Briten entschuldigen sich beim Papst
publiziert: Sonntag, 25. Apr 2010 / 14:48 Uhr

London - Das Londoner Aussenministerium hat sich für despektierliche Überlegungen junger britischer Regierungsbeamter zum «idealen» Besuchsprogramm von Papst Benedikt XVI. in Grossbritannien entschuldigt.

Der britische Botschafter habe das Bedauern der Regierung zum Ausdruck gebracht.
Der britische Botschafter habe das Bedauern der Regierung zum Ausdruck gebracht.
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In dem Dokument war unter anderem vorgeschlagen worden, dass das Kirchenoberhaupt bei seiner Visite eine Abtreibungsklinik eröffnen und eine Homo-Ehe schliessen könnte.

Auch die Einführung von Benedikt-Kondomen wurde in dem Memo angeregt, das zur Vorbereitung des Papstbesuchs im September an Regierungsmitarbeiter im Aussenministerium und in der Downing Street verschickt worden war.

Ausserdem könnte der Papst vor dem Hintergrund des Kindesmissbrauchsskandals in der Katholischen Kirche «zwielichtige Bischöfe rausschmeissen».

Unbequeme Veröffentlichung

Nachdem die Zeitung «Sunday Telegraph» daraus zitiert hatte, sah sich die Regierung am Samstag zur öffentlichen Entschuldigung für dieses «dumme» Schreiben gezwungen. Der Verantwortliche sei inzwischen mit anderen Aufgaben betraut worden.

Aussenminister David Miliband sei «entsetzt» gewesen, als er von dem Schreiben gehört habe, hiess es. Der britische Botschafter im Vatikan habe bei einem Treffen mit hohen Kirchenvertretern das Bedauern der Regierung zum Ausdruck gebracht.

Das Schreiben war eine von drei Anlagen des Memorandums. In einem Vermerk war noch Vertraulichkeit angemahnt worden: «Dies sollte nicht nach aussen weitergegeben werden. Insbesondere das Schreiben »Der ideale Besuch« ist Ergebnis eines Brainstormings, das auch äusserst weit hergeholte Ideen mit in Betracht zieht», hiess es da.

(bert/sda)

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