Brasilien ist Fussball-Weltmeister !
publiziert: Sonntag, 30. Jun 2002 / 15:01 Uhr / aktualisiert: Sonntag, 30. Jun 2002 / 19:59 Uhr

Yokohama - 2:0 - BRASILIEN IST WELTMEISTER! Vier Jahre nach der Schmach gegen Frankreich holen die Fussballer vom Zuckerhut den Titel wieder nach Brasilien. Oliver Kahn war dabei die tragische Figur. Sein Patzer ermöglichte das 1:0 durch Ronaldo, der auch das 2:0 erzielte.

Als FIFA-Präsident Sepp Blatter Brasiliens Captain Cafu am Sonntag um 22.08 Uhr Ortszeit den Weltcup vor 69 029 Zuschauern im ausverkauften Stadion in Yokohama im Beisein der ehemaligen Koryphäen Pelé und Beckenbauer überreichte, brachen alle Dämme. Brasilien tanzte, Brasilien feierte. Die Seleçao sicherte sich bei ihrer 17. Turnierteilnahme im siebten Finalspiel die «Penta», den fünften Titel. Der dreifache Weltmeister Deutschland zog im ebenfalls siebten Endspiel zum vierten Mal den kürzeren, darf aber auf seine Turnierleistung insgesamt stolz sein.

Kahns verhängnisvoller Lapsus

Ausgerechnet Oliver Kahn, dem überragenden WM-Torhüter in Asien, unterlief in der 67. Minute der Lapsus, der den zuvor ausgeglichenen Final in die entscheidende Bahn lenkte. Der Captain der Deutschen, zuvor in vier Spielen unbezwungen, vermochte einen Schuss des sonst enttäuschenden Rivaldo nicht festzuhalten. Von seiner Brust prallte der nasse Ball vor die Füsse Ronaldos, der sein siebtes WM-Tor schoss. Zuvor hatte Kahn dreimal gegen Ronaldo glänzend gerettet. Und als er Ende der ersten Halbzeit nach einem Weitschuss von Kleberson geschlagen war, verhinderte die Latte Brasiliens Führung.

«Ich bin niedergeschlagen. Mein einziger Fehler an diesem Trost wurde bitter bestraft», meinte Kahn. «Es gibt keinen Trost. Collina bringt uns einfach kein Glück. Wir haben mit ihm 1:5 gegen England verloren und mit Bayern auch den Champions-League-Final gegen Manchester. Dennoch haben wir dem deutschen Fussball wieder neuen Aufschwung verliehen.»

Ronaldo holte Pelé ein

Als der positiv überraschende Kleberson 13 Minuten nach dem Führungstreffer eine Flanke von der linken Seite Richtung Strafraum schlug und Rivaldo täuschend durchliess, sicherte Ronaldo mit einem platzierten Flachschuss den Triumph. Diemal war Kahn machtlos. Mit seinem achten WM-Tor hat Ronaldo die bittere Enttäuschung vor vier Jahren im WM-Final gegen Frankreich (0:3) getilgt und mit ebenfalls 12 WM-Toren mit dem grossen Pelé gleichgezogen. Seit 32 Jahren hatte kein Spieler mehr acht Tore an der gleichen Endrunde erzielt. Der Deutsche Gerd Müller markierte 1970 in Mexiko deren zehn. Der WM-Rekord wird weiterhin vom Franzosen Just Fontaine gehalten, der 1958 in Schweden 13-mal getroffen hatte.

Sieben Siege in Serie

Brasilien, das nicht wie der gescheiterte Titelverteidiger Frankreich oder die weiteren Favoriten Argentinien oder Italien frühzeitig strauchelte, zählte nicht zu den ersten Titelanwärtern. Mit sieben Siegen in Serie schrieb aber die «Seleçao» unter Trainer Luiz Felipe Scolari Fussball-Historie. Die Südamerikaner bewiesen, dass sie nicht nur Fussballkünstler wie Ronaldo, Rivaldo oder Ronaldinho, den Superstar der Zukunft, in ihren Reihen haben, sondern auch als geschlossene Mannschaft und selbst in der Defensive zu überzeugen vermögen.

