Botschafter in Bukarest wegen Rabenplakaten zitiert
publiziert: Dienstag, 20. Jan 2009 / 20:54 Uhr

Bern - Das rumänische Aussenministerium hat den Schweizer Botschafter in Bukarest, Livio Hürzeler, wegen den «Rabenplakaten» der SVP zitiert. Rumänien fühlt sich von den Plakaten verunglimpft und verlangte, dass sich der Bundesrat davon distanziere.

Rumänien fühlt sich von den Plakaten verunglimpft.
Rumänien fühlt sich von den Plakaten verunglimpft.
2 Meldungen im Zusammenhang
Wie die «Tageschau» des Schweizer Fernsehens berichtete, wurde der Botschafter wegen dem Abstimmungsplakat der SVP zur Personenfreizügigkeit, auf dem drei Raben die Schweiz in den Schnabel nehmen, bereits vorletzte Woche ins Aussenministerium gerufen. Der Botschafter habe sich erklären müssen.

«Meine Antwort war, dass diese Plakate in keiner Weise der offiziellen Haltung der Schweiz entsprechen», sagte Botschafter Hürzeler in der «Tagesschau».

Er habe aber auch betont, «dass wir die freie und demokratische Meinungsäusserung bei Abstimmungen kennen. Und dass es sich für die Behörden nicht gehört, in solche demokratischen Debatten einzugreifen, um die Beteiligten zu mehr Anstand aufzurufen». Ausserdem habe er erklärt, dass eine solche Intervention des Bundesrates nur kontraproduktiv wäre, sagte Hürzeler weiter.

Der Leiter der SVP-Kampagne, der Schwyzer Nationalrat Pirmin Schwander, sagte dazu in der «Tagesschau», die SVP lasse sich nicht dreinreden, «vor allem nicht von anderen Staaten». Die Raben stünden für alle, die der Schweiz schaden wollten. «Wenn die Rumänen sich betroffen fühlen, dann ist das ihr Problem.»

(smw/sda)

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Ich sag's Ihnen mit meinen Worten ...
Ich meine, wenn ein Teil der Schweizer Bevölkerung (leider etwa 20 bis 30 Prozent) sich mit der SVP identifiziert und ein solch einfältiges Plakat im Abstimmungskampf zur Meinungsbildung akzeptiert und benutzt, dann würde ich mich, als verunglimpfter ausländischer Staatsbürger, auch dagegen aussprechen und wehren.

Beleidigungen, die in diesem Zusammenhang wieder einmal so hirnlos dahergeplappert werden, sind indiskutabel und völlig daneben und, wie es sich nach und nach herausstellt, schlicht falsch und (wieder) einfach nur dumm und bösartig !
Ebenfalls danke an Valerie
Köstlich gedichtet ... Danke dafür!

Einen schönen Abend auch - hier stürmts heftig ...
Dank an Thomy
für den Link.
Es gibt verschiedene Übersetzungen der Fabel, hier habe ich eine gefunden, die mir gefällt:

http://www.zeno.org/Literatur/M/La+Fontaine,+Jean+de/Versfabeln/Fabeln...

Schönen Abend!
Recht haben Sie, Pseudonym
Niemand hat das Recht, sich uns in unsere inneren Angelegenheiten zu mischen. Aber wenn die Rumänen und Bulgaren mich mit einem Tier vergleichen würden, dann würde ich denen was aber was erzählen! Und nicht zu knapp, das kann ich Ihnen sagen.
Können Sie mir vielleicht einmal erklären, was Beleidigungen mit Innenpolitik zu tun haben?
Herzlichen Dank, Valerie
Es gab schon längere Beiträge hier, aber noch sicher selten schönere!
Die Post, die ich von SD und vom SVP-Komitee wegen dieser Sache erhalte, ist kaum zu ertragen. Da werden Sachen behauptet, die keiner Prüfung standhalten.
Und keiner denkt an die die über 400 000 Schweizer Bürger, die in der EU arbeiten und sich mehrheitlich sicher schämen für diese hässliche Propaganda hier und die vielleicht sogar um ihren Job Sorge haben.
Die Redaktion hat sicher Verständnis für ein zum Thema ...
... gehörender Beitrag, meine ich ... grins ...

Ich habe nach Raben gesucht und Nachfolgendes gefunden:

Ausgewählte Fabeln von G. E. Lessing
//www.udoklinger.de/Deutsch/Fabeln/Lessing.htm

Darunter finden Sie auch Geschichten über Raben und - eben - Der Rabe und der Fuchs.

Was der Toneli nicht gemerkt hatte, als er Raben als heimtückisch oder so abqualifizierte, war, dass er wohl - das wissen viele derartige Schlaumeier gar nicht - von sich selbst auf Raben schloss.

Ich denke, dass Raben für den Toni nicht unbedingt Freunde sind, weil sie ihm u.U. die Saat wegpicken und überhaupt, ganz einfach wundervolle Vögel sind - die aber auch "Unarten" haben, denen sich Toni wohl (unwissentlich) wesensverwandt fühlt ...

Jedenfalls ist die Rabenkampagne dieser SVP ein dümmliches und billiges, unüberdachtes Werbevehikel, welches, wenn das Stimmvolk nur ein klein wenig nachdenkt, in die Hosen gehen müsste ...!? Denn so schlau, wie Raben sind, kann sich die SVP nicht rühmen zu sein -
Für Magnus
Da Sie Geschichten mögen, erlaube ich mir hier, das heutige Wort zum Wochenende in der Berner Zeitung, verfasst von Pfarrer Thierry Benotmane in La Ferrière, weiterzugeben. Leider konnte ich keinen Link finden, also musste ich die Geschichte abschreiben:

Der Rabe und der Fuchs

Die Raben gehören von jeher zu jenen Vögeln, welche die Menschen am meisten beschäftigen. Sie wurden verehrt, bewundert, aber auch verfolgt und vernichtet, da sie oft als die Vögel der Hexen, Friedhöfe und Schlachtfelder gesehen werden. Und jetzt erscheinen sie auf den Abstimmungsplakaten, gleich den schwarzen Schafen, als bedrohliche Monster.

