30'000 Petitions-Unterschriften
Breite Allianz fordert Importverbot für tierquälerisch hergestellte Pelzwaren
publiziert: Mittwoch, 7. Okt 2015 / 15:28 Uhr / aktualisiert: Mittwoch, 7. Okt 2015 / 18:29 Uhr
An der Pressekonferenz informierte auch Ständerätin Pascale Bruderer Wyss
An der Pressekonferenz informierte auch Ständerätin Pascale Bruderer Wyss

Am 6. Oktober wurde die von der Tierpartei Schweiz (TPS) lancierte Petition «Importverbot für tierquälerisch hergestellte Pelzprodukte» mit fast 30'000 Unterschriften in Bundesbern eingereicht.

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Sie wird von zehn namhaften Tierschutz-Organisationen, darunter die TIR, unterstützt. An einer vorgängigen Pressekonferenz informierte auch Ständerätin Pascale Bruderer Wyss über ihren Pelz-Vorstoss. Denn, obwohl die tierquälerische Pelz-Gewinnung hierzulande verboten ist, werden aus Nordeuropa, Nordamerika und China tonnenweise Pelzprodukte importiert. Pelz ist erschwingliche Massenware geworden, der Absatz hat dramatische Ausmasse erreicht.

Pelzverbrämungen an Jacken, Mützen, Taschen und Stiefeln sind voll im Trend. Ihre Herstellung ist seit den Achtzigerjahren nicht tierfreundlicher geworden - im Gegenteil. Seit Asien dick im Geschäft ist, hat sich die Tierschutzbrisanz massiv verschärft. Aktuelles Bildmaterial zeigt klar: Die Pelzherstellung ist und bleibt eine Tierquälerei sondergleichen.

Verkauf von Pelzprodukten boomt

Obwohl die Mehrheit der Schweizer Bevölkerung die grausamen Haltungs-, Fang- und Tötungsmethoden von Pelztieren klar ablehnt, boomt der Verkauf von Pelzprodukten. Pelz wird heute in grossen Massen billig produziert und ist daher erschwinglich geworden. Er dient fast nur noch zur Verzierung von Textilien und modischen Accessoires. Dadurch wird Echtpelz oft gar nicht wahrgenommen und das immense Tierleid dahinter nicht erkannt. Zwar besteht seit 2014 eine Deklarationspflicht für Pelzerzeugnisse. Diese wird jedoch kaum beachtet, weil das schicke Aussehen im Vordergrund steht. Die grossen Modehäuser wie PKZ, Jelmoli und die Migros-Tochter Globus fördern durch ihr Pelz-Angebot und mangelhafte Deklarationen den Pelzboom und das damit verbundene Tierleid.

Mangelhafte Produktdeklaration

Untersuchungen zeigen, dass die tierquälerischen Pelzprodukte vielfach mangelhaft deklariert sind. Zudem stiftet die Deklaration - selbst wenn sie korrekt ist - mehr Verwirrung statt Klarheit: So kann etwa «Rudelhaltung» fälschlicherweise als artgerechte Haltungsform verstanden werden, obschon eine grausame Käfighaltung dahintersteckt, die für die Tiere mit erheblichen physischen und psychischen Schäden verbunden ist. Hinzu kommt, dass auch das Verkaufspersonal oft mangelhaft geschult ist und die Kundschaft bezüglich Pelz ungenügend oder gar falsch informiert.

Über die konkrete Tötungsmethode sagt die Deklaration nichts aus. Dies, obschon in Asien das Erschlagen die Standardmethode ist. Beim anschliessenden Häuten der Tiere sind diese nicht selten noch am Leben und bei Bewusstsein.

Bereits sind verschiedene parlamentarische Vorstösse hängig, welche die Wirksamkeit der Deklarationspflicht hinterfragen. So will etwa Ständerätin Pascale Bruderer Wyss mit ihrem Postulat (14.4286) «Einfuhr und Verkauf tierquälerisch erzeugter Pelzprodukte verhindern». Das gleiche Ziel verfolgt die Tierpartei mit der Petition für ein «Importverbot für tierquälerisch hergestellte Pelzprodukte», die von zehn Tierschutz-Organisationen aktiv unterstützt wurde.

30'000 Petitions-Unterschriften

Die 30'000 Petitions-Unterschriften zeigen deutlich, dass die Schweizer Bevölkerung eine konsequente Massnahme gegen die grausame Quälerei von Pelztieren unterstützt. Nur ein Importverbot kann verhindern, dass sich die Schweiz, deren Tierschutzvorschriften international als vorbildlich gelten, an diesem immensen Tierleid mitverschuldet.

 

(li/Tier im Recht)

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