Bring 'em home! - Eltern kämpfen um Rückkehr ihrer Kinder aus dem Nahen Osten
publiziert: Montag, 18. Aug 2003 / 11:43 Uhr

Washington - "Wie viele unserer Söhne wollen sie uns noch nehmen, bevor sie unsere Kinder wieder heimschicken?", klagt Fernando Suarez de Solar, der seinen Sohn im Irak-Krieg verloren hat. Seine Frage richtet sich an US-Präsident George W. Bush.

Aus der Website bringthemhomenow.org werden Besucher mit dem Bild eines verletzten US-Soldaten "begrüsst".
Aus der Website bringthemhomenow.org werden Besucher mit dem Bild eines verletzten US-Soldaten "begrüsst".
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www.bringthemhomenow.org

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Rund 600 Familien von in Irak stationierten US-Soldaten stellen dem mächtigen Mann dieselbe Frage. Sie alle sind erbost, dass fast täglich US-Soldaten in Irak sterben - und ihr Kind das nächste sein könnte.

Und sie glauben, von der US-Regierung belogen worden sein über die Gründe des Krieges. Für die Familien gibt es nur noch eine Antwort. Nach dieser haben sie ihre neu gegründete Kampagne benannt: "Bringt sie heim!"

"Bring 'em home"

Die drei Worte, auf Englisch "Bring 'em home", sind eine Anspielung auf Bushs Ausspruch "Bring 'em on", den er im Juli von sich gegeben hatte.

"Lasst sie nur kommen" - mit diesem lapidaren Satz richtete sich der US-Präsident an irakische Widerstandskämpfer und Anhänger des entmachteten irakischen Staatschefs Saddam Hussein, die seit dem Ende der grösseren Kampfhandlungen am 1. Mai bereits mindestens 60 US-Soldaten töteten.

Viele Eltern, deren Söhne und Töchter in Lebensgefahr sind, fühlten sich durch Bushs Ausspruch verhöhnt. "Die drei Worte des Präsidenten schweissten uns zusammen", sagt Nancy Lessin.

Demonstrationen

Einige Wochen nach den markigen Worten des Präsidenten ist die Initiative bereits sehr aktiv. Vor wenigen Tagen demonstrierten Mitglieder in Washington und am Militärstützpunkt Fort Bragg im US-Bundesstaat North Carolina.

Dort dürften sie ähnliche Forderungen gestellt haben wie ihre Mitstreiterin Nancy Lessin: "Bringt sie heim, weil es keine Massenvernichtungswaffen in Irak gibt", sagt die Mit-Initiatorin der Kampagne etwa. Oder: "Bringt sie heim, weil es keine Verbindung zwischen Irak und El Kaida gab."

Auch Susan Shuman ist empört. "Wir stecken fest im Morast des Guerilla-Kriegs, auf den die Soldaten nicht vorbereitet sind."

"Morast" ist in den USA ein Reizwort und Synonym für das Grauen des Vietnam-Krieges, dem in den 60er und 70er Jahren tausende US-Soldaten zum Opfer fielen.

Gesinnungswandel

Die Soldatenmutter benutzt dieses Bild bewusst, um die Gefahr für die GIs in Irak zu illustrieren. Auch auf ihrer Internet-Seite kritisiert die Initiative die Regierung in Washington. Ein Bild eines am Boden liegenden, offenbar verletzten US-Soldaten empfängt den Besucher auf der Website.

Dabei attackierten die engagierten Soldatenfamilien die Regierung beileibe nicht immer so scharf. Im Gegenteil: Sie betonen, Republikaner mit Leib und Seele zu sein und auch Bush-Wähler.

Sie seien auch einst für den Krieg gewesen, wegen der Geheimdienstinformationen, die die Regierung in Washington vor der Invasion in Irak vorgelegt hatte. Nur jetzt sei eben alles anders: "Von stolzen Befreiern sind unsere Truppen zu Unterdrückern und Besatzern geworden", sagt Susan Shuman.

(Pascal Barollier/afp)

 
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