Brasilien bricht Aids-Patent
publiziert: Samstag, 25. Jun 2005 / 21:56 Uhr / aktualisiert: Sonntag, 26. Jun 2005 / 21:45 Uhr

Brasilia - Im Streit um Preisnachlässe für Aids-Medikamente in der Dritten Welt hat Brasilien als erstes Land das Patent eines Mittels gegen die Immunschwächekrankheit gebrochen.

Der HIV-Virus in der Aussenansicht.
Der HIV-Virus in der Aussenansicht.
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Wie Medien unter Berufung auf das Gesundheitsministerium in Brasilia berichteten, besitzt das südamerikanische Land jetzt die Herstellungsformel des in Brasilien vom US-Konzern Abbott unter dem Namen "Kaletra" vertriebenen Produkts.

Das Labor der staatlichen Stiftung "Fiocruz" werde das Medikament nun zu einem Preis von 0,68 US-Dollar pro Einheit produzieren. Das sei etwa die Hälfte des von Abbott in Brasilien geforderten Preises von umgerechnet 1,17 Dollar, hiess es.

130 Mio. Dollar Ersparnis

Das werde allein im ersten Jahr zu einer Ersparnis des Staates in Höhe von 130 Millionen Dollar führen. Der Staat versorgt in Brasilien alle HIV-Infizierten kostenlos mit Arzneimitteln.

Der Minister-Erlass gibt Abbott zwar zehn Tage Zeit für eine offizielle Stellungnahme. Gesundheitsminister Humberto Costa betonte allerdings, die Entscheidung der brasilianischen Regierung sei "definitiv". Die Regierung habe mit Abbott seit März über Preisnachlässe verhandelt. Der Konzern habe sich aber unflexibel gezeigt.

Brasilien hat mit über 200 000 registrierten Fällen die meisten Aids-Kranken in Lateinamerika. Die Aufklärungs- und Vorsorge-Kampagnen des Staates sowie die ärztliche Hilfe für die Kranken gelten aber unter Experten weltweit als beispielhaft.

(kst/sda)

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