Deutschland begann stark und hatte die Partie während der ersten halben Stunde im Griff. Trainer Rudi Völler nahm wie erwartet Jens Jeremies für den gesperrten Michael Ballack ins Team. Die überraschend in den Final vorgestossenen Deutschen verteidigten nicht nur aufsässig und bestätigten ihre athletischen Fähigkeiten. Die Mannschaft von Rudi Völler spielte mit. Frech, mutig, meist über die Flanken. Vor allem über rechts sorgten die Leverkusener Oliver Neuville und der zum Spielmacher aufgerückte Bernd Schneider für Gefahr.

Brasilien besass zwar schon in der ersten Halbzeit, vor allem an deren Schluss, die besseren Chancen, was sich aber nach der Pause änderte. Edmilson wehrte einen Kopfball von Jeremies in extremis ab, Marcos lenkte einen Freistoss von Neuville an den Pfosten. «Wir erhöhten Druck und Tempo, beherrschten das Mittelfeld, vermochten aber das Führungstor nicht zu erzielen», haderte Teamchef Völler und zeigte sich als sportlicher Verlierer: «Brasilien hat hervorragende Individualisten. Wir haben über Erwarten gut abgeschnitten und eine neue Gruppendynamik gefunden, die uns für die Zukunft hoffen lässt. Ich bin mit meiner Mannschaft in diesem Turnier ausserordentlich zufrieden. Sie hat toll gekämpft und immer besser gespielt, bis die Kräfte schwanden.»

Energie und Teamwork

Carlos Alberto hatte 1970 beim 4:1 gegen Italien das letzte Tor in einem WM-Final für Brasilien geschossen, bis Ronaldo die Negativserie mit seinem Doppelstreich brach. Sowohl 1994 in den USA gegen Italien (Sieg im Penaltyschiessen) als auch vier Jahre später in Paris gegen Frankreich (0:3) fand die «Seleçao» die Lücke nicht. «Unser Erfolg ist nicht das Kunststück eines oder einiger Einzelnen, sondern das Werk eines Teams, das hart gearbeitet hat und in den Monaten vor dem WM-Start einige Kritik einstecken musste», sagte Weltmeister-Trainer Scolari. «Die positive Energie des ganzen Teams führte uns wieder an die Spitze des Fussballs. Ich bin unendlich stolz auf meine Seleçao und für die Menschen in unserer Heimat. Wir haben dem ganzen Land wieder Mut gegeben.»

Brasilien - Deutschland 2:0 (0:0)

International Stadium, Yokohama (Jap). -- 69 029 Zuschauer (ausverkauft). -- SR Collina (It). -- Tore: 67. Ronaldo 1:0. 79. Ronaldo 2:0.

Brasilien: Marcos; Lucio, Edmilson, Roque Junior; Cafu, Kleberson, Gilberto, Roberto Carlos; Ronaldinho (85. Juninho), Rivaldo; Ronaldo (90. Denilson).

Deutschland: Kahn; Linke, Ramelow, Metzelder; Frings, Schneider, Hamann, Jeremies (77. Asamoah), Bode (84. Ziege); Neuville, Klose (74. Bierhoff).

Bemerkungen: Brasilien komplett, Deutschland ohne Ballack (gesperrt). Japans Kaiser Akihito sowie Südkoreas Staatspräsident Kim Dae-Jung und Bundeskanzler Gerhard Schröder auf der Tribüne. 7400 Sicherheits-Beamte in und um das Stadion. 45. Lattenschuss von Kleberson. 49. Marcos lenkt Freistoss von Neuville an den Pfosten. Verwarnungen: 6. Roque Junior (Foul). 9. Klose (Foul).

(news.ch)

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