Sind aber die Raben und Krähen derart blutrünstige Raubtiere, wie behauptet wird? Schauen wir ein wenig in der Bibel nach. Der Rabe erscheint schon in den ersten Kapiteln, und zwar nicht als Unglücksvogel, sondern vielmehr als glaubwürdiges Wesen. Ehe Noah, nach der Sintflut, die weisse Taube aussandte, so lesen wir im ersten Buch Moses (8,6) machte er das Fenster auf und liess den schwarzen Raben fliegen, um zu sehen, ob sich das Wasser vom Erdboden verflüchtigt hatte. Unter allen Vögeln wurde für eine so wichtige Mission für die Menschheit der Rabe ausgewählt.

In der Heiligen Schrift werden die Raben nicht als grausame Raubtiere geschildert, die das Brot aus dem Mund unserer Kinder picken, sondern – im ersten Buch der Könige (17,6) – als den Menschen wohlgesinnte Geschöpfe. So lesen wir, dass Elias, als er sich, hungrig und müde, in einem fremden Land befand, am Bach Krith östlich des Jordan, es Raben waren, die ihm am Morgen Brot und am Abend Fleisch brachten.

Man will uns mit Raben erschrecken, doch wir müssen sie nicht fürchten. Bedrohlich ist nicht der Rabe. Vielmehr ist Vorsicht vor dem schlauen und tückischen Fuchs geboten, wie uns La Fontaine in seiner berühmten Fabel „Der Rabe und der Fuchs“ lehrt.
Der Fuchs ist immer bereit, die anderen zu betrügen. So verkündigt er überall auf Plakaten: „Nehmt euch in Acht vor den Raben“, indem er Ausländer der öffentlichen Verfolgung aussetzt. Der fremde und hungrige Rabe dient ihm lediglich dazu, Sie und mich als Beute zu bekommen. Das Wichtigste für ihn ist also nicht der Rabe, sondern Ihr appetitlicher Käse. Darauf hat er es abgesehen. Viele hat er schon betrogen und beraubt.
Und wenn er bekommen hat, was er wollte, sagt er schamlos am Schluss der Fabel:
„Mein guter Mann, nun haben Sie selbst erfahren: Ein Schmeichler lebt auf Kosten dessen, der ihn anhört. Diese Lehre ist mit einem Käse wohl nicht zu teuer bezahlt.“
Und so schreibt auch La Fontaine, dass sich der Rabe bestürzt und beschämt, schwor, dass man ihn nie wieder so an der Nase herumführen werde. Aber die Einsicht kam ein bisschen spät…

Bruder, der Du in der Nacht den Gesang der Raben hörst, verschliesse nicht dein Herz vor ihrem Anruf. Sie rufen, weil sie hungrig sind. Sie rufen, weil schlaue Füchse ihnen das Brot aus dem Mund gestohlen haben. Sie fliegen weiter, immer weiter, um ein wenig Nahrung zu finden. Und sie fallen einmal zu Boden, in Sebta, Mellila oder Lampedusa, erschöpft, einsam und weit von ihrer Heimat. Schuldig sind nicht sie, sondern die Füchse, die sie beraubt haben.
Bruder, bedenke, dass morgen DU dieser Rabe sein kannst. Viele, hier und dort drüben, haben schon Wohnung, Arbeit, Würde verloren. Den Füchsen wollen wir zeigen, dass der Rabe die Lehre der Fabel gelernt hat. Der Rabe ist nicht dumm, und dazu ist er heute noch immer bereit – wie seine Vorfahren zur Zeit Elias’ -, mit dem hungrigen Ausländer am Morgen Brot und am Abend Fleisch zu teilen.

Ich hoffe, die Redaktion hat Verständnis für den langen Beitrag.
Logik!
Da sagt der Reimann (SVP) doch in der Arena, dass man im Falle der Ablehnung der Personenfreizügikeit mit der EU noch bessere Verträge aushandeln müsse, als die bestehenden. Abgesehen davon, dass sein Oberbefehlshaber und Brötchengeber diese Verträge wesentlich mit ausgearbeitet hat, dürfte ihm doch bewusst sein, dass die Rumänen, und Bulgaren in der EU -wie jedes andere Land der Gemeinschaft - Vetorecht hat. Ob die so beleidigten Völker noch besseren Verträgen für die Schweizer "Rosinenpicker" wohl zustimmen würden?
Ist das logisch oder was?
Anmassend und provozierend
Die Werbung, oder besser die Propaganda, der SVP ist immer nur provozierend und beleidigt Andersdenkende. Kein Mensch ist ein gefrässiger Rabe oder ein schwarzes Schaf. Wenn eine Bevölkerung mit solchen Tieren verglichen wird, ist das nur verwerflich. nicht nur Rumänien sollte da protestieren.
Typisch
Sie fühlen sich durch die Rumänen provoziert und lassen es nicht zu, dass die Rumänen durch die Raben beleidigt sind. Sie nehmen etwas für sich in Anspruch, das Sie andern nicht gewähren wollen. Die Rumänen können nichts dafür, dass sie jahrelang durch den Kommunismus geknechtet wurden. Überlegen Sie mal, wenn Sie in Rumänien geboren worden wären...
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