Bomben trotz UNO-Resolution
publiziert: Samstag, 12. Aug 2006 / 17:10 Uhr

Beirut/Tel Aviv - Nach der Verabschiedung der UNO-Resolution hat die israelische Luftwaffe Ziele im Norden von Libanon bombardiert.

Der Konvoi wurde an verschiedenen Stellen getroffen. (Archivbild)
Der Konvoi wurde an verschiedenen Stellen getroffen. (Archivbild)
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Ungeachtete der UNO-Resolution, die ein Ende der Kampfhandlungen fordert, hat Israel seine Offensive in Libanon ausgeweitet. Wie aus israelischen Sicherheitskreisen verlautete, rückten die Soldaten bereits bis zu einem Dorf elf Kilometer hinter der libanesischen Grenze vor.

Dies wäre der bislang weiteste Vorstoss israelischer Bodentruppen auf libanesisches Gebiet seit Kriegsbeginn. Ausserdem sei eine gross angelegte Luftlandeoperation mit Helikoptern im Gange. Laut israelischen Regierungskreisen soll die Offensive auf jeden Fall bis zur Kabinettssitzung am Sonntag fortgesetzt werden.

Der UNO-Sicherheitsrat hatte zuvor mit einer völkerrechtsverbindlichen Resolution die Einstellung der Kämpfe gefordert.

Am Freitagabend beschossen israelische Streitkräfte einen Flüchtlingskonvoi mit über 2000 Zivilisten und 350 Soldaten. Mindestens acht Menschen seien getötet und mehr als 35 weitere verletzt worden, meldete die Nachrichtenagentur dpa unter Berufung auf libanesische Spitäler und die Polizei.

Konvoi getroffen

Augenzeugen berichteten, der aus etwa 150 Fahrzeugen bestehende Konvoi sei bei Luftangriffen an verschiedenen Stellen getroffen worden. Die Zivilisten und Soldaten waren Stunden zuvor mit Hilfe der UNIFIL aus dem umkämpften südlibanesischen Ort Mardschejun gebracht worden.

Am Freitag bombardierte die israelische Armee Ziele in Südlibanon, in den schiitisch dominierten Vororten von Beirut sowie Strassen und Brücken nahe der syrischen Grenze. Dabei wurden nach libanesischen Polizeiangaben zwölf Menschen getötet.

Raketen auf Israel abgefeuert

Mehr als 20 israelische Soldaten wurden bei Kämpfen mit der Hisbollah verletzt, wie ein Militärvertreter in Jerusalem sagte. Die israelische Stadt Haifa und Ortschaften im Norden des Landes wurden erneut von Raketen der Hisbollah beschossen.

(Meldung aktualisiert)

(ht/sda)

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