chirac verurteilte den Angriff als «unentschuldbar», und die britische Aussenministerin Margaret Beckett zeigte sich entsetzt.

Papst Benedikt XVI. rief in einem eindringlichen Appell zum Frieden auf.

Rückschlag für Bemühungen

Der Angriff versetzte Bemühungen von US-Aussenministerin Condoleezza Rice um eine Beruhigung der Lage einen Rückschlag. Der libanesische Ministerpräsident Fuad Siniora nannte den Luftangriff auf die Flüchtlinge ein «Kriegsverbrechen» und sagte ein Treffen mit Rice in Beirut ab. Er verlangte, dass sich der UNO-Sicherheitsrat mit dem Thema befasse.

Rice forderte von Israel mehr Vorsicht zur Vermeidung ziviler Opfer. Sie werde ihre Vermittlung für eine tragfähige Waffenruhe fortsetzen, sagte sie in Jerusalem.

Olmert gegen Waffenruhe

Der israelische Regierungschef Ehud Olmert versicherte, humanitäre Hilfe zu den Opfern der Angriffe von Kana durchlassen zu wollen.

Zugleich wies er erneut die Forderungen nach einer Waffenruhe zurück.

Protestdemonstration in Beirut

In der Innenstadt von Beirut versammelten sich rund 4000 Libanesen, um gegen Israel und die US-Nahostpolitik zu demonstrieren. Nachdem zunächst einige der Demonstranten das UNO-Gebäude gestürmt hatten, wurde die Protestaktion später friedlich fortgesetzt.

Ein Redner der pro-iranischen Hisbollah erklärte, nun stünden alle Libanesen geschlossen hinter den «Widerstandskämpfern». Die Hisbollah kündigte harte Vergeltung an.

(ht/sda)

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