Landesweite Proteste
Brasiliens Präsidentin unter Druck
publiziert: Sonntag, 15. Mrz 2015 / 19:18 Uhr / aktualisiert: Sonntag, 15. Mrz 2015 / 22:06 Uhr

Rio de Janeiro - In Brasilien haben am Sonntag mehr als eine Million Menschen gegen Präsidentin Dilma Rousseff demonstriert. Allein in São Paulo forderten laut der Polizei eine Million Menschen die Absetzung der Staatschefin.

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Diese war erst im vergangenen Jahr mit knapper Mehrheit für eine zweite Amtszeit gewählt worden. Die brasilianische Staatschefin kämpft seit geraumer Zeit mit einer verschärften Wirtschaftskrise. Hinzu kam zuletzt der Korruptionsskandal um den staatlich kontrollierten Ölkonzern Petrobras.

Nach Angaben eines früheren Managers des Unternehmens erhielt Rousseffs Arbeiterpartei (PT) bis zu 200 Millionen Dollar an Schmiergeldern von Petrobras. Die Staatschefin selbst sass dem Konzern von 2003 bis 2010 vor. Sie betont aber, keine Kenntnis von den Vorgängen gehabt zu haben.

Auf obersten Gerichtsbeschluss wird gegen Dutzende Abgeordnete und Senatoren sowie Ex-Minister aus der PT-Regierungszeit ermittelt.

Viele Demonstranten kamen in Nationaltrikots und hatten Nationalflaggen, Trillerpfeifen und Plakate dabei. Auf Schildern war zu lesen: "Dilma, Raus!", "Korruption - wie lange noch?", "Amtsenthebung für Rousseff!".

Rangeleien in Rio

An Rio de Janeiros Copacabana kam es am Rande der Proteste zu kleinen Rangeleien. Regierungsgegner vertrieben Anhänger der Präsidentin aus dem Demonstrationszug.

Die Oppositionspartei PSDB stützte die Proteste, aber nicht die Forderung nach einem "Impeachment" (Amtsenthebungsverfahren). Auch aus São Paulo, Belo Horizonte, Salvador de Bahia, Recife und selbst einigen Städten im Ausland wurden Demonstrationen gegen Rousseff gemeldet.

Erst am Freitag waren Tausende Gewerkschafter und Unterstützer der Regierung in mehreren Bundesstaaten auf die Strasse gegangen, um Rousseff und dem Petrobras-Konzern den Rücken zu stärken.

Die Regierung hatte die Gegenproteste vom Sonntag als legitim bezeichnet, aber vor Ausschreitungen gewarnt.

Bei den Protesten 2013 war es zu nächtelangen Strassenschlachten zwischen Randalierern und der Polizei gekommen. Damals waren zwischenzeitlich landesweit eine Million Menschen auf die Strasse gegangen, um gegen Korruption, die hohen Kosten für die Fussball-WM 2014 sowie Missstände im Bildungs-, Gesundheits- und Transportwesen zu protestieren.

(bert/sda)

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