Botnets bedrohen das Internet
publiziert: Samstag, 27. Jan 2007 / 15:42 Uhr

Jedes Jahr trifft sich auf dem Weltwirtschaftgipfel in Davos eine ausgewählte Elite von Politikern und Führungkräften der Wirtschaft, um sich über Probleme und mögliche Lösungen der heutigen Welt auszutauschen.

Vinton Cerf ist erstaunt, dass das Internet noch nicht zusammengebrochen ist.
Vinton Cerf ist erstaunt, dass das Internet noch nicht zusammengebrochen ist.
2 Meldungen im Zusammenhang
Auf dem diesjährigen Gipfeltreffen diskutierte eine hochrangig besetzte Experten-Gruppe über die Sicherheitsbedrohungen im Internet, berichtet die britische BBC.

Vint Cerf, Miterfinder des dem Internet zu Grunde liegenden TCP/IP-Prokolls - auch als einer der «Väter des Internets» bekannt - nimmt an, dass von den etwa 600 Millionen Computern weltweit bereits 100 bis 150 Millionen Rechner schon einmal von Cyber-Kriminellen gekapert wurden und in riesigen, ferngesteuerten Botnets unter der Kontrolle von Internet-Kriminellen standen.

«Es ist schlimmer, als man es sich vorstellen kann - dadurch wird das gesamte Internet gefährdet», sagte John Markoff, Technologie-Kolumnist bei der New York Times. Er berichtet von einem Fall, bei dem ein einzelnes Botnet auf der Suche nach Text-Versatzstücken für Spam-Mails 15 Prozent der gesamten Suchkapazität von Yahoo! für sich vereinnahmte.

Vint Cerf ist erstaunt, dass das Internet angesichts solch massiver Bedrohungen noch nicht zusammengebrochen ist: «Es ist verblüffend, dass das Netz all dem zum Trotz noch arbeitet. Es ist doch recht widerstandsfähig», wunderte sich der renommierte IT-Senior.

Windows hat es den Kriminellen zu leicht gemacht

Die Experten-Runde - darunter auch Michael Dell, Gründer des Computer-Herstellers Dell, und Hamadoun Toure, Generalsekretär der International Telecommunication Union (ITU) - war sich zwar einig, dass dringend Lösungen gefunden werden müssten, um das Überleben des Internets zu sichern.

Obwohl man zwar sicherere Betriebssysteme und Authentifizierungs-Verfahren als Schlüssel-Faktoren ausmachte, war es nicht klar, welche praktikabel umsetzbare Lösungen Erfolg versprächen. Es wäre für die Kriminellen immer noch zu einfach, ihre Spuren im Netz zu verwischen - mögliche strikte Identifizierungsverfahren würden beispielsweise mit der Vorstellung von Anonymität und Privatsphäre im Netz kollidieren.

Vor allem Microsofts Betriebssystem Windows hätte es den Kriminellen viel zu leicht gemacht, in Systeme einzubrechen. Mit seinem neuen Betriebssystem Vista hätte der weltgrösste Software-Hersteller in Sachen Sicherheit zwar gute Arbeit geleistet, sagte John Markoff. Er warnte aber, dass bereits jetzt in China Raubkopien von Vista zirkulieren, und die Erfahrung habe gezeigt, dass etwa 50 Prozent aller raubkopierten Windows-Programme mit bereits vorinstallierten Trojanern auf den Markt kommen.

ITU-Generalsekretär Hamadoun Toure glaubt, dass egal welche Lösung auch angestrebt würde, der «Krieg» gegen die Botnets nur in einem gemeinsamen Vorgehen von Regierungen, Telekom-Unternehmen sowie Hardware- und Software-Herstellern zu gewinnen sei. Was eine effektive Kooperationsfähigkeit dieser Parteien voraussetzen würde, die jedoch von Sicherheitsfirmen bezweifelt wird.

(Christian Horn/teltarif.ch)

Lesen Sie hier mehr zum Thema
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 21
Beim Surfen im Internet werden digitale Spuren hinterlassen, in vielen Fällen nicht zum Vorteil der User.
Beim Surfen im Internet werden digitale ...
Lage in der Schweiz und International  Bern - Der 30. Halbjahresbericht der Melde- und Analysestelle Informationssicherung (MELANI) befasst sich mit den wichtigsten Cybervorfällen der zweiten Jahreshälfte 2019 in der Schweiz wie auch international. Schwerpunktthema im aktuellen Bericht bildet der Umgang und die Problematik von Personendaten im Netz. mehr lesen 
Der passende Domainname fehlte  Nach einem grösseren Datenleck beim erfolglosen Social Media Projekt Google Plus zieht Google den Stecker. Die Gelegenheit scheint günstig diesen überfälligen Schritt zu vollziehen. Die Übermacht von Facebook, zusammen mit Schwesterprojekten wie Instagram und WhatsApp, war zu gross und etwas entscheidendes, bisher wenig beachtetes, fehlte zudem... eine eigene Domain. mehr lesen  
Swiss Online Marketing und Swiss eBusiness Expo  Swiss Online Marketing und Swiss eBusiness Expo sind das jährliche Gipfeltreffen für Digital Marketing und E-Business. Am 5. und 6. April 2017, auf der Messe Zürich, vermitteln die Messen einen umfassenden Marktüberblick. mehr lesen  
.
eGadgets news.ch geht in Klausur Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in ... 21
Domain Namen registrieren
Domain Name Registration
Zur Domain Registration erhalten Sie: Weiterleitung auf bestehende Website, E-Mail Weiterleitung, Online Administration, freundlichen Support per Telefon oder E-Mail ...
Domainsuche starten:


 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Sa So
Zürich 18°C 24°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig sonnig
Basel 19°C 25°C wechselnd bewölkt, Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig freundlich
St. Gallen 17°C 21°C wechselnd bewölkt, Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig sonnig
Bern 17°C 24°C wechselnd bewölkt, Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig freundlich
Luzern 18°C 23°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig sonnig
Genf 18°C 26°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig vereinzelte Gewitter
Lugano 21°C 27°C vereinzelte Gewitterleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig vereinzelte Gewitter
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten