Brisante Situation im Alpinteam
publiziert: Dienstag, 10. Jan 2006 / 16:12 Uhr

Einen Monat vor dem Beginn der Olympischen Spiele ist das Kontingent von 16 Schweizer Snowboardern ausgeschöpft.

Titelverteidiger Philipp Schoch ist gesetzt.
Titelverteidiger Philipp Schoch ist gesetzt.
Bei den Alpinen kommen vor den letzten Ausscheidungsrennen noch acht Fahrer für die sechs vorgesehenen Plätze in Frage. Trainer Christian Rufer ist derzeit nicht zu beneiden. Er coacht das stärkste und spektakulärste Alpinteam im gesamten FIS-Zirkus mit Philipp Schoch, Daniela Meuli und Co.

Bislang konnte er sich über 18 Podestplatzierungen freuen, doch nach dem Rennen in Kronplatz am kommenden Wochenende wird Rufer unter Umständen unpopuläre Entscheide treffen müssen.

«Ich werde Erklärungen dafür haben», sagte der im Team sehr beliebte Toggenburger. «Ich wusste ja, dass es so kommen wird.»

Spielraum vorhanden

Bei den Freestylern und den Boardercrossern erfüllten bisher je zwei Männer und Frauen die Anforderungen für die Teilnahme an den Olympischen Spielen.

Aber das stark auftrumpfende Alpinteam spekuliert mit der Zuteilung je eines weiteren Platzes aus einer der beiden andern Sparten.

Das IOC akzeptiert pro Disziplin maximal acht Fahrer (je vier pro Geschlecht), womit Spielraum vorhanden wäre.

Titelverteidiger gesetzt

Klar ist bisher nur der fixe Olympia-Startplatz für den dominanten Titelverteidiger Philipp Schoch.

Auch dessen Bruder Simon und Heinz Inniger, die in dieser Saison je ein Rennen gewannen, sowie Gilles Jaquet befinden sich auf gutem Weg in Richtung Turin.

Die Tatsache, dass zum Beispiel Urs Eiselin die Selektionskriterien von Swiss Olympic erst zu 50 Prozent erfüllt hat, birgt grosses Spannungspotenzial innerhalb des Teams, das in der Öffentlichkeit seinen starken Zusammenhalt stets betont.

«Unerträglich»

«Wir bewegen uns im Bereich des Unerträglichen. Ich weiss nicht, ob man das noch als gesund bezeichnen kann», umschrieb Rufer die Situation.

«Die Stimmung unter den Fahrern ist gereizt. Das äussert sich in Details. Wenn einer mit Änderungen an seinem Brett auftaucht, wird schon sehr genau hingeschaut.»

Leysin braucht Top-10-Klassierung

Etwas weniger dramatisch, aber ebenso spannend präsentiert sich die Ausgangslage in den beiden übrigen olympischen Snowboard-Disziplinen.

Von den Halfpipe-Fahrern kann der Walliser Frederik Kalbermatten, ausserhalb der FIS-Tour einer der stilsichersten Fahrer, am 19./20. Januar in Leysin die letzte Gelegenheit noch nutzen.

Die Vorgaben hat der knapp 22-Jährige mit dem 9. Rang im NorAm-Cup in Breckenridge zur Hälfte erfüllt; in Leysin muss er nochmals eine Top-10-Klassierung erreichen.

Gute Platzierungen verpasst

Im Snowboardcross benötigt Tanja Frieden in Kronplatz einen Rang unter den besten 6 und... ein Quäntchen Glück. Die Thunerin wurde in diesem Winter schon drei Mal ohne Eigenverschulden zu Fall gebracht und verpasste so gute Platzierungen.

Delikat wird die Aufgabe für die übrigen Schweizer Spitzenfahrerinnen. Yvonne Müller verrät rangmässig schon seit dem Saisonbeginn eine klar aufsteigende Tendenz, wird aber wie Kathrin Kellenberger, Claudia Häusermann und Sandra Frei in Kronplatz auftrumpfen müssen.

Wer nicht mindestens Dritte wird, fällt für die olympische Boardercross-Premiere aus den Traktanden.

Erfüllte Selektionskriterien von Swiss Olympic für Turin 2006. Alpin. Männer (5): Philipp Schoch (Steg ZH), Simon Schoch (Schmerikon), Heinz Inniger (Frutigen), Gilles Jaquet (Willerzell), Marc Iselin (Dietikon). -- Frauen (3): Daniela Meuli (Davos-Dorf), Ursula Bruhin (Schwyz), Fränzi Kohli (Steffisburg).

Halfpipe. Männer (2): Markus Keller (Bottighofen), Gian Simmen (Arosa). -- Frauen (2): Manuela Pesko (Lenzerheide), Andrea Schuler (Birsfelden).

Snowboardcross. Männer (2): Ueli Kestenholz (Gwatt), Marco Huser (Glarus). -- Frauen (2): Mellie Francon (La Chaux-de-Fonds), Olivia Nobs (La Chaux-de-Fonds).

(Stefan Baumgartner, Kreischberg/Si)

 
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