Gesundheitsministerium wirbt mit Fake-Profilen für sicheren Sex
Brasilianische Aids-Kampagne ärgert Tinder
publiziert: Freitag, 13. Feb 2015 / 14:44 Uhr
In Brasilien sind die HIV-Infektionsraten massiv angestiegen. (Symbolbild)
In Brasilien sind die HIV-Infektionsraten massiv angestiegen. (Symbolbild)

Brasília - Das brasilianische Gesundheitsministerium warnt pünktlich vor dem Karneval über die Dating-Apps Tinder und Hornet vor Aids.

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Wer mit den Fake-Profilen in Kontakt tritt, die sich im Vorstellungstext sehr offen gegenüber ungeschütztem Sex zeigen, bekommt auf Tinder diese private Nachricht: «Achtung, es ist schwierig festzustellen, wer mit HIV infiziert ist. Hab Spass, aber schütze dich. Dies ist eine Kampagne des Gesundheitsministeriums.»

Tinder «not amused»

Tinder zeigt sich über diese Massnahme jedoch wenig erfreut. «The Verge» hat einen Tweet der Presseverantwortlichen Rosette Pambakian gesichert, der das Gesundheitsministerium direkt adressiert und ihm einen Bruch mit den Nutzungsbedingungen vorwirft, da auf Twitter keine Werbung geschaltet werden darf. Der Tweet wurde inzwischen jedoch wieder gelöscht.

Der Sprecher von Hornet, eine App die besonders unter Homosexuellen beliebt ist, hat da einsichtiger reagiert. Gegenüber The Verge bezeichnete er die Kampagne als «grossartige Initiative», bei der sich Hornet beteiligen will, um sie noch weiter zu verbessern.

Viele Junge gefährdet

Ende des vergangenen Jahres musste das brasilianische Gesundheitsministerium die traurige Nachricht verkünden, dass die HIV-Infektionsraten unter 15- bis 24-Jährigen in den vergangenen zehn Jahren um ein Drittel gestiegen sind. «Heute können wir nicht über Risikogruppen sprechen», so Gesundheitsminister Arthur Chioro. «Alle sexuell aktiven Menschen sind gefährdet. Deswegen ist das Verwenden von Kondomen und das Durchführen von HIV-Tests so wichtig.»

(bert/pte)

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